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Neue Arbeitswelt – neue Arbeitsorte: Das Zeitcafé

Das Zeitcafé be‘kech in Berlin

Das Zeitcafé be‘kech in Berlin

Der Arbeitsort gewinnt zunehmend an Bedeutung in der heutigen Arbeitswelt und ihrem Wandel. Der Anteil derer „ohne festen Arbeitsplatz“ nimmt zu. Zuhause arbeiten, sei es im Home Office oder auf dem heimischen Sofa an der Selbstständigkeit bastelnd, ist nicht immer der passende Rahmen. Aber quo vadis, wenn man flexibel konzentriert arbeiten will, aber nicht zuhause? Ins Zeitcafé!

Das Konzept
Ein Zeitcafé ist ein Ort, an dem die Dauer des Aufenthalts den Preis bestimmt, nicht wieviele Milchkaffees getrunken wurden. Fürs leibliche Wohl ist dennoch gesorgt und im Zeitpreis inbegriffen. Die Preisspanne liegt bei 3 bis 5 Euro pro Stunde bzw. 15 bis 20 Euro pro Tag. (Im Selbsttest: teurer als ein klassischer Café-Besuch kommt es nicht). In einem solchen Etablissement finden sich Gleichgesinnte, von daher wundert es nicht, dass die Community im Vordergrund steht. Zeitcafés sind ein Begleitphänomen der Sharing Community. Man teilt sich einen Ort zum entspannten Arbeiten.

Die Ursprünge
Im internationalen Kontext werden Zeitcafés auch Time Club, Anti-Café oder Pay-per-minute-Café genannt. 2011 in Moskau gegründet, expandierte die erste Anticafé-Kette namens „Zifferblatt“ über St.Petersburg nach Großbritannien, Slowenien und in die Mongolei. Vorzugsweise universitätsnah. Ivan Mitin sei der Erfinder des Anticafé-Konzepts. Historisch knüpft die Idee an die Tee- und Kaffeehäuser an. Diese boten Raum zum Austausch für bestimmte Communities (die man früher noch Interessengruppen nannte). Community Building ist auch eines der zentral forcierten Eigenschaften der Zeitcafés, wenn man möchte: Man kann mehr bezahlen und einem anderen Mitglied so den Aufenthalt ermöglichen. Oft werden auch Aktivitäten angeboten, bei denen man sich einbringen oder eben nur teilnehmen kann.

Wo gibt‘s denn sowas?
In der Hauptstadt der Co-Working-Spaces gibt es bislang nur ein bekanntes Zeitcafé: be‘kech in Berlin Wedding. Ein weiteres namens Klokke spuckt Google für Mannheim aus. Nicht mehr existente Zeitcafés gab es auch in Ulm, Köln und Wiesbaden. Alle, auch das internationalere Zifferblatt, haben folgende Beschreibungen gemeinsam: gemütliche, arbeitsfreundliche Atmosphäre, Gleichgesinnte, WiFi, Kaffee/ Tee und kleine Leckereien. WORK IN PROCESS hat das be’kech sowohl in konzentrierter Arbeitsatmosphäre als auch als Meeting-Ort erfahren und sagt: funktioniert und fetzt.

Fazit
Inmitten des Wandels der Arbeitswelt gewinnt die Verwirklichung eigener Ideen in Projekten an Bedeutung. Ideen finden oft neue Wege, wenn der passende Rahmen gegeben ist. Ganz ehrlich: wer kennt es nicht, dass das Vorhaben des konzentrierten Arbeitens zuhause oft der Prokrastination weicht. Da ist das Zeitcafé um die Ecke ein willkommener Arbeitsort, es sollte viel mehr davon geben! Die Zeit gehört einem selbst und man kann das Beste daraus machen. Niemand nervt, wenn der Kaffee seit 15 Minuten leer ist, der Lautstärkepegel erlaubt es, die Klänge der dahinperlenden Musik zu hören. Wer komplette Ruhe braucht, kann sich in eine silent box zurückziehen. An einem Buffet kann man sich mit Leckereien versorgen, Heißgetränke werden an der Bar bestellt. Zeitcafés sind eine abgrenzende Alternative zu Co-Working-Spaces, die vom Flow eher hochkonzentriert sind. Gut, wenn man seinen eigenen Gedanken nachhängen will, während man einen Artikel, beispielsweise über Zeitcafés, schreibt oder aber im Team Ideen brainstormed. Ein feiner Ort zum Arbeiten.

Text und Bild: Anja Graff

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