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Das Fairphone als Worktool (im Selbstversuch)

Das Fairphone als Worktool

Das Fairphone als Worktool

Das ethische, dual-SIM-fähige, Android-basierte Mobiltelefon, bei dem die Ersatzeile selbst eingebaut werden können.

Selbst-Check

WORK IN PROCESS hat sich im Ersatzteilaustausch testen (müssen), denn nach einigen Stürzen hat zwar das fünf Inch große Gorilla Glass-Display gehalten, das Mikrofon aber leider nicht. Die Lieferung erfolgt in zwei bis drei Werktagen (Niederlande nach Berlin), bei Wunsch auch Express. Die Ersatzteile sind günstig und der Einbau erstaunlich und fast ein wenig zu einfach in der Handhabung. Anleitungen in Bild und Videoformat finden sich beispielsweise auf der Community-Plattform iFixit, aber auch diversen anderen. Die Funktionsprobe aufs Exempel wurde erfolgreich mit dem integrierten Wartungsprogramm Check-Up durchgeführt. Neben dem Mikrofon können weitere Bauteile einzeln auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet werden. Das sind Display, Sensoren und Lautsprecher.

Solide Technik mit Upgrade-Option

Verschiedene Test haben das Öko-Smartphone gut bis befriedigend eingestuft. Das Standardbetriebssystem ist Android 6.0.1.; für Technikversierte steht Ubuntu als Alternative zur Verfügung. Die Technik wird als solide eingestuft, Prädikat gehobene Mittelklasse.
Ein Kritikpunkt ist das Design des Fairphones 2, insbesondere die wuchtige Hülle. Der Name Bumper macht seinem Namen alle Ehre. Fairphone-Hüllen gibt es nicht frei im Handyhüllenshop des Vertrauens, sondern in der Slim-Variante im Onlineshop des Herstellers. Negativ im Vergleich zu den Smartphones der neueren Generation schneidet die standardmäßig eingebaute Fairphone 2-Kamera mit acht Megapixel ab. Es ist jedoch möglich, die Hauptkamera auf zwölf Megapixel und die Selfie-Kamera auf 5 Megapixel zu upgraden. Beide Kameramodule zusammen kosten 75 Euro (Stand 01/2018). Die alten Module und sogar alte Mobiltelefone nimmt Fairphone zurück. Diesen Recycling-Aspekt gab es bei Mobilfunkherstellern so noch nicht. Das allgemeine Fazit diverser Testseiten: ein stabiles Smartphone der gehobenen Mittelklasse mit dem besonderen Augenmerk auf Ethik und Ökologie.

Extra

Noch ein Extra, das den kritischen Smartphone-Käufer zunehmend interessiert: die Strahlungsintensität, gemessen mittels SAR-Wert. SAR steht für spezifische Absorptionsrate. Einfach ausgedrückt misst SAR die Erwärmung der Haut durch die Telefonnutzung. Die Maßeinheit ist Watt pro Kilogramm. Das Fairphone 2 hat laut Hersteller einen SAR-Wert von 0,288/ 0,426 w/kg. Im Vergleich dazu hat das IPhone 6 einen Wert zwischen 0,91 und 0,97. Die Oberwerte hat die WHO mit 2,0 W/kg empfohlen.

Ausdauer

Wir von WORK IN PROCESS können das Fairphone nach einem Jahr Nutzung noch immer positiv beurteilen. Die Android-Updates laufen problemlos. Das „fair“ in Fairphone wurde in Deutschland mit dem Blauen Engel zertifiziert und dem deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Dass der Akku schwächelt, ist ein schwacher Kritikpunkt, denn er lässt sich für 20 Euro austauschen. Die Speicherkapazität von 32 Gigabyte ist noch immer ausreichend, kann mittels Mini-SD-Karte um weitere 32 Gigabyte erweitert werden. Die System laufen stabil und bisher ist noch kein ungewünschtes Herunterfahren ausgelöst worden.

Mit 529 Euro ist es auf den ersten Blick nicht günstig. Bei einer Nutzungsdauer von mehr als zwei bis zu fünf Jahren lohnt sich das Umdenken und die eigene Ökobilanz verbessert sich auch. Das Fairphone bietet demjenigen eine Alternative, der ein technisches Mittelklasse-Smartphone mit nachhaltigen Understatement und DIY-Attitüde sucht.

Autor und Foto: Anja Graff

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