Zeitmanagement im Alltag – wenn der innere Schweinehund sich meldet

Der Alltag ist für viele von uns eines: stressig. Morgens zwischen 6 Uhr und 8 Uhr klingelt der Wecker, wir hetzen ins Büro oder vorher noch in die Kita, arbeiten bis abends, machen Überstunden und wundern uns, wenn das Wochenende schon wieder ansteht, an dem dann endlich alles andere erledigt werden muss. „Wie schnell doch die Zeit vergeht…“, denken wir uns. Für Hobbies oder Leidenschaften bleibt selten die Zeit.
Um dennoch mehr vom Leben zu haben und Freizeit zu generieren, gibt es Zeitmanagement-Tipps wie Sand am Meer – mit starren Anweisungen wie bei einem Rezept. Das Problem: Sie machen keinen Spaß, sind längst bekannt und meist schwer in den Alltag zu integrieren. Das Resultat: Man gibt auf und fällt in den alten Trott zurück – und das, was man gerne macht, wird wieder hinten angestellt.
„Dann setz‘ dich doch einfach mal hin und nimm‘ dir Zeit für dein Hobby“ – gut gemeinte Ratschläge wie diese kennt sicherlich jeder oder hat sie selbst schon gegeben. Doch warum klappt es mit der Selbstdisziplin-Peitsche meistens nicht? Ganz einfach: Die Basis wird nicht beachtet – und das ist der Mensch in seiner Individualität. Wir Menschen sind widersprüchliche Wesen mit ganz vielen Bedürfnissen, die sich oft gegenseitig in die Quere kommen. Aber jedes einzelne Bedürfnis möchte bedient werden, sonst sabotiert es einfach alles. Ignorieren hilft hier nicht, weshalb die Selbstdisziplin-Peitsche auch selten langfristig hilft.

Dein innerer Schweinehund spricht mit dir – hör‘ ihm zu!
Wer Stress vermeiden will, sollte seinem inneren Schweinehund zuhören. Er verrät nämlich, was wir brauchen. Ihn als lästiges Untier abzutun, geht meist nach hinten los. Richtig rund geht es, wenn du anfängst, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Dazu gehört als Erstes, mit dir selbst abzuklären, was du wirklich möchtest und warum du dir überhaupt Zeit für den Tangokurs oder den eigenen Roman freischaufeln solltest. Passt das Hobby vielleicht gerade doch nicht in den eigenen Lebensrhythmus?
Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben: Für mich als Trainerin für Romanautoren stehen aktuell meine Kinder an erster Stelle – erst, wenn diese in die Schule kommen, werde ich weitere eigene Romane schreiben. Was sich vielleicht auf den ersten Blick nach einem Rückschritt anhört, ist eine wichtige Maßnahme, um die Lust an der Leidenschaft nicht zu verlieren.
Denn durch Ehrlichkeit und Offenheit zu sich selbst, befreist du dich vom Druck, etwas Schaffen zu müssen und perfekt oder erfolgreich zu sein. Du grenzt dich ganz klar von den eigenen Erwartungen und die der anderen ab, indem du dir Raum gibst. Wieso nicht klein anfangen und dem Hobby eine statt fünf Wochenstunden einräumen? So fällt das Anfangen viel leichter und du endest nicht in der „Prokrastinieren-für-Fortgeschrittenen-Falle“, durch die du plötzlich Sockenbügeln oder Putzen spannend findest.

Den Spaß-Auslöser finden – Stress vermeiden
Warum machen wir das, was wir machen eigentlich gerne? Warum hat der eine Freude am Stricken, der nächste Spaß am Tanzen und der Übernächste Interesse, seine Gedankenwelt auf Papier zu bringen? Eine wichtige und doch so selten gestellte Frage, um Stress beim Zeitmanagement zu vermeiden. Die Antworten sind nämlich der Motor für unsere Zufriedenheit und die Ausdauer, um „am Ball zu bleiben“. Um zu erkennen, weshalb die investierte Zeit es Wert ist, für ein Hobby genutzt zu werden, notierst du dir am besten alle positiven Aspekte des Hobbies auf Papier. Was dabei zum Vorschein kommt, ist immer wieder phänomenal – denn plötzlich wird die Leidenschaft zu einer Kraftquelle im Alltag und Beruf. Neue Ressourcen bis hin zu kleinen und großen Veränderungen kommen zum Vorschein. Damit ist unser innerer Schweinehund zutiefst befriedigt und hat keine Angriffsfläche mehr, das Hobby als unwichtig abzutun.

Kein Maulkorb beim Hobby
Es gibt keine Regeln für die eigenen Hobbies. Erlaubt ist, was Spaß macht und die Leidenschaft fördert. Ich zum Beispiel schreibe sehr gerne im Bett, auch wenn viele Forscher sagen, dass man genau das nicht machen soll. Damit setze ich mich bewusst über anerkannten Regeln hinweg und bin damit sehr erfolgreich.
Wichtig ist, dass wir uns wohl fühlen und unseren Spaß-Auslöser stärken. Das bedeutet: Hör‘ in dich und folge dem, was dir guttut. Dann bleibst du in Zukunft bei dir und deinen Hobbies, verzettelst du dich nicht und gerätst nicht in Stress.

Über die Autorin
Jurenka Jurk ist studierte Romanautorin, deren Roman „Verliebt bis in die Haarspitzen“ im Weltbild Verlag erschienen ist. Ihr Wissen teilt sie gern, denn das Unterrichten ist eine Kernleidenschaft der Süddeutschen und wichtiger Bestandteil ihrer Berufung. Mit dem von ihr entwickelten strategischen Konzept „Der Romanfahrplan“, unterstützt sie angehenden Autoren aus ihrem Schreibprojekt einen Roman im Buchregal zu machen.
www.schreibfluss.com

Wieviel Lebenszeit verbringen wir mit dem Arbeiten?

Arbeit ist das halbe Leben – so oder so ähnlich fühlt es sich zumindest für die Meisten an. Doch schauen wir uns einmal die Fakten an. Das American Bureau of Labor Statistics hat herausgefunden, dass wir mit immerhin 8.000 Tagen die meiste Zeit unseren Erwachsenenlebens schlafend verbringen. Auf Platz zwei der stundenintensivsten Beschäftigungen steht mit 4.300 Tagen das Entspannen, Gespräche und andere Freizeitbeschäftigungen. Das zusammen macht schon mehr als die Hälfte unseres Lebens aus – und das ist doch mit recht schönen Dingen gefüllt, oder? Erst dann ist die Rede von Arbeit: Als Erwachsener verbringen wir 3.716 Tage mit dem Arbeiten. Das sind 16 Prozent unserer Zeit. Wenn man mal genau rechnet, scheint das auch ganz logisch: Ein Acht-Stunden-Job lässt uns immerhin noch 16 Stunden Zeit für andere Dinge.
Diese Statistik betrachtet US-Amerikaner, für Deutschland hat das Magazin P.M. mal nachgerechnet. Demnach kommen wir, ausgehend von 80 Lebensjahren, auf 8 Jahre Arbeit. Verglichen mit 24 Jahren und 4 Monaten Schlaf und 12 Jahren fernsehen nur ein Klacks.

Die Statistik-Falle
Trotzdem: Das sind rein statistische Zahlen und deren Auswertung eher spielerischer Natur, denn erstens hat das mit subjektiver Wahrnehmung wenig zu tun und zweitens kann man sich die Zahlen auch anders legen: Rechnen wir den Schlaf als nicht produktive Zeit einmal heraus und nehmen wir Hausarbeit, Einkaufen, Arbeitswege und andere lebenserhaltende Aktivitäten hinzu, steht es um unsere Work-Life-Balance nicht mehr ganz so gut.

Warum überhaupt nachrechnen?
Stellen wir uns doch also lieber die Frage, warum wir uns überhaupt diese Frage stellen, wie viel Lebenszeit wir mit dem Arbeiten verbringen? Rechnen wir jeden Tag nach, wie viele Stunden Lebenszeit uns verloren gehen? Sehnen wir den Feierabend entgegen? Überlegen wir im schlimmsten Falle schon, wann wir endlich in Rente gehen können? Oder freuen wir uns, mit unserer Arbeit etwas Sinnvolles tun zu können, was uns begeistert und glücklich stimmt? Falls das bei dir nicht der Fall ist, lass dich gern von unseren Portraitpartnern und Blogartikeln inspirieren, einen neuen Arbeitsweg einzuschlagen. Denn dann ist es höchste Zeit dafür.

Autor: Katrin Haase
Foto: Marten Bjork / Unsplash

Lesetipps:
ZEIT ONLINE
P.M. Magazin
Flowingdata
Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamts

Digitale Gedanken reflektieren

Befreiungsschlag gegen geistfreie Ablenkungen der digitalen Welt
Ich lenke mich ab. Sie lenken sich ab. Wir lenken uns alle ab. Menschen mit guter Selbstkontrolle haben sich mit leuchtenden Augen der Herrschaft der Smartphones unterworfen. Ohne Handys fühlen wir uns unwohl, wir vermissen etwas. Dieses Unwohlsein geht so weit, dass einige Leute ein vergessenes Telefon als „Körperteil, das fehlt“ beschreiben. Wo es anfängt gruselig zu werden: Selbst dann, wenn wir noch gar keinen Hinweis zu einer neuen Aktivität bekommen haben, öffnen wir bereits Apps und scrollen durch Feeds. Es ist ein immer neues, nichtssuchendes Blättern und Weitergetragen werden von heftig-krassen Beiträgen, um am Ende des Tages zu viel gesehen und nichts behalten zu haben.

Der Feind auf dem Nachttisch
Zeit mit unseren Freunden oder der Familie zu verbringen ist wichtig für unser soziales Miteinander und die geistige und emotionale Gesundheit. Dennoch suchen wir nach parallel stattfindender Verbundenheit im virtuellen Raum. Obwohl unsere Partnerin oder unser Partner direkt vor uns sitzt, besteht trotzdem das drängende Bedürfnis, kurz zu prüfen, was im Internet abgeht.
Wir wissen, was wir tun. Dass wir zu oft mit unserem Handy surfen, chatten, liken, kommentieren und weiterleiten. Wir scrollen und scheinen irgendetwas zu suchen. Verniedlichend nennen wir dieses zombiesque Verhalten dann „Mit-dem-Handy-spielen“. Dabei wollen wir eigentlich etwas ganz anderes, etwas Sinnstiftendes und Gehaltvolles, unternehmen. Tatsächlich fühlen wir uns leer.
Um wieder die nötige Ruhe zu finden, helfen kleine Rituale. Wer Apps löscht und Benachrichtigungsfunktionen deaktiviert, der erkennt: Weniger ist mehr. Im Privatleben ist es meist verhältnismäßig leicht, sich auszuklinken. Das Handy bewusst zuhause lassen oder abends regelmäßig nach Feierabend ausschalten. Das Nicht-mehr-bei-Facebook-sein als Lebenseinstellung. Nicht immer für andere erreichbar sein, dafür mehr bei sich ankommen.
Im Berufsleben ordnen wir unsere Bedürfnisse hingegen breitwillig den Prozessen unter, in denen wir agieren. Und diese werden in den allermeisten Fällen von Unternehmenslenkern, Abteilungsleitern und Managern vorgegeben, die als Zielvorgabe meist „schneller“ und „mehr“, selten „bedachter“ oder „menschenverträglicher“ haben. Ausgleichend – die Leute sollen mal den Kopf frei bekommen – stellt man Kickertische auf und engagiert eine Feel-Good-Managerin. Das ist alles gut und schön, reicht nur leider nicht aus.
Wenn psychologische Erkrankungen, Stress und Diagnosen wie Burn-out immer öfter der Grund für Fehltage sind, dann sollten sich Unternehmen überlegen, wie ihre Prozesse, insbesondere die digitalen, unter menschlichen Gesichtspunkten optimiert werden können. Halten wir uns jetzt immer länger online auf, so denken wir über unsere Eindrücke aus der virtuellen Umgebung nach. Wir denken „digitale Gedanken“ und sammeln so Erfahrungen, die nicht auf allen menschlichen Sinnen beruhen. Es fehlen wichtige Sinneseindrücke, die aus dem Hier und Jetzt, um das Bild zu vervollständigen. Diese Dissonanz verursacht zusätzlichen „digitalen Stress“, wir fühlen uns getrieben.

Befreiungsschlag: Nieder mit dem digitalen Stress!
Reflektieren erleichtert: Man wird im Internet sowieso 99,9 Prozent aller Inhalte verpassen. Egal wie vernetzt man sich aufstellt, egal wie stichwortoptimiert das eigene Profil ist, es bleibt ein hektisches Rennen im informativen, unterhaltenden und sich dabei selbst produzierenden Hamsterrad. Ganz anders ist hingegen das echte Leben strukturiert, hier passiert die Magie des Moments. Wer sich dessen bewusst wird, erkennt, wie wichtig es ist, „digitale Gedanken“ zu beobachten und zu erspüren, wie sie uns beeinflussen. Kann ich diesen Moment oder Eindruck überhaupt genießen, wenn ich keine Möglichkeit habe, das Erlebte zu posten? Wo bin ich, wenn ich offline bin? Lebe ich im Hier und Jetzt? Einer der wichtigsten Befreiungsschläge der heutigen Zeit wird sein, sich vom unnötigen Digitalgebrauch freizumachen. Und zu erkennen, dass man besser daran täte, selbst das mächtigste Werkzeug, ob Hammer, Smartphone oder unsere Fähigkeit logisch zu denken, nach Gebrauch zur Seite zu legen.´
Eigentlich ganz einfach, solange wir uns nicht ablenken lassen.

Lisa Ringen ist selbstständige Marketingberaterin und Digitalberaterin und bloggt auf marketing-madam.de

Autorin: Lisa Ringen
Foto: Markus Spiske / Unsplash

Home-Office ist nicht gleich Hausarbeit

Nein, im Home-Office können wir nicht mal schnell den Müll runterbringen, die Töpfe abwaschen, die Wäsche aufhängen, das Päckchen abholen und Brot einkaufen. Auch können wir nicht jeden Tag das Mittagessen kochen, die Kinder allein versorgen und mit ihnen Hausaufgaben machen. Wären all das unsere Aufgaben, wären wir Hausfrau oder Hausmann – ein respektabler und zeitaufwändiger Allround-Job. Wir haben uns jedoch für eine Vollzeitbeschäftigung als Selbstständige entschieden und haben – so wie ihr – zwei Tageszeiten: Eine berufliche und eine private. In der privaten Phase teilen wir uns gern mit euch die anfallende Hausarbeit, die zu erledigenden Wege und die Zeit mit euch, mit den Kindern, mit den Freunden.

Doch wenn wir arbeiten, benötigen wir – genau wie ihr – Konzentration, unseren eigenen Schreibtisch, Freiräume für Gedanken und Kreativität und einen geregelten Ablauf. Schlimm genug, wenn wir uns selbst von Dingen wie Facebook, Telefonaten oder Kaffeeklatsch ablenken lassen. Aber wenn ihr ständig davon ausgeht, dass wir alle Zeit der Welt haben, die ihr Büroarbeiter nicht habt, dann macht es die Sache nicht einfacher. Deshalb: Bitte respektiert unsere Arbeitszeit als solche und hört auf, in uns den Ersatz für die euch fehlende Zeit zu sehen. Uns fehlt sie nämlich auch.

Autor: Katrin Haase
Foto: Unsplash, Christopher Johnson

Angestellt und eigenes Business – geht das?

Wer selbst gründen möchte, steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Das fängt bei dem nötigen Kleingeld an und hört bei der nicht vorhanden Freizeit auf. Die meisten Gründer haben nicht von heute auf morgen ihr Business gestartet. Viel Zeit und Nerven kostet es, bis man von der eigenen Idee zum wirklichen Geschäftsmodell gelangt. Aber wie soll man am besten vorgehen? Job kündigen oder weniger Freizeit? Kredit ja oder nein? Wir wollen euch ein paar Tipps geben, um erfolgreich zu starten.

Gründen und Job. Aber wie?
Es ist soweit. Das Konzept steht, die Motivation ist da und ihr wollt sofort loslegen. Wäre da nicht noch der Job, die Freunde und die Familie. Was man braucht, ist Zeit und am besten ein wenig Geld. Natürlich gibt es die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen, vorausgesetzt ihr erfüllt die entsprechenden Voraussetzungen. Aber was ist, wenn die Unternehmung scheitert oder man merkt, dass das Unternehmen nicht rentabel ist? Dann wartet ein Berg von Schulden. Wer kein Kapital besitzt, aber trotzdem gründen möchte, sollte vielleicht doch in kleinen Schritten vorgehen, aber langfristig denken. Keine Firma ist von heute auf morgen entstanden.
Wer Job und eigenes Unternehmen verbinden möchte, braucht nicht nur eine gute Organisation, sondern auch einen langen Atem. Das ist nicht zu unterschätzen – aber auch nicht unmöglich.

Gutes Zeitmanagement
Es ist empfehlenswert, sich einen Arbeitsplan zu machen. Wann arbeitet man für seinen Job und wann für die eigene Firma? Wie bei einem normalen Job können feste Arbeitszeiten sehr gut sein, um eine Routine zu bekommen. Aber auch Pausen und Zeit für Erholung, sowie ausreichend Schlaf, dürfen nicht zu kurz kommen. Ein eigenes Business ist eine Entscheidung, die auch mit Konsequenz verfolgt werden sollte. Nur so kann sich auch Erfolg einstellen.

Teilzeit?
Gibt es eventuell die Möglichkeit, die Arbeit in dem Angestelltenverhältnis zu reduzieren? Bei vielen Start-Ups und Unternehmen gibt es dazu die Option. Wichtig ist, zu wissen, dass die Nebenbeschäftigung nicht die hauptberufliche Tätigkeit überschreiten sollte. Zudem sollte der Arbeitgeber (bei einer Angestelltentätigkeit) darüber informiert werden, dass eine Nebenbeschäftigung ausgeübt wird. Solltet ihr Freelancer sein, könnt ihr selbst abschätzen, wo ihr Abstriche machen könnt und wo nicht.
Wer weniger arbeitet, hat auch weniger Geld, aber mehr Zeit zur Verfügung. Wichtig ist es, genau zu wissen, wie viel Geld ihr zum Leben braucht und was ihr, wenn ihr weniger arbeitet, entbehren könnt.

Kundenstamm aufbauen
Um ein Netzwerk aufzubauen, braucht es viel Zeit. Wer sich kontinuierlich vernetzt, Messen und Vorträge besucht und Kooperationen eingeht, baut sich nach und nach einen großen Kundenstamm und viele Kontakte auf. Dieses Investment kann problemlos auch neben dem Job gepflegt und weiter ausgebaut werden. Wer weiß? Vielleicht ist sogar der jetztige Job ein Kooperationspartner für später.

Money, Money, Money
Wer nebenbei gründet, geht weniger finanzielle Risiken ein. Hierbei darf nicht unterschätzt werden, dass bei einer Gründung gerade am Anfang einige Kosten anfallen. Wer im Onlinesegment ein Unternehmen aufbaut, kann vieles online und kostengünstig abwickeln, aber dennoch sind Ausgaben vorprogrammiert. Ganz zu schweigen von der unbezahlten Arbeitszeit, die am Anfang investiert werden muss.

Welche Rechtsform?
Die Wahl der Rechtsform sollte genau überlegt sein. Einige wichtige Faktoren gibt es da zu berücksichtigen:
– Wie viele Gründer sind beteiligt?
– Gibt es Dritte, die an dem Unternehmen beteiligt sind?
– Wie sieht es mit Gesellschafterwechseln aus?
– Hafte ich mit meinem eigenen Privatvermögen oder mit dem Gesellschaftsvermögen?
– Wie sieht es mit Steuern aus?
– Brauche ich eine Mindesteinzahlung oder gibt es kein festes Kapital?
– Gibt es eine Publizitätspflicht?
– Wie tritt die Firma nach außen auf?

Versicherung und Co
Eine zusätzliche Sozialversicherungspflicht ist nicht nötig. Jedoch sollte die Krankenkasse über die zusätzliche Tätigkeit informiert werden, da diese Einnahmen bei der Beitragsberechnung ebenfalls berücksichtig werden.
Ab dem Zeitpunkt, an dem die nebenberufliche Selbstständigkeit überwiegt, kann der Status als Selbständiger beantragt werden. So entfallen dann die Beiträge für die Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Freizeit
Wer viel arbeitet, braucht auch Erholungsphasen. Empfehlenswert ist mindestens ein freier Tag pro Woche, an dem nur entspannt wird und am besten auch keine E-Mails gecheckt werden. Auch unter der Woche sollte es Zeiten geben, an dem der Computer ausgeschaltet wird und Telefonate und E-Mails tabu sind. Ein Burnout kostet mehr als ein freier Tag.

Lesetipps:
chapteronemag.com
fuer-gruender.de
Wie du ohne Erfahrung ein ortsunabhängiges Business startest

Autor: Elsa Loy

Schweden testet den Sechs-Stunden-Tag

Schwedische Forscher untersuchen Vorteile kürzerer Arbeitszeiten
Wer viel arbeitet, der ist auch produktiv. So, oder ähnlich lautet das Mantra vieler Arbeitnehmer, denn laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes ist die Arbeitsbelastung in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Darunter leidet nicht nur das Privatleben, sondern womöglich auch die Gesundheit. Krankheiten wie Burnout oder Depressionen und damit verbundene Fehltage zeigen zudem: längere Arbeitszeiten hängen nicht zwangsläufig mit höherer Produktivität zusammen.

Work-Life-Balance? Sechs-Stunden-Tag!
Doch können Arbeitgeber wirklich von einer besseren Work-Life-Balance ihrer Angestellten profitieren? Genau dieser Frage gingen Forscher bereits vergangenes Jahr in Schweden nach. Dort wurde bei einer Gruppe im Gesundheitssektor der Sechs-Stunden-Tag eingeführt. Bei den Testpersonen handelt es sich um Altenpfleger und Altenpflegerinnen. Bisher scheint das Model erfolgversprechend: Die Angestellte hätten mehr Energie, seien weniger gestresst und würden mehr Zeit mit den Patienten verbringen, heißt es in Presseberichten. Auch die Zahl der Krankmeldungen sei zurückgegangen. Obwohl mehr Angestellte eingesetzt werden müssen, um die kürzeren Schichten auszugleichen, sind fand Sechs-Stunden Modell in Schweden weitere Nachahmer, ebenfalls im Bereich des Pflege- und Gesundheitsdienstes.

Studien zum Thema
Die Ergebnisse geben zudem Studien recht, die einen Zusammenhang zwischen kürzeren Arbeitszeiten und gesteigerter Produktivität herstellen. 2014 kam der Ökonom John Pencavel von der Stanford University zu dem Ergebnis, dass Angestellte nicht unbedingt mehr schaffen, wenn sie mehr Stunden am Tag arbeiten. Seine Studie zeigt: Ab einer bestimmten Anzahl an Arbeitsstunden steigt die Produktivität in immer geringerem Maße an.

Auch in Deutschland?
Aber lässt sich das Modell des Sechs-Stunden-Tages auch auf andere Arbeitsbereiche, und – die vielleicht wichtigste Frage – auch auf Deutschland übertragen? Auf diese Frage gibt das Experiment noch keine Antwort. Denn auch in Schweden bleibt das Modell bisher nur auf wenige Bereiche des öffentlichen Sektors und einer kleinen Gruppe von Testpersonen beschränkt. Die Frage der Realisierbarkeit mag also noch nicht beantwortet sein. Deutlich bleibt aber: Eine bessere Balance zwischen Privatleben und Beruf, sei es mit weniger Arbeitsbelastung oder schlichtweg mit flexibleren Arbeitszeiten, sollte nicht nur im Sinne der Angestellten sondern auch ihrer Arbeitgeber sein.

Lesetipps:
Süddeutsche Zeitung
Huffington Post
Quartz

Autor: Nabila Lalee