Ist ein Büro in der „digital first“-Arbeitswelt noch nötig? Ein Praxisbericht aus einer dezentralen Organisation

Unternehmen wie WordPress, Kaufberater.io, Fastbill oder auch GitHub machen es vor: Diese Firmen sind entweder voll und ganz dezentral aufgebaut oder ein signifikanter Teil ihrer Arbeitnehmer arbeitet ortsunabhängig.

Was sich noch vor ein paar Jahren eher ungewöhnlich angehört hat, wird vor allem bei der jungen Generation immer mehr zum Trend. Das Büro, falls überhaupt eins vorhanden ist, mutiert nur noch zur „Option“ und wird als Treffpunkt für wichtige Meetings oder für den Kundenempfang genutzt. Die Zeit in der Präsenz am Arbeitsplatz als Arbeitswillen und Arbeitseifer interpretiert wurde, scheint vorbei zu sein, denn die Qualität der Arbeit wandelt sich langsam zur allgemein gültigen Messlatte und nicht die Präsenzzeit, die dafür aufgewendet wurde.

Organisationen gewinnen an Agilität dank durchdachter Arbeitsprozesse und dem Zugang zu globalen Talenten

Welches junge Unternehmen sucht nicht nach qualifizierten Computer Entwicklern und Internet-Talenten? Oftmals herrscht jedoch lokaler Mangel an fähigen Arbeitnehmern. In Metropolen wie Berlin, Madrid oder auch Stockholm mag es vielleicht noch vergleichsweise einfach sein, einen Python Developer oder einen SEA Manager zu finden, aber gilt das gleiche auch für Schweinfurt, Alicante oder Malmö? Eher nicht. In einer ortsunabhängigen Organisationsstruktur ist es aber sehr wohl möglich, IT Experten aus der ganzen Welt anzustellen und so lokale Engpässe zu umgehen.

Ein weiteres Problem, dass durch dezentrales Arbeiten umgangen werden kann: häufige Ablenkungen der eigenen Arbeit. Denn jeder, der in einem Büro arbeitet, kennt das Problem: Man hat sich in ein schweres Thema eingearbeitet und wird dann vom Sitznachbarn gefragt, ob man nicht schnell bei etwas helfen könne, das ganz wichtig ist und auch GLEICH passieren muss oder kurz Lust auf eine Pause hat. Auch bei einer Absage an den Kollegen dauert es einige Zeit bis man wieder im Thema ist und verliert so wertvolle Arbeitszeit.

Durch strikte Zeiteinteilung, die auch teils durch verschiedene Zeitzonen vorgegeben ist, können ortsunabhängige Firmen diese Missstände vermeiden. Dadurch wird fokussierter in Eigenverantwortung gearbeitet, was meist eine effizientere Arbeitszeit zur Folge hat.

Aufbau der virtuellen Unternehmung und interne Kommunikationswege als mögliches Hindernis

Nicht ohne Grund hat sich die Arbeitsweise an einem fixierten Ort über Zeit als bestes Modell durchgesetzt. Denn der Großteil der Mitarbeiter benötigt dieses Umfeld, um überhaupt in den Arbeitsmodus schalten zu können, und um aus dem „heute bin ich faul, weil ich zu Hause bleibe“-Modus auszubrechen. Mit anderen Worten verlangt eine ortsunabhängige Firmenstruktur von jedem Kollegen bis zu einem gewissen Grad unternehmerisches Handeln.

Aus diesem Grund steht und fällt der Erfolg einer dezentralen Firma mit der Organisationsstruktur und den Kommunikationswegen. Auch wenn in der Online-Welt meist von flachen Hierarchien und Teamarbeit gesprochen wird, ist es in einer virtuellen Organisation umso wichtiger, klare Strukturen, Aufgabenstellungen und Verantwortlichkeiten zu definieren. Denn die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns steigt, wenn sich jeder Mitarbeiter überall einmischt. Gemeinsames Arbeiten ist daher wesentlich schwerer zu realisieren als in einem festen Büro.

Zudem gibt es immer wieder Tage, an denen ein physisches Treffen notwendig ist. Zum Beispiel richtungsweisende Strategie-Meetings oder Verhandlungen mit Partnern und wichtigen Kunden. Deswegen ist es auch ungemein einfacher, eine virtuelle Firma rund um ein digitales Produkt aufzubauen, im Vergleich zu einem Produkt, das ausgiebigen Kontakt zu Kunden erfordert, da der Organisationsaufwand um einiges besser zu managen ist.

Diese Werkzeuge vereinfachen die digitale Zusammenarbeit

Durch die Digitalisierung vieler digitalen Angebote und Tools in den letzten Jahren wird es natürlich immer einfacher, dezentral zu arbeiten. War es Anfang der 2000er noch etwas ungewohnt, ein Meeting in Skype oder mittlers einer anderen Software abzuhalten, ist es heute fast schon der Status Quo. Die mit am praktikabelsten Programme kommen zum großen Teil aus dem Hause Google. Hier ist vor allem die Google G Suite mit all ihren Dienstleistungen hervorzuheben: Google Docs, Google Sheets, Gmail, Google Calendar oder auch Google Forms machen ein gemeinsames cloudbasiertes Arbeiten schnell zur Realität. Durch live Updates können so mehrere Kollegen Files bearbeiten, was den Zeitfresser „E-Mail“ erheblich eindämmt.

Besonders die cloudbasierte Google Drive Lösung, die auch Teil der Google G Suite ist, eignet sich hervorragend als File Management System, um Dokumente schnell wieder zu finden. Als Projektmanagement-Software ist Basecamp (übrigens auch gebaut von einem dezentralen Team) eine simple, aber ansprechende Lösung. Auch die Asana Software wird gerne verwendet, aber letztlich ist Basecamp noch eine Ecke intuitiver.

Für die teaminterne Kommunikation bietet sich vor allem Slack an. Durch verschiedene Channels haben einzelne Teams wie Marketing, IT oder auch HR ihre eigenen Chatverläufe in denen sie spezifische Messages teilen können. Auf übergeordnete Kanäle haben alle Mitarbeiter Zugang und auf diesem Wege erreichen Updates das ganze Team schnell.

Als Video Chat Tools bietet sich ein Mix aus Skype, Zoom und WhatsApp an. In größeren Konferenzen, in denen vor allem die Qualität der Übertragung bei allen Beteiligten wichtig ist, ist Zoom die Königslösung, denn die Performance der Bildübertragung ist sehr gut. Für die Kommunikation mit Kunden oder Partnern ist meist Skype die bessere Wahl, denn die meisten Menschen haben Skype auf ihrem PC sowieso schon installiert. Wenn es mal schnell gehen muss, ist auch die Videofunktion von WhatsApp eine echte Alternative.

Fazit

Mit den richtigen Werkzeugen und einer durchdachten Zuordnung von Verantwortlichkeiten bieten virtuelle Unternehmungen riesige Chancen im heiß umkämpften Markt für digitale Nachwuchskräfte.

Aber auch für Menschen, die Erfüllung durch selbstbestimmtes Arbeiten finden und ihren Tag frei einteilen wollen, ohne den Einkommensdruck eines Freelancers zu haben, sind dezentrale Firmen eine optimale Alternative.

Über den Autor: Alexander Eser hat nach seinem Studium in Berlin, Oslo und Rotterdam das digitale Verbrauchermagazin Kaufberater.io dezentral mitgegründet. Kaufberater.io bietet eine Plattform, Produkte zu bewerten und sich über diese auszutauschen.

Home-Office ist nicht gleich Hausarbeit

Nein, im Home-Office können wir nicht mal schnell den Müll runterbringen, die Töpfe abwaschen, die Wäsche aufhängen, das Päckchen abholen und Brot einkaufen. Auch können wir nicht jeden Tag das Mittagessen kochen, die Kinder allein versorgen und mit ihnen Hausaufgaben machen. Wären all das unsere Aufgaben, wären wir Hausfrau oder Hausmann – ein respektabler und zeitaufwändiger Allround-Job. Wir haben uns jedoch für eine Vollzeitbeschäftigung als Selbstständige entschieden und haben – so wie ihr – zwei Tageszeiten: Eine berufliche und eine private. In der privaten Phase teilen wir uns gern mit euch die anfallende Hausarbeit, die zu erledigenden Wege und die Zeit mit euch, mit den Kindern, mit den Freunden.

Doch wenn wir arbeiten, benötigen wir – genau wie ihr – Konzentration, unseren eigenen Schreibtisch, Freiräume für Gedanken und Kreativität und einen geregelten Ablauf. Schlimm genug, wenn wir uns selbst von Dingen wie Facebook, Telefonaten oder Kaffeeklatsch ablenken lassen. Aber wenn ihr ständig davon ausgeht, dass wir alle Zeit der Welt haben, die ihr Büroarbeiter nicht habt, dann macht es die Sache nicht einfacher. Deshalb: Bitte respektiert unsere Arbeitszeit als solche und hört auf, in uns den Ersatz für die euch fehlende Zeit zu sehen. Uns fehlt sie nämlich auch.

Autor: Katrin Haase
Foto: Unsplash, Christopher Johnson

Wie man sich als Freiberufler in Tschechien durchschlägt

Typisch Globalisierung: Da fährt man mit dem Rucksack in die Slowakei, schläft drei Nächte auf einer Couch, verknallt sich und bezieht gute acht Monate später eine gemeinsame Wohnung in Prag. Vorher großartig überlegt, wie der Hase auf dem tschechischen Arbeitsmarkt läuft, hat man natürlich nicht. Wie geht das eigentlich als Deutscher in Tschechien? Wie arbeitet man dort als Freier und integriert sich erfolgreich ins dortige Sozialsystem?

Antwort 1: Gar nicht. Man bleibt in Deutschland gemeldet, versichert und steuerpflichtig. Dadurch entstehende Probleme: Jemand muss den Briefträger für einen spielen, und sich ohne Job in Deutschland zu versichern geht eigentlich nur übers Arbeitsamt – oder die Selbständigkeit, und das wiederum heißt: es wird teuer. Zudem musst du dich um diese Dinge kümmern, während du ja eigentlich im Ausland ankommen willst. Meiner Erfahrung nach hält man diesen Split-Screen im Kopf nicht allzu lange aus, daher empfehle ich jedem die folgende Herangehensweise.

Antwort 2: Man meldet in Tschechien einen temporären Wohnsitz an. Als EU-Bürger brauchst du hierfür eine Bestätigung deines Vermieters, ein Passfoto, einen Personalausweis und musst krankenversichert sein. Auch ohne Job und aktuelle Krankenversicherung kannst du als Ausländer in Tschechien eine private Krankenversicherung abschließen, die etwa 40 Euro im Monat kostet (mit einer Mindestlaufzeit von sechs Monaten) und zwar nur Notfallbehandlungen abdeckt, aber dir Zugang in die unterschiedlichen sozialen Systeme gewährt. Denn ohne Versicherung kommst du auch nicht an den Gewerbeschein, den du für die Arbeit und das Rechnungstellen als Freier in Tschechien brauchst.

Richtig rund wird die Sache, wenn du dich als Gewerbetreibender in der tschechischen gesetzlichen Kranken- und Sozialversicherung anmeldest (ja, das geht), dann zahlst du bis zu einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro im Monat circa 160 Euro Kranken- und Sozialversicherung und bleibst steuerbefreit. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Steuerfreibetrag bei 8.000 Euro. Kleinunternehmer haben es in Tschechien daher deutlich leichter mit ihren Gewerbeeinnahmen auch über die Runden zu kommen. Ein weiteres Plus deiner Gewerbeanmeldung in Tschechien, die etwa 35 Euro kostet: Du musst dich nicht auf ein zentrales Gewerbe festlegen, sondern kannst bis zu 100 unterschiedliche Tätigkeiten angeben, mit denen du dein Brot verdienen möchtest. Eine tolle Möglichkeit, sich breit und je nach Konjunktur bestimmter Jobangebote aufzustellen und den verschiedenen Fähigkeiten und Interessen, die du für den Arbeitsmarkt mitbringst, nachzugehen.

Als Deutschmuttersprachler kommt man zum Beispiel in der Sommersaison gut an Jobs im Tourismus- und Bildungsbereich, während die zahlreichen deutschen Stiftungen in Prag eher im Frühjahr und Winter aktiv sind und Unterstützung gebrauchen können. Wie erfolgreich du hingegen Geld mit Artikeln oder Reportagen über Tschechien für deutsche Redaktionshäuser verdienen kannst, hängt stark davon ab, wie gut vernetzt du bereits vor deiner Auswanderung nach Tschechien warst. Denn das Land ist klein und das Interesse am Land nicht groß – trotz Prag als beliebtem Reiseziel der Deutschen. Um Texte zu verkaufen, die sich nicht schlagzeilenartig an den bekannten Klischees Prostitution, Chrystal Meth und einem durchgeknallten Präsidenten aufhalten, muss man schon wissen, wo die überschaubare Gruppe der Tschechien- und Osteuropafreunde sich informiert – und dafür auch noch Geld zu zahlen bereit ist.

Ein großer Abnehmer für journalistische Texte aus der Region ist das Netzwerk für Osteuropaberichterstattung, dessen Ziel es ist, vor allem politische und wirtschaftliche Themen in deutschsprachigen Medien unterzubringen. Kulturtexte hingegen schaffen den Sprung über die Grenze eher selten. Resonanzraum für aktuellere Themen bieten zwei stiftungsgeförderte deutschsprachige Wochenzeitungen mit Redaktionssitz in Prag, die Prager Zeitung und die Landeszeitung, die für circa 20 Cent pro Zeile auch Texte von Freien in deren Print- und Online-Ausgaben verarbeiten.

Solange die tschechischen Sprachkenntnisse noch auf Kneipenniveau dümpeln, lässt sich auch mit dem Korrekturlesen tschechisch-deutscher Übersetzungen etwas Geld verdienen, in der Regel für etwa vier Euro pro DIN A4-Seite. Der Notnagel für viele Einwanderer mit akademischer Ausbildung und die häufig profitabelste Einnahmequelle für einen Deutschen in Tschechien ist und bleibt allerdings der Fremdsprachenunterricht, es sei denn man verkauft seine Seele an eines der vielen internationalen Callcenter, die aufgrund der geringen Steuern und Lohnnebenkosten im Land wie Pilze aus dem Boden schießen.

Grundsätzlich verdient man in Tschechien zwar weniger als in Deutschland (in Prag noch am besten), dafür machen aber die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland nur etwa die Hälfte aus. Und auch wenn die Supermarktpreise in beiden Ländern fast identisch sind: In den meisten Prager Restaurants außerhalb des Stadtzentrums bekommt man in der Regel schon für vier Euro ein warmes Mittagessen auf den Teller. Also eine durchaus bezahlbare Alternative zum Einkauf beim Discounter. Mit 800 Euro im Monat solltest du, auch wenn die Hälfte davon für die Warmmiete deiner 35m² Hauptstadtwohnung draufgeht, bestens zurechtkommen. Falls du statt viel Miete zu zahlen erstmal ins Prager Leben eintauchen willst, gibt’s natürlich auch WG-Zimmer – oder die ein oder andere freie Couch.

Autor und Fotograf: Jörg Kösters

Der Autor ist gebürtiger Westfale und hat sich als studierter Journalist sechs Jahre in Tschechien durchgeschlagen. Seinen inzwischen etwas angestaubten Kultur-Blog findet ihr hier.

Hast du Erfahrung als Freiberufler im Ausland und möchtest darüber schreiben? Dann melde dich bei uns, wir suchen dich! mail@workinprocess.de

Angestellt und eigenes Business – geht das?

Wer selbst gründen möchte, steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Das fängt bei dem nötigen Kleingeld an und hört bei der nicht vorhanden Freizeit auf. Die meisten Gründer haben nicht von heute auf morgen ihr Business gestartet. Viel Zeit und Nerven kostet es, bis man von der eigenen Idee zum wirklichen Geschäftsmodell gelangt. Aber wie soll man am besten vorgehen? Job kündigen oder weniger Freizeit? Kredit ja oder nein? Wir wollen euch ein paar Tipps geben, um erfolgreich zu starten.

Gründen und Job. Aber wie?
Es ist soweit. Das Konzept steht, die Motivation ist da und ihr wollt sofort loslegen. Wäre da nicht noch der Job, die Freunde und die Familie. Was man braucht, ist Zeit und am besten ein wenig Geld. Natürlich gibt es die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen, vorausgesetzt ihr erfüllt die entsprechenden Voraussetzungen. Aber was ist, wenn die Unternehmung scheitert oder man merkt, dass das Unternehmen nicht rentabel ist? Dann wartet ein Berg von Schulden. Wer kein Kapital besitzt, aber trotzdem gründen möchte, sollte vielleicht doch in kleinen Schritten vorgehen, aber langfristig denken. Keine Firma ist von heute auf morgen entstanden.
Wer Job und eigenes Unternehmen verbinden möchte, braucht nicht nur eine gute Organisation, sondern auch einen langen Atem. Das ist nicht zu unterschätzen – aber auch nicht unmöglich.

Gutes Zeitmanagement
Es ist empfehlenswert, sich einen Arbeitsplan zu machen. Wann arbeitet man für seinen Job und wann für die eigene Firma? Wie bei einem normalen Job können feste Arbeitszeiten sehr gut sein, um eine Routine zu bekommen. Aber auch Pausen und Zeit für Erholung, sowie ausreichend Schlaf, dürfen nicht zu kurz kommen. Ein eigenes Business ist eine Entscheidung, die auch mit Konsequenz verfolgt werden sollte. Nur so kann sich auch Erfolg einstellen.

Teilzeit?
Gibt es eventuell die Möglichkeit, die Arbeit in dem Angestelltenverhältnis zu reduzieren? Bei vielen Start-Ups und Unternehmen gibt es dazu die Option. Wichtig ist, zu wissen, dass die Nebenbeschäftigung nicht die hauptberufliche Tätigkeit überschreiten sollte. Zudem sollte der Arbeitgeber (bei einer Angestelltentätigkeit) darüber informiert werden, dass eine Nebenbeschäftigung ausgeübt wird. Solltet ihr Freelancer sein, könnt ihr selbst abschätzen, wo ihr Abstriche machen könnt und wo nicht.
Wer weniger arbeitet, hat auch weniger Geld, aber mehr Zeit zur Verfügung. Wichtig ist es, genau zu wissen, wie viel Geld ihr zum Leben braucht und was ihr, wenn ihr weniger arbeitet, entbehren könnt.

Kundenstamm aufbauen
Um ein Netzwerk aufzubauen, braucht es viel Zeit. Wer sich kontinuierlich vernetzt, Messen und Vorträge besucht und Kooperationen eingeht, baut sich nach und nach einen großen Kundenstamm und viele Kontakte auf. Dieses Investment kann problemlos auch neben dem Job gepflegt und weiter ausgebaut werden. Wer weiß? Vielleicht ist sogar der jetztige Job ein Kooperationspartner für später.

Money, Money, Money
Wer nebenbei gründet, geht weniger finanzielle Risiken ein. Hierbei darf nicht unterschätzt werden, dass bei einer Gründung gerade am Anfang einige Kosten anfallen. Wer im Onlinesegment ein Unternehmen aufbaut, kann vieles online und kostengünstig abwickeln, aber dennoch sind Ausgaben vorprogrammiert. Ganz zu schweigen von der unbezahlten Arbeitszeit, die am Anfang investiert werden muss.

Welche Rechtsform?
Die Wahl der Rechtsform sollte genau überlegt sein. Einige wichtige Faktoren gibt es da zu berücksichtigen:
– Wie viele Gründer sind beteiligt?
– Gibt es Dritte, die an dem Unternehmen beteiligt sind?
– Wie sieht es mit Gesellschafterwechseln aus?
– Hafte ich mit meinem eigenen Privatvermögen oder mit dem Gesellschaftsvermögen?
– Wie sieht es mit Steuern aus?
– Brauche ich eine Mindesteinzahlung oder gibt es kein festes Kapital?
– Gibt es eine Publizitätspflicht?
– Wie tritt die Firma nach außen auf?

Versicherung und Co
Eine zusätzliche Sozialversicherungspflicht ist nicht nötig. Jedoch sollte die Krankenkasse über die zusätzliche Tätigkeit informiert werden, da diese Einnahmen bei der Beitragsberechnung ebenfalls berücksichtig werden.
Ab dem Zeitpunkt, an dem die nebenberufliche Selbstständigkeit überwiegt, kann der Status als Selbständiger beantragt werden. So entfallen dann die Beiträge für die Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Freizeit
Wer viel arbeitet, braucht auch Erholungsphasen. Empfehlenswert ist mindestens ein freier Tag pro Woche, an dem nur entspannt wird und am besten auch keine E-Mails gecheckt werden. Auch unter der Woche sollte es Zeiten geben, an dem der Computer ausgeschaltet wird und Telefonate und E-Mails tabu sind. Ein Burnout kostet mehr als ein freier Tag.

Lesetipps:
chapteronemag.com
fuer-gruender.de
Wie du ohne Erfahrung ein ortsunabhängiges Business startest

Autor: Elsa Loy

Homeoffice – 5 Tipps für mehr Produktivität

Zu Hause arbeiten: für viele eine Traumvorstellung. Gemütlich vom Bett zum Schreibtisch schlendern und die Arbeit im Handumdrehen erledigen. So oder so ähnlich stellen sich die meisten einen Homeoffice-Job vor. Aber meist sieht die Realität doch ein wenig anders aus. Die Gefahr der Ablenkung ist besonders hoch. Wir sind in unserem gewohnten Umfeld und werden schnell dazu verleitet, uns so zu verhalten, wie wir es vom privaten Alltag gewohnt sind. Da räumen wir vielleicht noch die Geschirrspülmaschine aus oder verbringen doch noch eine halbe Stunde länger im Bett. Die einzige Kontrolle, die wir haben, sind wir selbst. Wie schafft ihr es dennoch, einen produktiven Arbeitstag zu gestalten?

Wir haben ein paar wichtige Punkte für euch zusammengefasst.

To-do-Liste
Bevor ihr euren Arbeitstag startet, solltet ihr euch eine To-do-Liste aufschreiben. Die Aufgaben sollten hier nach Wichtigkeit und nach Dringlichkeit gestaffelt sein. Was muss so schnell wie möglich erledigt werden? Gibt es bestimmte Deadlines? Was kann ich später erledigen?

Eine solche Liste könnt ihr in einem Notizheft führen oder auch bestimmte Tools wie zum Beispiel Wunderlist oder Trello nutzen. Wenn es um die Verteilung der Aufgaben nach Wichtigkeit geht, kann die 1-3-5 Regel angewendet werden. Nach dieser Methode, ist zu empfehlen, die To-do-Liste in maximal drei Blöcke zu unterteilen. Ganz oben steht der wichtigste Punkt. Danach folgen drei Aufgaben, die an diesem Tag erledigt werden müssen. Am Ende der Liste stehen fünf weitere Aufgaben, die abgearbeitet werden können.

Schlabber-Look Ade
Wer zu Hause arbeitet, benötigt viel Disziplin. Wir müssen uns selbst kontrollieren und motivieren. Das geht am besten, wenn wir und so verhalten, als würden wir in unser Büro oder Studio gehen. Dazu gehört auch eine entsprechende Kleidung. Niemand geht schließlich im Schlafanzug nach draußen.

Geregelter Tagesablauf
Wer spät aufsteht und lange frühstückt, läuft Gefahr, wieder müde und träge zu werden. Daher ist es zu empfehlen, einen strukturierten Tagesablauf zu haben, in dem Pausen und Erholungsphasen festgelegt sind. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er am produktivsten arbeitet. Sind es kleine Pausen zwischendurch oder doch lieber eine lange Pause? Wichtig ist die Einhaltung dieser Regeln. Dieser Plan kann gut mit der To-do-Liste verbunden werden. So können am Morgen die ersten wichtigen Aufgaben erledigt werden. Nach der Mittagspause arbeitet ihr dann die weiteren Aufgaben ab.

Arbeit ist nicht privat
Private Unterhaltungen per Telefon oder auch Haushaltsaktivitäten sind tabu. Das private Handy kann während der Arbeitszeit aus- oder auf stumm geschaltet werden. Wer berufliche Anrufe oder Nachrichten erwartet, kann dann dementsprechend reagieren. Darüber hinaus ist das Kommunizieren mit Kollegen über das Telefon oder Dienste wie Skype ein guter Motivator, um selbst am Ball zu bleiben.

Feierabend ist Feierabend
Arbeit ist Arbeit, privat ist privat. Gerade wenn viel von zu Hause aus gearbeitet wird, besteht die Gefahr, einzelne Aufgaben mit in das Privatleben zu nehmen. Das ist kontraproduktiv und lässt die Grenzen verwischen. Deshalb gilt: Feierabend ist Feierabend!

Lesetipps:
karrierebibel.de/todo-listen
ze.tt/wie-du-am-besten-zu-hause-arbeiten-kannst

Autor: Elsa Loy