Mehrere Projekte parallel verfolgen oder Fokus auf ein Business-Modell?

Kolumne von Tim Chimoy

Darauf gibt es keine klare Antwort, denn die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab. Jeder hat andere Vorlieben, einen anderen Lebensstil, eine andere Empfindlichkeit, was Stress angeht. Und natürlich auch unterschiedlich ambitionierte Ziele.

In den letzten Jahren habe ich selbst immer wieder mehrere Baustellen parallel aufgerissen. Das liegt zum Einen daran, dass ich gerne neue Dinge ausprobiere. Zum Anderen fülle ich meine Freizeit wieder ruck-zuck mit neuen Projekten, sobald ich zu viel Leerlauf habe – weil mir genau das einfach viel Spaß macht.

Nachteile mehrere Projekte
Ich habe dabei aber auch die negativen Seiten des Jonglierens mit mehreren Projekten kennengelernt. Das größte Problem: Es wird schnell stressig und man hat durch das Springen von Projekt zu Projekt wenig Gelegenheit, im Kopf zur Ruhe zu kommen. Auch die Entscheidung, an welcher Baustelle die Arbeit gerade dringender ist, führt zu einem latent schlechten Gewissen, gerade etwas zu vernachlässigen.

Vorteile ein Projekt
Die Vorteile, sich einem einzigen Businessmodell zu widmen (so wie es in den Zeiten vor „Digital Business“ die Regel war) sind eindeutig. Neben weniger Unruhe („habe ich schon genug getan?“) ist wohl das wichtigste Argument, dass man einen laserscharfen Fokus auf eine Sache richten kann. Man kann zu einem „Profispieler“ in seinem Geschäftsbereich werden. Das ist beim Jonglieren mit mehreren Projekten schwierig. Fokus bietet einem die Chance, richtig zu wachsen.

Vorteile mehrere Projekte
Aber es gibt auch Vorteile für das Betreiben von mehreren Projekten. Man diversifiziert! Nicht nur bei der Geldanlage ist Diversifikation wichtig. Es macht Sinn, mehr als eine Einnahmequelle zu haben. So kommt schließlich weiterhin Geld herein, wenn ein Projekt einmal scheitert. Zudem kann man sich so ausprobieren, diverse Interessen ausleben.

Ich versuche mittlerweile, keine neuen Baustellen aufzureißen. Nicht zuletzt auch um häufiger einmal zur Ruhe zu kommen. Dabei habe ich zwei gut laufende Geschäftsmodelle, auf die ich mich voll fokussiere. Unsere Citizen Circle Community, sowie meine Arbeit als Architekt und Workspace Designer. Diese Dinge bekommen meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie ergänzen sich auch – und passen für mich unter einen Hut.

Und jetzt du! Wie gehst du mit dieser Frage um? Entscheidest du dich bewusst dafür, viele Projekte parallel zu verfolgen? Oder tust du es, aber wünscht dir eigentlich einen klareren Fokus? Vielleicht bist du auch auf ein Geschäftsmodell fokussiert, und kannst bestätigen, wie viel mehr Energie man dadurch aufbringen kann? Ich freue mich über deine Meinung.

Zuerst erschienen als Montagspost von Tim Chimoy vom Citizen Circle, einer Querdenker-Community, die Gründer dabei unterstützt, mit einem digitalen, ortsunabhängigen Businessmodell durchzustarten.

StartUpLife – das verflixte erste Jahr

Ein Statement vom WIP-Team.

Genau vor einem Jahr hat das Online-Magazin WORK IN PROCESS mit einer großen Launchparty die digitale Bühne betreten. Darum haben wir – das sind Katrin, Elsa und Anja – die Sommerpause genutzt, um das letzte Jahr WORK IN PROCESS Revue passieren zu lassen. Einiges haben wir da geschafft: tolle Menschen portraitiert, eine Jobbörse gelauncht und neue Autoren für uns gewonnen. Von einigen Dingen mussten wir uns allerdings auch verabschieden. Es gibt gute Gründe, warum Veranstaltungen über Fehlerkultur an Beliebtheit gewinnen. Niemand macht gerne Fehler, aber sie passieren trotzdem. Weil man zu viel zu schnell will, weil die Visionen schneller wachsen als der Tag 24 Stunden zum Umsetzen zur Verfügung hat. Wie sagt aber ein schönes Sprichwort? Es gibt keine Fehler, entweder du gewinnst oder du lernst. Wir haben viel gelernt und das Resultat bekommt ihr in ganz authentischer Weise hier.

Drei Gehirne, eine Vision

WORK IN PROCESS ist das Online-Magazin rund um die Arbeitswelt. Arbeit ist ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens. Was immer man sich zur Aufgabe macht, ist Teil der Selbstentfaltung – in der Maslow’schen Bedürfnispyramide die letzte Ebene. Zur Selbstentfaltung gehört Identifikation. Drei Gehirne, eine Vision: die authentische Darstellung heutiger Arbeitsmodelle sowie begleitende Informationen und Sichtweisen dazu. Das Team von WORK IN PROCESS besteht aus drei Frauen unterschiedlichster Richtungen: Katrin aus dem Bereich Journalismus und Musik, Elsa aus dem Bereich Kunst und Kommunikation und Anja aus dem Bereich Wirtschaft. Unsere Standorte sind Berlin und Leipzig; dank des World Wide Web sind wir aber mindestens im ganzen deutschsprachigen Raum zuhause. Alle haben nebenbei Verpflichtungen: als Angestellte, Selbstständige, Schauspielerin, Mutter und zu Guter Letzt immer den eigenen Ansprüchen an Qualität und Integrität in allen Lebenslagen. Nicht nur die Digitalisierung verändert den Arbeitsalltag, sondern auch neu definierte Bedürfnisse im täglichen Leben, gesellschaftliche Umbrüche, persönliche Entwicklungen. Wir möchten mit unserem Magazin einen digitalen Raum schaffen, in dem ihr neues Wissen und Eindrücke sammeln und austauschen könnt.

Ungefiltert und authentisch

Wir bieten mit den Portraits ungefilterte Einblicke in unterschiedlichste Arbeitsalltage von Selbstständigen, Machern mit eigenen Projekten, Angestellten, Kreativen und Künstlern – kurz gesagt: Menschen mit Visionen, die alle ein WORK IN PROCESS sind. Es entstehen so viele neue Berufsfunktionen und damit einhergehenden -bezeichnungen, dass ein fokussierter Blick auf den eigentlichen Inhalt Klarheit verschafft. Unterstützend dazu gibt es allerhand neue digitale Tools, die einem das Arbeiten erleichtern sollen: von Projektmanagementprogrammen bis hin zu diversen Kommunikationstools. Arbeit an sich wird zunehmend von einer Masse an Themen begleitet, die von Interesse sind: Arbeitszeit, Arbeitseinstieg, Umorientierung, Arbeitsinhalte, Einfluss auf die persönlichen Belange – die Liste ist endlos und der Informationsbedarf ebenso. Uns ist es ein tiefes Anliegen, werbefrei und fernab vom fanciness über all das zu berichten.

Sharing is Caring

Eine Frage des Geldes? Ja, die Frage nach dem Monetarisierungsmodell haben wir uns oft gestellt. Ein Online-Magazin ist mit Kosten verbunden. Um die Qualität zu wahren, unsere Fixkosten tragende Jobs zu rocken und euch unsere Texte und Recherchen zur Verfügung zu stellen, könnt Ihr uns bald und zukünftig gerne unterstützen – mittels des Spendenbuttons. Werbung könnten, aber wollen wir nicht schalten, die stört immer so beim konzentrierten Lesen. Zukünftig findet ihr uns auch schneller und besser bei der Google-Suche. Stichwort Fehlerkultur: Das vergleichende Lesen hatte nicht den gewünschten Mehrwert und Einbußen beim SEO-Ranking gekostet, darum verzichten wir nun darauf. Die Seite ist nun übersichtlicher zu lesen, und vergleichen könnt ihr trotzdem, indem ihr ein Portrait nach dem anderen lest. Wir freuen uns über jeden Rank, den unsere Seite bei Google nach oben klettert, genauso wie über neue Gastblogger und Portraitierte und natürlich über euch, die Besucher unserer Seite, egal ob mobil, am Tablet oder PC (außer, wenn ihr diesen verstaubten Internet Explorer nutzt: der spricht leider nicht fließend JavaScript).

Ganz im Sinne von Sharing is Caring ist jede/r LeserIn herzlich eingeladen, unsere Arbeit in dem Maße zu unterstützen, wie er/ sie will und kann: Teilen, Folgen, Liken, Spenden oder Mitmachen als Gastblogger.

Wir freuen uns jedenfalls aufs kommende Jahr mit euch!
Anja, Elsa und Katrin von WORK IN PROCESS

Mindset-Coach Julia Lakaemper: Wie berufliche Neuorientierung gelingen kann

Kann man seine Ziele im Job jederzeit neu definieren? Ist es irgendwann zu spät? Wie finde ich heraus, welcher Weg zu mir passt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Julia Lakaemper beruflich. Sie ist Mindset Coach und hilft ihren Kunden dabei, sich beruflich neu zu orientieren. Dabei spricht sie aus Erfahrung, denn sie selbst hat einen Karrierewechsel durchlebt: Ursprünglich war sie als Beraterin in einer Berliner PR-Agentur tätig. Ein sicheres Einkommen, nette Arbeitskollegen und Erfolg im Job erwiesen sich mit der Zeit nicht als das, wonach sie sich sehnte. Also beschloss sie im Alter von 33 Jahren einen Neuanfang zu wagen. Zunächst reiste sie drei Jahre um die Welt und entschloss sich, danach eine Ausbildung zum zertifizierten Coach zu machen. Wir haben Julia zum Thema berufliche Neuorientierung interviewt und spannende Einsichten gewonnen.

Welchen Hinweis kannst du jedem zur beruflichen Neuorientierung mit auf den Weg geben?
Oha, da gibt es so einige. Zuerst würde ich analysieren, warum der- oder diejenige sich überhaupt beruflich umorientieren will. Vielleicht bist du in der falschen Unternehmenskultur gelandet und fühlst dich dort unwohl oder du wünschst dir einen Job mit mehr Sinn. Andere brauchen einfach mal eine längere Pause oder wollen sich einen flexibleren Lebensstil aufbauen, der besser zu ihren privaten Wünschen passt. Für viele meiner Kunden ist es gar nicht so leicht, alleine herauszufinden, was genau sie wollen – und warum. Die meisten sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht und trauen sich nicht, größer zu denken und mal wild zu träumen. Wir haben alle blinde Flecken, das ist ganz normal. Um die zu identifizieren, fragen viele ihre engsten Freunde und ihre Familie um Rat; das sind aber nicht unbedingt die qualifiziertesten und neutralsten Berater. Andere glauben, dass sie ihr Leben radikal umwerfen und sofort alles anders machen müssen und dann erst gar nicht anfangen, dabei haben kleine, konsequent umgesetzte Veränderungen massive Vorteile. Vor allem würde ich jedem den Tipp geben: Frag dich, wie du deine Tage verbringen würdest, wenn du kein Geld verdienen müsstest. Das funktioniert zum Beispiel ganz einfach mit der 12-Millionen-Frage.

Woran scheitern die Meisten?
Viele machen den Fehler, sich nicht die Zeit zu nehmen, um herauszufinden, wie sie wirklich leben und arbeiten wollen – und vor allem: warum. Das zu wissen ist mehr als die halbe Miete und sorgt dafür, dass du die Weichen für ein zufriedenes Leben langfristig und nachhaltig ausrichtest. Außerdem vergessen viele oft die Persönlichkeitsentwicklung, die neben der fachlichen Ausbildung wichtig ist. Wenn du nicht mit dem richtigen Mindset, mit der passenden Haltung, in größere Veränderungsprozesse einsteigst, können dich die ersten Hürden und Widerstände schnell umwerfen und entmutigen. Du brauchst eine tiefe Kraft und Motivation, die dich durch die eine oder andere Herausforderung oder Krise trägt. Es ist wichtig, eine klare Vision vor Augen zu haben und diese immer wieder der eigenen fachlichen und persönlichen Entwicklung anzupassen. Erstaunlich viele denken lieber daran, einen sicheren Job zu finden und eine Branche zu wählen, in der sie möglichst schnell möglichst viel Geld verdienen. Meiner Meinung nach ist der sicherste Job meistens der, der dir Spaß macht und gut zu dir und deinen Talenten passt.

Ab wann kann man den Sprung in die Selbstständigkeit wagen?
Einen perfekten Zeitpunkt gibt es meiner Meinung nach nicht. Meistens ist es der Zeitpunkt, an dem du dich ein bisschen bereit, aber eigentlich noch nicht ganz bereit fühlst. Vorher solltest du dir gut überlegen, mit welcher Positionierung du dich selbstständig machen willst, und auch hier: warum. Was stört dich am angestellt sein? Wie risikobereit bist du: Lähmt es dich, die Miete für den nächsten Monat noch nicht zusammen zu haben oder motiviert es dich, dann erst recht Gas zu geben? Wie wohl fühlst du dich dabei, dich selbst und deine Arbeit zu vermarkten? Ich würde klären, welche Form der Selbstständigkeit du wählen willst, welche Kosten du auf jeden Fall monatlich decken musst und wie du unterschiedliche Einkommensquellen ausfindig machst. Hast du sechs Monate Rücklagen auf dem Konto, die dich finanzieren, falls alles schief geht, ein Netzwerk voller potenzieller Kunden oder bekommst du alternativ einen Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit? Das sind alles wichtige Fragen, die du vor deinem Sprung in die Selbstständigkeit klären solltest. Wenn du gerne an den Wochenenden frei hast, jeden Tag um Punkt 17 Uhr Feierabend machen und mindestens 30 Tage im Jahr im bezahlen Urlaub verbringen willst, ist eine Selbstständigkeit wahrscheinlich eher nichts für dich – vor allem in den ersten Monaten (oder sogar Jahren) heißt es: Ranklotzen.

Kann wirklich jeder jede Idee umsetzen? Rätst du manchen Menschen auch von ihren Ideen ab, wenn du ehrlich nicht daran glaubst?
In meinen Coachings geht es eher noch um die Schritte davor: Um die Motivation, warum jemand sich selbstständig machen will, welche Ideen grundsätzlich infrage kommen, auf Basis der individuellen Interessen, Werte, Talente und Stärken. Eine klassische Existenzgründungsberatung mache ich nicht und bin auch kein “Business Angel“, da würde ich an andere Experten verweisen. Grundsätzlich würde ich sagen: Es kommt nicht nur auf eine gute Idee, sondern vor allem auf die Umsetzung an. Wenn du in der Kreation und im Netzwerken talentiert bist, such dir jemanden als Business-Partner, der in der Strategie und der Umsetzung stark ist.

Sind heutzutage viele Menschen beruflich unglücklich und wenn ja, warum?
Aus meiner Perspektive stimmt der Eindruck schon, ich hab ja sehr viele Kunden, die beruflich unzufrieden sind. Einerseits hat sich die Arbeitswelt stark verändert, andererseits gibt es meines Wissens nach in den Schulen weiterhin wenig Zeit und Unterstützung für die individuelle Berufsfindung. Durch die Globalisierung und die verschulte akademische Ausbildung taumeln dann viele engagiert die Karriereleitern hinauf, ohne genau zu wissen, warum sie das eigentlich machen. Andere unterfordern sich, weil sie sich das, was sie eigentlich machen wollen, nicht zutrauen. Das kann früher oder später zu Frustrationen führen. Andere glauben, dass ein bestimmtes Gehalt oder ein beruflicher Status zur Erfüllung führt. Das stimmt ja auch nur bedingt. Meiner Beobachtung nach hinterfragen viele erst sehr viel später, was sie da die letzten Jahre eigentlich gemacht haben und ob sie so weiterleben wollen. Die “berufliche Selbstfindung”, die durch diese Frustration in Gang gesetzt wird, holen viele in ihren 30ern nach. Sie machen sich dann auf, sich ein selbstbestimmtes Leben aktiv zu gestalten, das besser zu ihnen passt – beruflich wie privat. Die Jahre zuvor sind oft ein wichtiger Umweg und in der Regel keine vertane Zeit. Es gibt immer gute Gründe, warum wir uns dafür entschieden haben.

Ist Erfolg Einstellung oder Glück?
Ich glaube, für Erfolg braucht es eine klare Vision, Risikobereitschaft, Durchhaltevermögen, ein starkes Netzwerk und eine Prise Glück. Vor allem ist es wichtig, dass jeder für sich persönlich definiert, was Erfolg überhaupt bedeutet. Sind das Millionen auf dem Konto? Lieber ein Häuschen auf dem Land oder das dicke Auto vor der Tür? Bist du erfolgreich, sobald dich deine Arbeit erfüllt? In diesem Sinne ist Erfolg für mich Einstellung: Wenn du dein Leben aktiv so gestaltest, wie du es auch wirklich leben willst, bist du in meinen Augen erfolgreich.

Tipp der Redaktion: Julia Lakaemper bietet auch kostenlose Strategiegespräche an, die unter diesem Link gebucht werden können.

Interview: Elsa Loy

Das sagen Experten: Tipps für eine erfolgreiche Selbstständigkeit

Das eigene Unternehmen oder die berufliche Selbstständigkeit zu verwirklichen klingt im ersten Moment sehr attraktiv. Den Meisten ist jedoch nicht bewusst, wie viel Arbeit sich hinter einer erfolgreichen Selbstständigkeit verbirgt. Wer bereits einmal den Versuch gewagt hat, etwas eigenes auf die Beine zu stellen, weiß, wovon hier die Rede ist. Gerade am Anfang kommt es nicht nur auf die richtige Motivation, sondern vor allem auf die passende Strategie, ein zuverlässiges Team und enorm viel Durchhaltevermögen an. Nur selten setzt der Erfolg über Nacht ein. Oft steckt hinter einer erfolgreichen Unternehmung eine langfristige Strategie und viele unbezahlte Stunden an Arbeit. Das soll niemanden abhalten, seine eigenen Ideen umzusetzen, jedoch ist die richtige Vorbereitung und eine realistische Einschätzung der Lage hierfür unerlässlich. Wir haben bei ein paar Experten diesbezüglich genauer nachgefragt und spannende Antworten erhalten.


Sabine Hockling, freie Jounalistin und Bloggerin

Website: diechefin.net

Sabine Hockling, freie Jounalistin und Bloggerin
Sabine Hockling, freie Jounalistin und Bloggerin

„Ich kann jeder gründungsinteressierten Frau raten, durchzuhalten und nicht gleich bei ersten Rückschlägen an der Idee zu zweifeln. Bei uns wurde es zum Beispiel nach fünf Jahren leichter. Wir mussten unsere Leistungen nicht mehr erklären, sondern überzeugten durch die Qualität unserer Formate. Allerdings sollte man sich auch darauf einstellen, dass man viel Zeit und Geld investieren muss. Finanzielle Schwankungen gehören gerade am Anfang dazu – und die muss man auffangen und vor allem auch aushalten können. Und man sollte immer ehrlich zu sich selbst sein und zu seinen Schwächen stehen. Denn nur so entwickelt man sich weiter.“

Tanja Lenke, Business Consultant, Gründercoach und Mentorin
Website: tanjalenke.de

„Der größte Erfolgsfaktor sind wir selbst. Wer das richtige Mindset für die Selbstständigkeit mitbringt, der ist schon erfolgreicher als viele andere. Die Selbstständigkeit ist wie eine Achterbahnfahrt. Es gibt Zeiten, da läuft alles super, aber auch Zeiten, in denen es nicht so gut läuft. Wer sich Ziele setzt, sie konsequent verfolgt, viel testet und optimiert, der wird auch Erfolg haben“


Kevin Pflock, Günder des Online-Magazins Junge Gründer

Website: junge-gruender.de

Kevin Pflock, Günder des Online-Magazins Junge Gründer
Kevin Pflock, Günder des Online-Magazins Junge Gründer

„Solange er dich bezahlen soll, hat der Kunde immer Recht.“ Dieser Satz hat mich in den letzten fünf Jahren meiner Selbstständigkeit sehr geprägt. Egal, ob du ein physisches Produkt, Content auf einer Webseite oder eine Dienstleistung vertreibst: Orientiere dich immer an den Bedürfnissen deiner Kunden und potentiellen Kunden, die ihren Bedarf decken wollen und dein Unternehmen finanzieren sollen. Wie du herausfindest, was deine Kunden wollen? Frage sie direkt und bitte um ihre Meinung. Auch kannst du schauen, wie andere Unternehmen in deiner Branche ihre Produkte oder Dienstleistungen gestalten und wie diese angenommen werden.“

Jana Zieseniß, Mitgründerin von Chapter One Mag
Website: chapteronemag.com

 Jana Zieseniß, Mitgründerin von Chapter One Mag
Jana Zieseniß, Mitgründerin von Chapter One Mag

„Mit der Selbstständigkeit verhält es sich wie mit der neuen Kurzhaarfrisur – haben wir uns erst einmal dafür entschieden, würden wir am liebsten gestern schon auf dem Friseurstuhl sitzen. Doch die meisten Businessmodelle benötigen einfach Zeit, um zu reifen. Nur die wenigsten Menschen verdienen von heute auf morgen mit ihrer Selbstständigkeit so viel Geld, dass sie direkt davon Leben und all ihre Ausgaben decken können. Die ideale Lösung: Nebenbei Gründen. Die Vorteile: Man hat kein/kaum Risiko, da man über das Angestelltenverhältnis weiterhin normal versichert und finanziell versorgt ist. Man kann so ohne Risiko herausfinden, ob die Selbstständigkeit überhaupt etwas für einen ist, ohne hinterher ohne Job dazustehen. Und man kann sich schonmal an das hohe Arbeitspensum gewöhnen, das in der Selbstständigkeit auf einen wartet. Denn wer für eine gewisse Zeit zwei Jobs (also eigenes Business und normaler Job) auf einmal machen kann, der schafft auch später nur die Selbstständigkeit allein. Es gibt also neben der Arbeitsbelastung eigentlich keinen Grund, es mit dem eigenen Business nicht erst einmal nebenbei zu probieren.“

Autor: Elsa Loy
Fotos: Tanja Lenke: Alexander Klebe, privat
Titelbild: Crew/Unsplash

4 Basics zu History Marketing, Unternehmensgeschichte und Corporate Identity

Wer bei dem Begriff „History Marketing“ an die Unternehmenschronik denkt, die er beim letzten Firmenjubiläum in den Händen gehalten hat, liegt gar nicht so falsch – aber auch nicht wirklich richtig. Denn History Marketing ist viel mehr, als eine Aneinanderreihung von Zahlen (und Bildern).

Was kann die Unternehmensgeschichte leisten?

Die Unternehmensgeschichte ist eine wichtige Ressource, die verstärkt seit den 1990er Jahren von Unternehmen marktorientiert – unter dem Sammelbegriff „History Marketing“ – genutzt wird. Sie gibt Einblicke in die Vergangenheit einer Firma und kann – gut archiviert und gepflegt – als „Schatzkammer“ bezeichnet werden, aus der von Zeit zu Zeit kleine Episoden, Geschichten und Fakten entnommen werden können, um die Identität, Glaubwürdigkeit und Traditionen eines Unternehmens zu stärken und zu präsentieren.
Dabei kann die Unternehmensgeschichte nicht nur in der Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch in der internen Kommunikation eingesetzt werden. Sowohl Kunden als auch Mitarbeiter kann die Unternehmensgeschichte (angemessen und ansprechend aufgearbeitet und kommuniziert) an bestimmte Marken und Produkte binden.

Wie kann die Firmengeschichte die Identität eines Unternehmens beeinflussen?

Jede erfolgreiche Marke braucht eine grundlegende Bedeutung, einen individuellen Wert oder besser gesagt: eine Unternehmensidentität. Die Unternehmensgeschichte ist gerade zu dafür geschaffen, die passende DNA dafür zu liefern. Dafür müssen nur ein paar Fragen an die eigene Vergangenheit gestellt werden (z. Bsp. zur Firmengründung, zu den Mitarbeitern, zu Zäsuren und Brüchen in der Firmengeschichte etc.) und heraus kommt eine einzigartige Unternehmensidentität – übrigens heute das wirklich einzige individuelle Merkmal, welches nicht durch ein anderes Unternehmen kopiert werden kann.

Für wen ist History Marketing geeignet?

Für alle! Derzeit nehmen besonders Traditionsunternehmen das Geschichtsmarketing in Anspruch. Sie haben meist eine längere Betriebsgeschichte und können somit auch viele Geschichte(n) schreiben und erzählen.
Aber auch Gründer sollten sich Gedanken über ihre Unternehmensidentität machen und sich fragen, ob sie sich nicht in eine bestimmte Tradition stellen wollen. Gibt es Vorbilder? Oder will man es besser machen als andere Unternehmen? Hat ein neues Unternehmen aus der Geschichte anderer Unternehmen „gelernt“ und will sich nun bewusst von branchenüblichen Traditionen abkehren? History Marketing ist auch hier einsetzbar.

Wer macht History Marketing?

Einige Dienstleistungen, z. Bsp. das Erstellen einer Betriebschronik oder kleinere Abhandlungen zur Firmengeschichte, werden von diversen Marketing-Firmen zusätzlich zur herkömmlichen Beratung angeboten. Ganzheitliches (intern und extern) und vor allem fachgerechtes History Marketing sollte aber einem/er Historiker/in überlassen werden. Denn der Umgang mit Geschichte beinhaltet den Umgang mit Lebensgeschichten und bedeutungsvollen Entscheidungen, die immer in einem historischen Zusammenhang stehen. Diese Kontextualisierung überlässt man besser einem Spezialisten mit geschichtswissenschaftlichem Hintergrund. Denn eines sollte beim History Marketing niemals vergessen werden: Auch mit der Unternehmensgeschichte wird – im wahrsten Sinne des Wortes – Geschichte geschrieben.

Marina Ahne ist freischaffende Historikerin und berät Unternehmen in allen Fragen rund um die Unternehmensgeschichte, insbesondere History Marketing und Corporate Identity.
Website: history-marketing.org

Autor: Marina Ahne
Foto: Joshua Ness/Unsplash

Crowdfunding – Wie sammle ich Geld im Internet und mache auch noch PR dabei?

Ihr habt eine Business-Idee, aber kein Geld? Dann ist es Zeit, sich über Crowdfunding schlau zu machen. Diese mittlerweile nicht mehr ganz so neue Möglichkeit der Finanzierung wird auch in Deutschland immer beliebter und verhalf bereits zigtausenden tollen Projekten von der Idee zur Umsetzung: Vom eigenen Buch zur frisch gepressten Platte, vom Ladenprojekt zum Öko-Bauernhof, vom gemeinnützigen Verein zum Start-Up wäre vieles ohne Crowdfunding nicht entstanden. Aus Neugier besuchte ich deshalb im Februar einen Crowdfunding-Workshop im Leipziger Basislager und möchte hier das Erlernte mit euch teilen.

Erste Frage: Welche Plattform passt?
Um Crowdfunding durchzuführen, also im Internet finanzielle Unterstützer für seine Projektidee zu finden, braucht es erst einmal eine Plattform, um die so genannte Kampagne durchzuführen. Diese Plattformen bieten technische Lösungen und eine Internetpräsenz, um die eigene Idee zu bewerben. Darüber hinaus gibt es große Unterschiede: Einige Anbieter betreuen euch von A bis Z bei der Gestaltung und Durchführung der Kampagne und verlangen dafür hohe Gebühren. Andere bieten nur die technische Lösung und keinerlei Service, sind dafür aber günstiger. Auch die Zielgruppe, die typischerweise auf der Plattform angesprochen wird, unterscheidet sich. Damit ihr euch für euer Projekt für die richtige Plattform entscheidet, solltet ihr euch also zwei Fragen stellen:
1) Welche Zielgruppe möchte ich ansprechen?
2) Welche Ausrichtung habe ich dabei?

Welche Unterstützergruppen gibt es?
– Die Emotionalen, also Freunde, Familie und das eigene Umfeld, wollen vor allem Infos erhalten, sich an das Produkt oder die Idee binden und sich für euch und eure Idee engagieren. Die Gegenleistung spielt eine untergeordnete Rolle.
– Die Entertainment-Shopper suchen ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis mit Kick und erwarten demnach eine Gegenleistung für ihr Geld. Eine große Rolle dabei spielt die soziale Reputation und der Spannungsmoment.
– Die dritte Gruppe hat keinen besonderen Namen und ist unberechenbar. Diese Nutzer unterstützen ein Projekt dann, wenn die Kampagne bereits erfolgreich war und spenden trotzdem Geld. Mit dieser Gruppe ist nicht fest zu rechnen und sie ist nicht gezielt ansprechbar. Sie ist sozusagen die große Unbekannte.

Kredite, Spenden, Gegenleistung?
Es gibt verschiedene Arten des Crowdfundings, auch danach unterscheiden sich die Plattformen sehr. Entweder sammelt ihr Kredite, Spenden, Beteiligungen oder bekommt Geld für eine Gegenleistung. Die bekannteste und ansprechendste Form ist die der Gegenleistung. Ihr solltet euch also überlegen, was ihr euren Unterstützern bieten könnt. Das hängt völlig von der Idee ab, aber ein paar Anregungen könnten sein: Sticker, exklusive Produkte, Kostproben, Überraschungspakete etc. Dabei sollten immer sowohl Leistungen gegen einen Kleinbetrag wie fünf Euro angeboten werden, aber auch exklusive Pakete sind wichtig, die nur in geringer Zahl, dafür aber gerne auch teuer verkauft werden können. Die Unterstützer lieben die Auswahl!

Nicht nur Geld, sondern auch PR
Crowdfunding ist nicht nur ein Finanzierungsinstrument, sondern auch ein Proof of Concept, Öffentlichkeitsarbeit, eine Netzwerk-Möglichkeit, mit der Geschäftskontakte entstehen, ein Stresstest und ein gutes Werkzeug der Kundenbindung. Denn selbst wenn das vereinbarte finanzielle Ziel nicht erreicht wurde, kann ein Projekt durch die Crowdfunding-Kampagne manchmal trotzdem realisiert werden, weil euch Interessierte beispielsweise anders unterstützen, indem sie Geschäftspartner werden, euch mit den richtigen Leuten vermitteln oder praktische Hilfe anbieten. Die Kampagne wird auf sozialen Netzwerken gestreut und von Unterstützern an Freunde versendet, daher ist die PR, die euer Projekt dadurch erhält, nicht zu unterschätzen. So manche Crowdfunding-Kampagne hatte vor allem Öffentlichkeitsarbeit, nicht Finanzierung zum Ziel.

Wie lang?
Auch wenn es nicht nur um die Finanzierung, sondern auch um PR geht, sollte die Dauer der Kampagne nicht überstrapaziert werden, sonst bleiben die Interessierten nicht am Ball. Daher ist die Kampagnendauer auf eine Laufzeit von 1 bis 55 Tagen zu beschränken. Währenddessen ist die Arbeit nicht getan: Die Spender stellen Fragen, die ihr schnell beantworten solltet, und wollen immer wieder durch Informationen und Aktionen „bespaßt“ werden, denn sie wollen sich mit eurem Projekt identifizieren können.

Kosten
Wieviel kostet es nun, ein Crowdfunding durchzuführen? Diese Frage muss von Plattform zu Plattform unterschiedlich beantwortet werden. Dabei ist wie gesagt nicht nur der Preis, sondern auch die Leistung und Zielgruppe zu vergleichen. Hier habe ich euch eine kleine Liste der bekanntesten klassischen Plattformen zusammengestellt. Allen ist gemein, dass eine Anmeldung kostenfrei ist und bei einer nicht erfolgreichen Kampagne keine Kosten entstehen – die Spender erhalten ihr Geld zurück und ihr tragt keine Kosten. Allerdings nimmt auch nicht jede Plattform jedes Projekt an, zuerst wird geprüft, ob das Fundingziel realistisch ist. Ist eine Kampagne erfolgreich verlaufen, werden Transaktionsgebühren und eine Provision erhoben, die gleich von der gesammelten Summe abgezogen werden.

Indiegogo
Gebühren: 5 Prozent vom erreichten Fundingziel
Zahlungsabwicklung: 3 Prozent plus 30 Cent pro Transaktion

Kalemdo
Gebühren: 4 Prozent
Provision: 6 Prozent

Kickstarter
Gebühren: 5 Prozent
Zahlungsabwicklung: zwischen 3 und 5 Prozent

KissKissBankBank
Gebühren plus Zahlungsabwicklung: 3 Prozent

VisionBakery
Gebühren: 10 Prozent
Zahlungsabwicklung: 1,9 Prozent

WeMakeIt
Gebühren und Zahlungsabwicklung: 10 Prozent (6% Service- und 4% Transaktionsgebühren)

YouCanToo
Gebühren: Social 3 Prozent, Creative 5 Prozent, Business 8 Prozent
Zahlungsabwicklung: 1,9 Prozent plus 0.35 Cent pro Transaktion

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Plattformen, die sich einem bestimmten Themengebiet widmen:
Journalismus: Correct!v, Steady
Musik: ADDACT, Gigflip, Musicstarter, Crowdfans
Sport: FairPlaid, KickerCrowd, Monaco Funding, I believe in you
StartUps: Funders, fundraizer
Umwelt: Ecocrowd, Oneplanetcrowd
Wissenschaft: Sciencestarter
… und viele weitere…

Und jetzt los, viel Erfolg beim Crowdfunding!

Autor: Katrin Haase
Foto: Fabian Blank / Unsplash

Nebenberuflich eine NGO gründen? Ja, das geht!

Schon immer hatte ich einen recht ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Zu Schulzeiten hat es mich beispielsweise gestört, wenn die Notenvergabe bei mündlichen Prüfungen zum Teil willkürlich erfolgte oder wenn Klausuren in Parallelklassen unterschiedlich schwierig waren. Schließlich sollte die Note die jeweilige Leistung des einzelnen Schülers widerspiegeln, und dies war nicht immer der Fall.
So subjektiv das Gerechtigkeitsempfinden auch sein mag, mich ließ nie das Gefühl los, dass in unserer Gesellschaft Leistung allzu oft nicht das entscheidende Erfolgskriterium darstellt. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Herkunft eines Menschen einen großen Einfluss auf seine Lebenschancen hat. Selbst aus einem sozial schwachen Umfeld stammend, habe ich irgendwann, nach Ausbildung, Studium und mitten im Berufsleben, beschlossen, aktiv zu werden.
Eine Dialog-Plattform sollte es werden, die Politiker, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Eltern zusammenbringt, um gemeinsam Lösungen für gleiche Bildungschancen zu erarbeiten. Doch wie fängt man an, wenn man einen Job hat, den man mag und nicht aufgeben will, und ein Gründungszuschuss gerade für ein Non-Profit nur mit sehr viel Mühe zu bekommen ist? Hier ein paar Tipps:

1) Seid selbst zu 150 % von eurem Ziel überzeugt

Gerade NGOs leben von einer starken Idee und Gründern, die etwas verändern wollen. Wenn ihr nicht selbst leidenschaftlich dahinter steht, besteht die Gefahr, dass ihr schnell aufgeben werdet, oder andere nicht von der Bedeutung der Veränderung überzeugen könnt.

2) Legt einfach los
Überlegt einen Arbeitsnamen, sichert eine Domain, und erarbeitet ein erstes Konzept. Ja, gerne in dieser Reihenfolge. Wenn ein Name und eine Domain vorhanden sind, wird es euch Auftrieb geben, am Konzept zu feilen.

3) Stellt das Roh-Konzept möglichst vielen Leuten vor

Hierbei ist es wichtig, dass ihr Feedback einholt, sowohl von Menschen, die sich mit dem Thema auskennen, als auch von Fachfremden. So kommt ihr selbst auf neue Ideen und werdet mit jedem Pitch immer überzeugender.

4) Legt etwas Kapital für das Projekt zur Seite
Dies kann ein niedriger vierstelliger Betrag sein. Kosten für Domain, Logo, Notar, Steuerberater und Versicherungen fallen so ziemlich sofort an. Wenn ihr das Geld selbst aufbringen könnt (und dies gerne tut), seid ihr unabhängig vom Wohlwollen externer Geldgeber.

5) Entscheidet euch für eine Rechtsform und sucht einen guten Notar
Informiert euch bei Gründern von ähnlichen Projekten, welche Rechtsform diese gewählt haben (z. B. gUG oder Verein). Lasst euch einen guten Notar empfehlen, der möglichst Erfahrung mit gemeinnützigen Unternehmungen besitzt, und besprecht mit ihm alle weiteren rechtlichen Schritte.

6) Sucht Gleichgesinnte
Ob Ko-Gründer oder ein Team in der Aufbauphase: Wenn man schnell durchstarten will, ist es viel einfacher, dies mit einem Team zu machen. Überlegt, wo ihr Leute findet, die sich auch für das Thema interessieren, und sprecht sie an.

7) Habt das Ziel vor Augen!
Gerade, wenn man durch den Job nur begrenzte zeitliche Ressourcen für das Projekt aufwenden kann, ist es umso wichtiger, diese ergebnisorientiert einzusetzen. Lasst euch nicht mit unwichtigen Kleinigkeiten oder von Rückschlägen aufhalten, die auf das Gesamtergebnis keinen Einfluss haben. Überlegt bei jedem Zwischenschritt, ob er euch näher zum Ziel bringt.

Kann das funktionieren? Auf jeden Fall!

Seit der Gründung von Netzwerk Chancen letztes Jahr ist unser ehrenamtliches Team auf neun Personen gewachsen. Weil wir beständig an unserem Ziel arbeiten, setzen wir mit Netzwerk Chancen neben unseren hauptamtlichen Jobs drei Veranstaltungen pro Quartal um. Das großartige Feedback unserer Teilnehmer ist uns dabei Ansporn, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen und für #ChancenFuerAlle zu kämpfen.

Autor: Natalya Nepomnyashcha
Foto: Holger Boening

Angestellt und eigenes Business – geht das?

Wer selbst gründen möchte, steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Das fängt bei dem nötigen Kleingeld an und hört bei der nicht vorhanden Freizeit auf. Die meisten Gründer haben nicht von heute auf morgen ihr Business gestartet. Viel Zeit und Nerven kostet es, bis man von der eigenen Idee zum wirklichen Geschäftsmodell gelangt. Aber wie soll man am besten vorgehen? Job kündigen oder weniger Freizeit? Kredit ja oder nein? Wir wollen euch ein paar Tipps geben, um erfolgreich zu starten.

Gründen und Job. Aber wie?
Es ist soweit. Das Konzept steht, die Motivation ist da und ihr wollt sofort loslegen. Wäre da nicht noch der Job, die Freunde und die Familie. Was man braucht, ist Zeit und am besten ein wenig Geld. Natürlich gibt es die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen, vorausgesetzt ihr erfüllt die entsprechenden Voraussetzungen. Aber was ist, wenn die Unternehmung scheitert oder man merkt, dass das Unternehmen nicht rentabel ist? Dann wartet ein Berg von Schulden. Wer kein Kapital besitzt, aber trotzdem gründen möchte, sollte vielleicht doch in kleinen Schritten vorgehen, aber langfristig denken. Keine Firma ist von heute auf morgen entstanden.
Wer Job und eigenes Unternehmen verbinden möchte, braucht nicht nur eine gute Organisation, sondern auch einen langen Atem. Das ist nicht zu unterschätzen – aber auch nicht unmöglich.

Gutes Zeitmanagement
Es ist empfehlenswert, sich einen Arbeitsplan zu machen. Wann arbeitet man für seinen Job und wann für die eigene Firma? Wie bei einem normalen Job können feste Arbeitszeiten sehr gut sein, um eine Routine zu bekommen. Aber auch Pausen und Zeit für Erholung, sowie ausreichend Schlaf, dürfen nicht zu kurz kommen. Ein eigenes Business ist eine Entscheidung, die auch mit Konsequenz verfolgt werden sollte. Nur so kann sich auch Erfolg einstellen.

Teilzeit?
Gibt es eventuell die Möglichkeit, die Arbeit in dem Angestelltenverhältnis zu reduzieren? Bei vielen Start-Ups und Unternehmen gibt es dazu die Option. Wichtig ist, zu wissen, dass die Nebenbeschäftigung nicht die hauptberufliche Tätigkeit überschreiten sollte. Zudem sollte der Arbeitgeber (bei einer Angestelltentätigkeit) darüber informiert werden, dass eine Nebenbeschäftigung ausgeübt wird. Solltet ihr Freelancer sein, könnt ihr selbst abschätzen, wo ihr Abstriche machen könnt und wo nicht.
Wer weniger arbeitet, hat auch weniger Geld, aber mehr Zeit zur Verfügung. Wichtig ist es, genau zu wissen, wie viel Geld ihr zum Leben braucht und was ihr, wenn ihr weniger arbeitet, entbehren könnt.

Kundenstamm aufbauen
Um ein Netzwerk aufzubauen, braucht es viel Zeit. Wer sich kontinuierlich vernetzt, Messen und Vorträge besucht und Kooperationen eingeht, baut sich nach und nach einen großen Kundenstamm und viele Kontakte auf. Dieses Investment kann problemlos auch neben dem Job gepflegt und weiter ausgebaut werden. Wer weiß? Vielleicht ist sogar der jetztige Job ein Kooperationspartner für später.

Money, Money, Money
Wer nebenbei gründet, geht weniger finanzielle Risiken ein. Hierbei darf nicht unterschätzt werden, dass bei einer Gründung gerade am Anfang einige Kosten anfallen. Wer im Onlinesegment ein Unternehmen aufbaut, kann vieles online und kostengünstig abwickeln, aber dennoch sind Ausgaben vorprogrammiert. Ganz zu schweigen von der unbezahlten Arbeitszeit, die am Anfang investiert werden muss.

Welche Rechtsform?
Die Wahl der Rechtsform sollte genau überlegt sein. Einige wichtige Faktoren gibt es da zu berücksichtigen:
– Wie viele Gründer sind beteiligt?
– Gibt es Dritte, die an dem Unternehmen beteiligt sind?
– Wie sieht es mit Gesellschafterwechseln aus?
– Hafte ich mit meinem eigenen Privatvermögen oder mit dem Gesellschaftsvermögen?
– Wie sieht es mit Steuern aus?
– Brauche ich eine Mindesteinzahlung oder gibt es kein festes Kapital?
– Gibt es eine Publizitätspflicht?
– Wie tritt die Firma nach außen auf?

Versicherung und Co
Eine zusätzliche Sozialversicherungspflicht ist nicht nötig. Jedoch sollte die Krankenkasse über die zusätzliche Tätigkeit informiert werden, da diese Einnahmen bei der Beitragsberechnung ebenfalls berücksichtig werden.
Ab dem Zeitpunkt, an dem die nebenberufliche Selbstständigkeit überwiegt, kann der Status als Selbständiger beantragt werden. So entfallen dann die Beiträge für die Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Freizeit
Wer viel arbeitet, braucht auch Erholungsphasen. Empfehlenswert ist mindestens ein freier Tag pro Woche, an dem nur entspannt wird und am besten auch keine E-Mails gecheckt werden. Auch unter der Woche sollte es Zeiten geben, an dem der Computer ausgeschaltet wird und Telefonate und E-Mails tabu sind. Ein Burnout kostet mehr als ein freier Tag.

Lesetipps:
chapteronemag.com
fuer-gruender.de
Wie du ohne Erfahrung ein ortsunabhängiges Business startest

Autor: Elsa Loy

Potentiale nutzen – Edition F zeigt, wie es gehen kann

Wer seine Stärken kennt, kann auch seine Potentiale nutzen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Oft fehlt das Wissen oder auch die nötige Unterstützung, um die eigenen Interessen bestmöglich vertreten zu können – Stichwort Empowerment.

Doch was bedeutet das genau? Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Empowerment nichts anderes als Verantwortung zu übernehmen und für ein selbstbestimmtes Leben einzustehen, aber auch die professionelle Unterstützung, um sich zum Beispiel im Berufsleben besser positionieren zu können. Gerade Frauen können davon stark profitieren. Unsere Gesellschaft mag in vielen Bereichen bezüglich dieser Thematik schon sehr fortschrittlich agieren, doch sieht man ein wenig genauer hin, dann wird sehr schnell klar, dass auch bei uns noch einiges getan werden muss. Man denke nur an den Männerüberschuss in Führungspositionen oder an den Unterschied der Bezahlung von Männern und Frauen.
Genau da setzen Edition F mit ihrem Projekt an: Die FEMALE FUTURE FORCE Academy.

Die beiden Gründerinnen des Online-Magazins wissen, wovon sie reden. Nora-Vanessa Wohlert und Susann Hoffmann von Edition F haben ihr Unternehmen mit dem Ziel gegründet, Frauen untereinander besser zu vernetzen und zu stärken. Jetzt gehen sie noch einen Schritt weiter. Die FEMALE FUTURE FORCE ist ein digitales Coaching, dass auf Startnext gerade beworben wird. Frauen in Führungspositionen sind ebenso ein Thema wie die persönliche Weiterentwicklung. Es werden insgesamt 52 Wochen digitale Coachings mit verschiedenen Experten angeboten, wie zum Beispiel mit der Wirtschaftswoche-Chefredakteurin Miriam Meckel, Milena Glimbowski, Gründerin von Ein guter Plan und Original Unverpackt oder auch mit dem Verhandlungsexperten Matthias Schranner. Die Themen sind genauso vielfältig wie spannend und nützlich für die berufliche Weiterentwicklung. Von Themen wie Rhetorik- und Präsentationstraining, Leadership-Skills oder Arbeitsorganisation bis hin zu Meditation und persönliche und berufliche Beziehungen ist alles dabei. Dazu gibt es noch weitere Specials wie Live-Sessions mit Experten und Offline-Events, auf denen fleißig genetzwerkt werden darf. Das ganze Paket hat einen fairen Preis und ist für jeden zugänglich. Ein spannendes und inspirierendes Projekt: empfehlenswert. Übrigens wir sind auch dabei 🙂

Autor: Elsa Loy

Gerade gegründet und plötzlich schwanger

Kolumne von Katrin Haase

Das Berufliche
Am 2. September war es soweit: Mit Pauken und Trompeten feierten Elsa und ich die Launch-Party unseres gemeinsamen Online-Magazins WORK IN PROCESS in Berlin. Eine berauschende Party, die eine stressige, arbeitsintensive Zeit zwar nicht abschloss, aber dennoch gleich eines Richtfests das bisher geleistete gebührend feierte. Wir präsentierten das Projekt, redeten, tanzten und tranken mit den Gästen, wie es sich an solch einem Abend gehört.

Das Private
Im Vormonat August war an Urlaub nicht zu denken. Während sich andere am See oder am Meer brutzelten, trafen wir Interviewpartner, schrieben Texte, bearbeiteten Fotos und testeten Tag und Nacht die Website, um den Programmierern Feedback zu geben. Dabei bemerkte ich, wie ich immer schlapper wurde, die fünf Etagen bis zu meiner Wohnung nicht mehr mit Leichtigkeit meisterte und plötzlich Kaffee widerlich fand. Der Stress macht sich bei mir körperlich bemerkbar, dachte ich, und vergaß für einen Moment, dass mein Freund und ich seit kurzem aktiv an der Familienplanung schraubten. Schwanger zu werden kann bis zu zwei Jahre dauern, hatte mir meine Frauenärztin erzählt. Da wollten wir doch lieber schon einmal loslegen.

Die freudige Erkenntnis:
Nach der Launchparty fiel es mir wieder ein, als ein Ziehen in der Brust hinzukam. Prompt machte ich wenige Tage später einen Schwangerschaftstext – positiv! Mit Freudentränen zeigte ich den Text meinem Freund, der nach einem eintägigen Schock mit mir gemeinsam im Glück taumelte. Wir haben uns zwar nichts sehnlicher gewünscht, als ein Kind zu bekommen, aber dass es so schnell gehen kann, darauf waren wir nicht vorbereitet.

Gründerin und Mama – zwei Babys schaukeln
Nun wollte ich doch eigentlich meine volle Energie und Aufmerksamkeit WORK IN PROCESS widmen, doch in meinem Kopf kreisten lauter mir bis dato fremde Fragen: Wie kann ich Gründerin und Mutter sein? Auf welche Hilfeleistungen habe ich Anrecht? Wie werde ich das alles finanzieren? Kann ich mich nun beruflich noch selbst verwirklichen? Auf all diese Fragen kann ich im Moment noch nicht adäquat antworten, doch Eines kann ich versprechen: Aufgrund dieser neu gewonnenen Expertise, die ich mir nun Schritt für Schritt aneignen werde, kann ich euch meine Erfahrungen mit auf den Weg geben und werde ab und an zum Thema Gründen mit Kind Blogartikel verfassen. In Elsa habe ich eine wunderbare WORK IN PROCESS-Partnerin, die sich riesig freut und mich unterstützt, wenn ich gerade nicht 100 Prozent Vollgas geben kann. Daher bin ich schon einmal zuversichtlich, dass mir sowohl beruflich als auch privat eine tolle Zeit bevorsteht und dass sich Familie und Beruf auch als Gründerin gut vereinbaren lassen.

Gründen und gleichzeitig Mutter werden. Wie schafft man es gleich zwei Babys zu schaukeln? Über diese spannende Erfahrung wird euch Katrin von WORK IN PROCESS berichten.

Foto: Katrin Haase