Steuerliche Behandlung von Kindern oder: Warum manche Leute auf Kindergeld verzichten sollten

Kolumne von Thomas Adler

Unabhängig, ob mit oder ohne Kinder: Unverheiratete und Alleinerziehende werden gegenüber Verheirateten aufgrund des Ehegattensplittings seit Jahrzehnten benachteiligt. Jeder weiß das, und jeder bemängelt es. Indes: Wir haben nunmal Merkel. Und die Merkelraute ist die eingefrorene Form des Däumchendrehens.

Im Großen und Ganzen sind die steuerlichen Absetzmöglichkeiten bei Kindern beschränkt auf:

Hebamme: Außergewöhnliche Belastung, teilweise absetzbar
Schwangerschaftsgymnastik: dito
Kita-Gebühren: voll absetzbar
Babysitter: Voll absetzbar, wenn dieser per Überweisung bezahlt wird
Schulgeld: voll absetzbar bei Besuch einer Privatschule

Daneben sollten sich beide Elternteile einen halben Kinderfreibetrag auf ihrer Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Alleinerziehende wechseln von Steuerklasse 1 in Steuerklasse 2.

Das eigentliche Problem ist das Kindergeld:

Deutschland ist in der EU das einzige Land, in dem das Kindergeld vorwiegend zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums gewährt wird. Durch das Grundgesetz ist geregelt, dass das Existenzminimum nicht besteuert werden darf. Daher prüft das Finanzamt bei der Einkommensteuererklärung auch, ob der Abzug der Freibeträge für den Steuerpflichtigen günstiger ist als der Anspruch auf das Kindergeld. Dies wird Günstigerprüfung genannt.

Sollte sich aus dieser Prüfung ergeben, dass der kindbedingte Steuervorteil aufgrund des Freibetrags höher ist als das Kindergeld, dann wird dieser überschießende Betrag an den Steuerpflichtigen ausgezahlt. Kommt der umgekehrte Fall in Frage, bleibt es weiterhin beim Kindergeld. Eltern, die über ein hohes zu versteuerndes Einkommen verfügen, stellen sich mit dem Abzug der Freibeträge regelmäßig besser gegenüber dem Kindergeld. Eltern mit einem geringen zu versteuernden Einkommen hingegen sind mit dem Kindergeld besser beraten. Seit dem Jahre 2004 reicht für diese Anrechnung auf den Kinderfreibetrag der Anspruch auf Kindergeld aus. Es spielt keine Rolle, ob das Kindergeld auch tatsächlich ausbezahlt wurde.

Thomas Adler ist Diplom-Kaufmann, Künstler-Coach und Existenzgründer-Berater in Berlin und hilft seit Jahren dem einen oder anderen Künstler aus der bürokratischen Patsche.

Foto: Ben White / Unsplash

Mutterschaft – und weiter geht die Bürokratie

Kolumne von Katrin Haase

Was für einen bürokratischen Hürdenlauf ihr in der Schwangerschaft meistern müsst, habe ich euch bereits verdeutlicht. Doch ihr ahnt nicht, dass es nach der Geburt noch rasanter zugeht.

Endlich habt ihr es geschafft und eure wundervollen Kinder haben das Licht der Welt erblickt. Anstatt euch im Wochenbett acht Wochen lang gemütlich auszuruhen, euer Kind kennenzulernen und ausgiebig mit ihm zu kuscheln und so Wärme und Geborgenheit zu geben, müsst ihr schnell an folgende Dinge denken:

Geburtsanzeige
Habt ihr das Kind im Krankenhaus oder Geburtshaus geboren, schicken sie eine erste Information mit Namen, Namen der Eltern, Geburtsdatum, Geschlecht und Religion an das Standesamt der Stadt, in der das Kind geboren wurde. Keine Panik: Könnt ihr euch nicht gleich auf einen Namen festlegen, kann er spätestens nach einer Woche nachgereicht werden, und zwar schriftlich in Form einer Geburtsanzeige. Habt ihr den Nachwuchs zu Hause bekommen, müsst ihr diesen Gang also gleich innerhalb einer Woche erledigen.

Geburtsurkunde
Das Dokument überhaupt, ohne dass das Kind offiziell nicht existiert. Nun müssen beide Sorgeberechtigte (das habt ihr hoffentlich schon vorher auf dem Jugendamt geklärt oder ihr seid sowieso verheiratet) mit Personalausweis, den eigenen Geburtsurkunden, wenn vorhanden Eheurkunde oder Vaterschaftsanerkennung zum Standesamt der Geburtsstadt des Kindes gehen und dort die Geburtsurkunde beantragen. Habt ihr eine tolle Stadt erwischt, geht ihr noch am selben Tag mit der Urkunde nach Hause. Habt ihr wie im Falle von Leipzig oder Berlin Pech, bekommt ihr sie erst nach Wochen per Post zugeschickt. Ohne die Geburtsurkunde könnt ihr die folgenden weiteren Schritte nicht erledigen. Demnach solltet ihr auch das erledigen, sobald ihr wieder laufen und auf harten Holzbänken sitzen könnt.

Familienkasse
Die Familienkasse ist keine Krankenkasse, sondern eine Finanzbehörde, die ausschließlich für das Kindergeld und den Kinderzuschlag – brutaler Name, aber für Geringverdiener interessant – zuständig ist. Pro Kind bekommt jede Familie 192 Euro pro Monat, ist es bereits das dritte Kind sind es sechs Euro mehr. Zwar hat jeder einen Anspruch darauf, einen schriftlichen Antrag müsst ihr trotzdem stellen. Darin müsst ihr die Identifikationsnummer eures Kindes nennen. Die wiederum bekommt ihr automatisch zugeschickt, nachdem ihr die Geburtsurkunde erhalten habt. Fehlt euch die Nummer noch, schickt den Antrag trotzdem ab und reicht die Nummer später nach. Klingt kompliziert, aber immerhin müsst ihr für das Kindergeld zu keinem Amt rennen, der Gang zum Briefkasten reicht aus.

Krankenkasse
Euer Kind sollte krankenversichert werden. Kein Stress, bei den ersten Arztbesuchen reichen auch eure Chipkarten aus, aber nach einer Weile braucht das Kind eine eigene. Dafür wird es bei der Krankenversicherung der Mutter oder des Vaters hinzugefügt, indem ihr eine Familienversicherung daraus macht. Erfragt bei eurer Krankenkasse einfach den Antrag dafür. Das Kind bleibt dabei beitragsfrei, zumindest bei den gesetzlichen Krankenkassen. Privat müsst ihr dafür extra zahlen.

Künstlersozialkasse
Sofern ihr Freiberufler und KSK-Mitglieder seid, muss auch diese Kasse über die Geburt des Kindes per Kopie der Geburtsurkunde informiert werden. Außerdem könnt ihr euch während der Elternzeit beitragsbefreien lassen. Dann habt ihr weiterhin den vollen Versicherungsschutz, müsst aber keine Beiträge zahlen. Der Wiedereinstieg in die KSK nach der Elternzeit sei wohl problemlos, ich bin gespannt…

Elterngeld
Das Horrorthema überhaupt. Eigentlich ist das Elterngeld eine schöne Sache, aber der Antrag ist reichlich kompliziert, da müsst ihr durch. Holt euch beim zuständigen Amt eurer Stadt den mehrseitigen Antrag, füllt ihn aus und geht vor dem Abschicken nochmal hin, um ihn dort von einem Mitarbeiter prüfen zu lassen. Und das alles vor der Geburt des Kindes, das ist meine Empfehlung. So könnt ihr nach der Geburt einfach noch die letzten Dinge wie Name des Kindes und Geburtsdatum hinzufügen und die Zettelsammlung abschicken. Dann heißt es, geduldig zu warten. Ich warte bereits seit drei Monaten und habe immernoch kein Elterngeld bekommen, die Bearbeitungszeit in Leipzig ist so lang, da es hier an Kindern nur so rieselt. Macht euch also auf eine Zeit gefasst, in der ihr vom Gesparten oder von anderer Unterstützung leben müsst. Für den Elterngeldantrag braucht ihr: 1) eine Gewinnermittlung, eine Steuererklärung oder andere Lohnnachweise 2) eine Geburtsurkunde in Original 3) die Bescheinigung der Krankenkasse über den Erhalt von Mutterschaftsgeld. Ergo heißt es, vorher die Steuererklärung des Vorjahres gemacht zu haben, den Gang zum Standesamt erledigt zu haben und den Krankenkassenkram für das Mutterschaftsgeld hinter sich zu haben. Trotzdem solltet ihr den Antrag nach spätestens drei Monaten nach der Geburt abgeschickt haben, denn das Geld wird nur drei Monate rückwirkend ausgezahlt.

Rente
Das hat mich überrascht: Ihr bekommt während der Zeit, in der ihr euer Kind erzieht, ergo der Elternzeit, einen Rentenanspruch zugesprochen. Dafür müsst ihr ausnahmsweise mal nichts machen. Die Rentenversicherung meldet sich mit einem Brief bei euch und ihr müsst noch nicht mal darauf antworten. Nur abheften solltet ihr ihn für die spätere Rentenberechnung. Als Berechnungsgrundlage nimmt die Rentenversicherung den Durchschnittsverdienst aller Versicherten, das sind aktuell immerhin mehr als 37.000 Euro pro Jahr. Einziger Nachteil: Diese Rente wird nur einem Elternteil zugesprochen, ihr könnt euch aussuchen, ob dem Vater oder der Mutter.

Haftpflichtversicherung
Eure Kinder werden bei euch Eltern mitversichert. Meist genügt ein Anruf bei der Versicherung, damit der Nachwuchs den vollen Versicherungsschutz genießt. Ihr könnt sie aber auch per Brief oder Fax über die Geburt informieren.

Arbeitgeber
Ihr solltet auch euren Arbeitgeber über die Geburt des Kindes informieren. Zu Beginn reicht eine kurze Nachricht per SMS oder Anruf, später, wenn euch danach ist, könnt ihr bei einem guten Verhältnis selbst mit dem Baby vorbeischauen und euch bestaunen und beglückwünschen lassen. Wann das angemessen ist, entscheidet ihr am besten selbst. In den ersten acht Wochen ist es euch per Gesetz untersagt, zu arbeiten, und danach beginnt für die meisten die Elternzeit, sofern ihr das vorher beantragt habt.

Zeit für euch
Versucht euch von der Zettelei und dem Gerenne nicht fertig machen zu lassen und die Zeit zu genießen, die nun auf euch zukommt. Euer Kind merkt sehr genau, ob ihr gestresst oder gut gelaunt seid und ist es dementsprechend auch. Viele dieser Punkte sind Anrufe oder Briefe, die kann vielleicht sogar jemand anderes für euch erledigen. Denn dieses Geschöpf in euren Armen braucht eure Liebe und Aufmerksamkeit, und dafür wiederum braucht ihr Ruhe. Also, schnell ins Bettchen und mit dem Baby kuscheln.

Gründen und gleichzeitig Mutter werden. Wie schafft man es, gleich zwei Babys zu schaukeln? Über diese spannende Erfahrung wird euch Katrin von WORK IN PROCESS jetzt regelmäßig berichten.

Foto: Carlo Navarro / Unsplash

Home-Office ist nicht gleich Hausarbeit

Nein, im Home-Office können wir nicht mal schnell den Müll runterbringen, die Töpfe abwaschen, die Wäsche aufhängen, das Päckchen abholen und Brot einkaufen. Auch können wir nicht jeden Tag das Mittagessen kochen, die Kinder allein versorgen und mit ihnen Hausaufgaben machen. Wären all das unsere Aufgaben, wären wir Hausfrau oder Hausmann – ein respektabler und zeitaufwändiger Allround-Job. Wir haben uns jedoch für eine Vollzeitbeschäftigung als Selbstständige entschieden und haben – so wie ihr – zwei Tageszeiten: Eine berufliche und eine private. In der privaten Phase teilen wir uns gern mit euch die anfallende Hausarbeit, die zu erledigenden Wege und die Zeit mit euch, mit den Kindern, mit den Freunden.

Doch wenn wir arbeiten, benötigen wir – genau wie ihr – Konzentration, unseren eigenen Schreibtisch, Freiräume für Gedanken und Kreativität und einen geregelten Ablauf. Schlimm genug, wenn wir uns selbst von Dingen wie Facebook, Telefonaten oder Kaffeeklatsch ablenken lassen. Aber wenn ihr ständig davon ausgeht, dass wir alle Zeit der Welt haben, die ihr Büroarbeiter nicht habt, dann macht es die Sache nicht einfacher. Deshalb: Bitte respektiert unsere Arbeitszeit als solche und hört auf, in uns den Ersatz für die euch fehlende Zeit zu sehen. Uns fehlt sie nämlich auch.

Autor: Katrin Haase
Foto: Unsplash, Christopher Johnson

Schwangerschaft – ein bürokratischer Hürdenlauf

Schwanger! Wow! Was für ein Moment! Neben den zahlreichen persönlichen und emotionalen Fragen und Momenten, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, ist diese Zeit der Familiengründung vor allem eine bürokratische Meisterleistung. Da ich mich in den letzten Monaten erfolgreich durch diesen Dschungel gekämpft habe, möchte ich meine Erfahrungen an euch weitergeben. Bitte beachtet jedoch, dass dieser Blogbeitrag keine professionelle Beratung ersetzt, sondern nur als Anregung dienen kann.

Nicht zu früh verraten
Zuerst einmal gilt: Keine Panik! Es haben schon so viele Frauen vor euch geschafft, und ihr rockt das auch. Was aber genauso gilt: Behaltet die Neuigkeit erst einmal für euch. Wer einen Kinderwunsch hatte, der wird vor Freude fast platzen und es der ganzen Welt erzählen wollen, doch vor dem dritten Schwangerschaftsmonat ist das keine gute Idee. Die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Kind verliert, ist in dieser Zeit um ein vielfaches höher als nach dem dritten Monat. Falls das passiert, ist es für euch und eure Partner schon schlimm genug. Nun stellt euch vor, alle Freunde, Verwandte und Kollegen wissen es und machen diese Zeit mit unangenehmen Fragen und Mitleid nur noch schlimmer. Deshalb gilt auch für den beruflichen Alltag: Versucht erst einmal, die Schwangerschaft zu verschweigen und sprecht erst nach dem dritten Monat zuerst mit dem Chef und dann mit den Kollegen. Ausnahmen gelten für einige Berufsgruppen wie Kindergärtnerinnen, Stewardessen etc., die am besten sofort von der Schwangerschaft berichten, da sie ein Beschäftigungsverbot zur Folge hat.

Schwangerschaftsberatung
Ich empfehle euch, mit den ersten vielen Fragen zur Schwangerschaftsberatung zu gehen. Es gibt in jeder Stadt anonyme Beratungsstellen verschiedenster Träger, seien sie staatlich, kirchlich oder privat. Einige können auch zum Thema Arbeit und Finanzen beraten, beispielsweise die AWO oder profamilia. Dort könnt ihr alle Themen und Ängste ansprechen und erhaltet individuelle Tipps. Beispielsweise könnt ihr gemeinsam durchrechnen, welche finanziellen Hilfen ihr in Anspruch nehmen könnt. Unter einem bestimmten Einkommensniveau gibt es Unterstützung von der Bundesstiftung Mutter und Kind; für Studierende, besonders junge Mütter, besonders viele Kinder und sämtliche weitere Fälle gibt es spezielle finanzielle Förderungen, da lohnt sich das Nachfragen. Nur für Selbstständige habe ich so etwas nicht entdeckt…

Die Bürokratie – Schritt für Schritt
Neben den vielen medizinischen Terminen, die euren Terminkalender füllen werden, gilt es nun also, Schritt für Schritt sämtlichen Behörden, Krankenkassen und Institutionen eure Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken. Liebe werdende Väter, ihr seid bei allen Terminen herzlich willkommen und eine große Hilfe, sofern ihr auch einen Teil dieser Aufgaben übernehmt. Hier eine kleine Anleitung:

1) Geht zum Gynäkologen, lasst euch die Schwangerschaft bestätigen und den Mutterpass aushändigen
2) Nutzt die oben beschriebene Schwangerschaftsberatung
3) Informiert nach dem dritten Monat euren Arbeitgeber und eure Kollegen. Wartet damit aus Fairness nicht zu lange, denn so kann sich euer Arbeitgeber auf eure Auszeit vorbereiten.
4) Sucht euch rechtzeitig eine Hebamme und falls gewünscht ein Geburtshaus als Alternative zum Krankenhaus.
5) Im letzten Trimester könnt ihr das Jugendamt besuchen. Hier sollten beide Elternteile schon vor der Geburt vorsprechen und sowohl die Vaterschaftsanerkennung machen als auch das gemeinsame Sorgerecht erklären. Sofern ihr bereits verheiratet seid, könnt ihr diesen Schritt weglassen. Dabei wird euch der Beamte eine einschüchternde Rede halten, in der eure Rechten, Pflichten und Risiken verlesen werden, die sich allesamt auf den Fall einer Trennung beziehen. Lasst euch den Spaß durch diese Schwarzmalerei nicht verderben.
6) Besichtigt Kliniken, um zu entscheiden, wo ihr entbinden wollt. Dafür gibt es sogenannte Kreißsaalbegehungen, die meist einmal pro Woche und ohne Voranmeldung angeboten werden. Männer, geht bei diesem Termin am besten mit. Ich war alleine da und kam mir zwischen den romantisch turtelnden Paaren wie eine Witwe vor. Und in der Tat ist es ein emotionaler Moment, den man gern teilt.
7) Besprecht mit dem Arbeitgeber die beabsichtigte Elternzeit und beantragt sie formal. Hier ein Beispiel. Liebe Männer, bitte erkämpft euch mehr Elternzeit als die meist in Anspruch genommenen zwei Monate. Seid mutig, denn auch euch steht es zu, Zeit mit dem Kind zu verbringen, die kein Geld der Welt ersetzen kann. Wehrt euch gegen Sprüche wie „Was, sie wollen sieben Monate Urlaub?“ mit dem dezenten Hinweis darauf, dass es sich nicht um Urlaub, sondern um eine arbeitsintensive Beschäftigung mit dem Kind handelt, während die Partnerin ihren Beruf ausübt.
8) Lasst euch vom Gynäkologen den voraussichtlichen Entbindungstermin schriftlich bestätigen.
9) Mit diesem Zettel beantragt ihr dann bei der Krankenkasse das Mutterschaftsgeld. Wer wie ich in der Künstlersozialkasse versichert ist, muss zuerst mit der Krankenkasse sprechen und dann mit der Künstlersozialkasse. Beide lassen aus Erfahrung sehr auf sich warten. Da heißt es, Geduld zu haben und immer wieder telefonisch nachzuhaken. Das Geld war dann trotzdem pünktlich sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin auf meinem Konto. 13 Euro am Tag habe ich als Selbstständige erhalten, da es bei mir keinen Arbeitgeberzuschuss gibt. Das deckt bei Weitem nicht meinen Finanzbedarf, daher sollte man entweder gut gespart oder eine gut unterstützende Familie haben.

Nach der Geburt
Das sind die Dinge, die ihr vor der Geburt machen könnt und solltet. Was nach der Geburt folgt, beschreibe ich dann in einem neuen Post, sobald ich es selbst geschafft habe. Bei Fragen und Anregungen freue ich mich über eure Kommentare oder Mails an katrin@workinprocess.de.
Alles Gute euch und toi toi toi!

Gründen und gleichzeitig Mutter werden. Wie schafft man es, gleich zwei Babys zu schaukeln? Über diese spannende Erfahrung wird euch Katrin von WORK IN PROCESS jetzt regelmäßig berichten.

Autor: Katrin Haase

Gerade gegründet und plötzlich schwanger

Kolumne von Katrin Haase

Das Berufliche
Am 2. September war es soweit: Mit Pauken und Trompeten feierten Elsa und ich die Launch-Party unseres gemeinsamen Online-Magazins WORK IN PROCESS in Berlin. Eine berauschende Party, die eine stressige, arbeitsintensive Zeit zwar nicht abschloss, aber dennoch gleich eines Richtfests das bisher geleistete gebührend feierte. Wir präsentierten das Projekt, redeten, tanzten und tranken mit den Gästen, wie es sich an solch einem Abend gehört.

Das Private
Im Vormonat August war an Urlaub nicht zu denken. Während sich andere am See oder am Meer brutzelten, trafen wir Interviewpartner, schrieben Texte, bearbeiteten Fotos und testeten Tag und Nacht die Website, um den Programmierern Feedback zu geben. Dabei bemerkte ich, wie ich immer schlapper wurde, die fünf Etagen bis zu meiner Wohnung nicht mehr mit Leichtigkeit meisterte und plötzlich Kaffee widerlich fand. Der Stress macht sich bei mir körperlich bemerkbar, dachte ich, und vergaß für einen Moment, dass mein Freund und ich seit kurzem aktiv an der Familienplanung schraubten. Schwanger zu werden kann bis zu zwei Jahre dauern, hatte mir meine Frauenärztin erzählt. Da wollten wir doch lieber schon einmal loslegen.

Die freudige Erkenntnis:
Nach der Launchparty fiel es mir wieder ein, als ein Ziehen in der Brust hinzukam. Prompt machte ich wenige Tage später einen Schwangerschaftstext – positiv! Mit Freudentränen zeigte ich den Text meinem Freund, der nach einem eintägigen Schock mit mir gemeinsam im Glück taumelte. Wir haben uns zwar nichts sehnlicher gewünscht, als ein Kind zu bekommen, aber dass es so schnell gehen kann, darauf waren wir nicht vorbereitet.

Gründerin und Mama – zwei Babys schaukeln
Nun wollte ich doch eigentlich meine volle Energie und Aufmerksamkeit WORK IN PROCESS widmen, doch in meinem Kopf kreisten lauter mir bis dato fremde Fragen: Wie kann ich Gründerin und Mutter sein? Auf welche Hilfeleistungen habe ich Anrecht? Wie werde ich das alles finanzieren? Kann ich mich nun beruflich noch selbst verwirklichen? Auf all diese Fragen kann ich im Moment noch nicht adäquat antworten, doch Eines kann ich versprechen: Aufgrund dieser neu gewonnenen Expertise, die ich mir nun Schritt für Schritt aneignen werde, kann ich euch meine Erfahrungen mit auf den Weg geben und werde ab und an zum Thema Gründen mit Kind Blogartikel verfassen. In Elsa habe ich eine wunderbare WORK IN PROCESS-Partnerin, die sich riesig freut und mich unterstützt, wenn ich gerade nicht 100 Prozent Vollgas geben kann. Daher bin ich schon einmal zuversichtlich, dass mir sowohl beruflich als auch privat eine tolle Zeit bevorsteht und dass sich Familie und Beruf auch als Gründerin gut vereinbaren lassen.

Gründen und gleichzeitig Mutter werden. Wie schafft man es gleich zwei Babys zu schaukeln? Über diese spannende Erfahrung wird euch Katrin von WORK IN PROCESS berichten.

Foto: Katrin Haase