Mario Münster

Mario Münster

Publizist, Autor, Berater

Berlin

Mario Münster hat eine Leidenschaft für das geschriebene Wort und für guten Wein. Der Berater, Publizist und Autor sammelte in den letzten Jahren viele Erfahrungen im Neugründen – ob als Herausgeber von zwei Magazinen oder als Weinhändler. Wir haben Mario in seinem Büro in Berlin Treptow besucht und spannendes über Magazine, Wein und das selbstständige Arbeitsleben gelernt.
07:30
Der Wecker klingelt. Mario macht sich erst einmal einen Kaffee und liest jeden Morgen die digitale New York Times im Bett. Mit diesem morgendlichen Ritual beginnt er seinen Tag.
08:00
Nun beginnt die Arbeit. Mittlerweile am Schreibtisch, checkt und beantwortet Mario seine eingegangenen E-Mails und erledigt liegen gebliebenen Papierkram. Das Croissant frühstückt er eher nebenbei.
09:00
Diese Morgenstunden sind für Mario die produktivste Phase des Tages. Heute nutzt er sie, um einen Artikel für das Print-Magazin Rosegarden zu schreiben, dessen Mit-Gründer und Mit-Herausgeber er ist. Im Fokus des Magazins steht das das Erzählen von Geschichten. Jede Ausgabe widmet sich einer speziellen Thematik wie „Zu Hause“, „Zeit“, „Sex“ oder „Craft“. Der heutige Artikel über eine Lesung, die das Magazin veranstaltet, wird auf der Website von Rosegarden erscheinen. Dazu macht er die letzten Korrekturen und pflegt den Artikel dannbei Wordpress ein und veröffentlicht ihn über die Social Media Kanäle des Magazins, um möglichst viele Leser zu erreichen.
12:00
Danach widmet Mario sich seiner anderen Tätigkeit. Als unabhängiger Berater für strategische Kommunikation und Storytelling für verschiedene politische, gesellschaftliche und kulturelle Institutionen und Agenturen schreibt er heute an einem Ideenkonzept für einen Auftrag in der Kommunikationsbranche. Danach verlässt er erst einmal den Schreibtisch, um zu einem Interview-Termin zu gehen.
14:00
Er trifft Sophia Rudolph, die Chefköchin des Panama Restaurants in Berlin Schöneberg. Mario zeichnet das Interview mit seinem Handy auf, um es dann später in Ruhe zu transkribieren. So werden keine wichtigen Details vergessen und das Interview kann beliebig oft noch einmal durchgegangen werden.
15:00
Wieder zu Hause, macht sich Mario etwas zu essen und packt danach einige Print-Ausgaben des Magazins A Syrious Look ein. Er macht sich auf den Weg zur Landesvertretung von Niedersachsen. Dort findet eine Veranstaltung zum Thema Integration statt, bei der er heute gemeinsam mit seinem syrischen Mitgründer das Magazin vorstellen wird. Dieses neue Magazin ist ein weiteres Projekt von ihm, dass er mit Leidenschaft verfolgt. Zusammen mit Mohammad Abou Laban und Ziad Adwan gründete er 2016 das Projekt, um syrischen Künstler und Intellektuellen eine Plattform zu bieten. Die Erlöse werden einer Hilfsorganisation für syrische Flüchtlinge gespendet.
17:00
Gegen fünf Uhr nachmittags erreicht Mario die Landesvertretung. Nach einer Begrüßung baut er mit seinen Kollegen den Stand auf und drapiert seine Magazine so, dass sie dem Besucher sofort ins Auge fallen. Solche Veranstaltungen sind für ihn eine gute Gelegenheit, um auf das frisch gegründete Magazin aufmerksam zu machen. Viele Besucher finden das Konzept interessant und nehmen eine Ausgabe mit. Danach wird noch ein wenig „genetzwerkt“ und Visitenkarten ausgetauscht. Anschließend macht sich Mario auf den Weg zu einer privaten Weihnachtsfeier.
21:00
Eine befreundete Bäckerin hat ihre Freunde eingeladen ein paar Tage vor Weihnachten gemeinsam zu trinken und zu essen. Es wird angeregt geredet, getrunken und genascht.
23:30
Zu Hause angekommen, setzt sich Mario noch einmal für eine halbe Stunde an den Laptop und checkt neu eingegangene E-Mails. Danach ist endlich Ausruhen angesagt.

Mario Münster, Publizist, Autor, Berater aus Berlin



Für Mario gehört das Gründen und Entdecken neuer Arbeitsbereiche zum Lebenskonzept. Er sagt von sich selbst, dass er immer etwas anfangen müsse, um Neues zu lernen. Das stete Lernen und Ausprobieren neuer Ideen ist ihm ebenso wichtig wie das Geschichtenerzählen. Mario begann seine berufliche Laufbahn 2001 im Willy Brandt Haus, wo er im Bereich Dialogkommunikation für die SPD abreitete und wechselt anschließend in die Kommunikationsberatung. Doch nach zehn Jahren war es an der Zeit, etwas Neues ausprobieren. Er gründet 2010 seinen eigenen Weinhandel und 2013 unter anderem das unabhängige Lifestyle- und Gesellschaftsmagazin Rosegarden. Er ist zudem Mitgründer des Vereins Kombüse, der soziales Unternehmertum fördert.

Wie kamst du zu deinem Job?

Wie man zu allen guten Dingen im Leben kommt: Durch ausprobieren und über Umwege. Ich habe schon immer mit Worten zu tun gehabt und glaube, dass ich mit ihnen ganz gut umgehen kann. Dass diese Leidenschaft aber mal dazu führt, dass ich zwei Magazine herausgebe und Organisationen dabei berate, wie sie möglichst gut ihre eigene Geschichte erzählen können, hab ich vor zehn Jahren nicht zwingend vorhergesehen. Ich kam über die Politik zur PR und von dort aus ergaben sich die Dinge durch regelmäßige Richtungsänderungen und Absprünge.

Was inspiriert dich?

Wie viel Zeit hab ich für die Antwort?! Ich gestehe, dass ich leicht zu inspirieren bin. Mich inspiriert jede Form von Kreativität: Egal ob das ein Koch, ein Winzer, ein Musiker ist. Menschen, die sich trauen in ihrem Schaffen die gewohnten vier Ecken zu verlassen. Die nicht immer nur das machen, was gerade schick und cool ist. Und natürlich inspirieren mich alle, die sich trauen, ihr eigenes Ding zu machen und die ihre Talente nutzen, um unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen. Auch wenn du das nicht gefragt hast: Was mich total aufregt sind Menschen, deren Worte größer sind als ihre Taten. Insofern inspirieren mich auch alle, die mit kleiner Geste Großes tun.

Was ist positiv an deinem Job?

Die Begegnung mit sehr vielen netten und im oben genannten Sinne inspirierenden Menschen. Die Chance, andauernd kreativ sein zu können...

Und was negativ?

Hm, da fallen mir jetzt nur Plattitüden ein. Eigentlich nichts Essentielles.

Würdest du den Job weiterempfehlen?

Wenn ich den Eindruck habe, dass ich die Empfehlung an jemanden gebe, der dafür geeignet ist: unbedingt. Was gibt es schöneres als Geschichten?!

Was sind deine drei wichtigen Worktools?


Meine Fantasie. Disziplin. Mein Laptop.

Was rätst du Neueinsteigern?

Wie überall im Leben hilft eine gesunde Mischung aus Demut und Größenwahn. Möglichst wenig auf das geben, was gerade en vogue ist (das ist morgen nämlich langweilig, eigentlich heute schon) Und immer schön alles hinterfragen.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfeldes ein?

Die Arbeitswelt ist in einem krassen Wandel. Beständigkeit werden Berufe haben, bei denen es um Kreativität und Zwischenmenschliches geht. Bei allen anderen kommt der Roboter früher oder später. Außerdem werden Menschen niemals aufhören, Geschichten zu erzählen und zu konsumieren. Insofern bin ich ganz zuversichtlich, was die Zukunft der Arbeit in meiner Branche angeht. Aber auch da werden wir noch die eine oder andere Evolution erleben.

Was möchtest du noch erreichen?


Puh. Ich fürchte, in so sehr konkreten Zielen denke ich nicht. Ich möchte ein netter Mensch sein, auf den man sich verlassen kann. Ich möchte mit dem, was ich kann, möglichst Sinn stiftende und Lust fördernde Beiträge in einer zunehmend durchgeknallten Welt leisten. Und dann ist auch gut :)

Welchen Ausgleich gönnst du dir?

Trinken! Und essen. Kochen! Viel Reisen. Musik machen. Musik hören. Kaffee trinken. Mich mit netten Menschen umgeben. Am besten alles auf einmal und dann wieder von vorne.

Interview: Elsa Loy

Fotos: Mayra Wallraff

Steckbrief

  1. Alter: 37
  2. Wohnort: Berlin
  3. Beruf: Publizist, Autor, Berater
  4. Branche: Verlage, Magazine, Werbung/Kommunikation
  5. Anzahl an Arbeitstagen: 5
  6. Arbeitsstunden pro Tag: 9
  7. Pausen pro Tag: 1
  8. Status: Selbstständig
Kontakt

Website: mario-muenster.de



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