Elsa Loy

Elsa Loy Foto: Janine Marold

Schauspielerin, Choreografin und Gründerin von WORK IN PROCESS

Berlin

Die Gründerin von WORK IN PROCESS Elsa Loy ist ein echter Tausendsassa. Wie die gebürtige Berlinerin ihren Tag strukturiert und ihre vielen Talente miteinander vereint, schaute sich Katrin Haase im Juni genauer an.
09:00
Nach einem Kaffee und einem kleinen Frühstück startet Elsa ihren Arbeitstag. Sie läuft zum ihrem Lieblingsarbeitsplatz, dem Café A.Horn am Planufer.
Elsa am Planufer
Elsa am Planufer
09:30
Elsa setzt sich mit ihrem Laptop an einen gemütlichen Platz, bestellt sich einen Milchkaffee und checkt die ersten E-Mails des Tages. Dann liest sie Online-Magazine wie Zeit.de, Edition F, Fielfalt, Zeit Campus oder T3N und lässt sich für Themen und interessante Persönlichkeiten für ihr Online-Magazin WORK IN PROCESS inspirieren.
Das A.Horn ist Elsas Lieblingscafé zum Arbeiten
Das A.Horn ist Elsas Favorit zum Arbeiten
10:30
Elsa beginnt, das Interview mit der Bloggerin Katja Ivanova zu schreiben, Dafür hört sie sich das aufgezeichnete Interview an und transkribiert die Antworten der Bloggerin.
Elsa am Schreiben
Elsa am Schreiben
11:00
Elsa geht ihre Notizen des Tagesablaufs durch und konstruiert den Tagesablauf der Interviewten und sichtet die Bilder, die sie von Katja gemacht hat, lädt sie auf die Dropbox, um sie später noch zu bearbeiten.
Das Praktische am Laptop: Man kann den Schreibtisch überall mit hinnehmen
Das Praktische am Laptop: Man kann den Schreibtisch überall mit hinnehmen
12:30
Elsa bestellt sich eine vegetarische Mahlzeit des Tages im A.Horn, heute ist es die Fühlingspasta. Nebenbei liest sie weiter Online-Magazine, schaut auf ted Vorträge oder entspannt einfach.
Heut gibt´s Nudeln
Heut gibt´s Nudeln
13:30
Elsa schreibt frisch gestärkt weiter an dem Interview. Dabei wendet sie sich dem zweiten Teil des Interviews zu.
14:00
Elsa nimmt ihre Sachen und geht zu Fuß entlang des Planufers wieder nach Hause. Zu Hause angekommen, schaut sie in das Skript für einen Dreh, der am Abend stattfinden wird. Der Film „Coke, Champagne and Cigarettes“ wird ab 2017 in den Kinos zu sehen sein, Elsa spielt darin die Rolle der Amanda, eine Tänzerin und Freundin der Hauptdarstellerin Mia.
Auf dem Heimweg trifft Elsa spontan einen Freund, kurz wird sich ausgetauscht
Auf dem Heimweg trifft Elsa spontan einen Freund, kurz wird sich ausgetauscht
15:00
Elsa macht sich fertig zum Gehen und fährt mit der U8 eine halbe Stunde zum Drehort. Dort angekommen, begrüßt die Regisseurin Mariana Jukica und das Team herzlich und geht in die Maske und zieht danach ihr Bühnenkostüm an.
Elsa als Amanda
Elsa als Amanda
17:00
Der Dreh beginnt. Heute steht eine Sprechszene an, bei der Elsa auf der Bühne einen Dialog mit Mia, gespielt von Lucie Aron hat. Die Kamera wird in Position gebracht, die erste Szene wird gedreht und immer wieder wiederholt, bis die Regisseurin sagt: „Die Szene haben wir im Kasten.“
Elsa beim Dreh
Elsa beim Dreh
18:00
Die Szene wird ein weiteres Mal aus einer anderen Perspektive gedreht, ein weiteres Mal nur, um den Ton genau abzunehmen, Nahaufnahmen und Halbtotale werden aufgezeichnet, damit später beim Schnitt eine Reihe von Bildern zusammengestellt werden können.
Elsa trainiert auch die anderen Schauspieler für Tanzszenen
Elsa trainiert auch die anderen Schauspieler für Tanzszenen
19:00
Für heute ist Drehschluss für Elsa, morgen steht ein voller Drehtag für sie an, in der die Tanzszene ansteht, für die Elsa nicht nur als Tänzerin, sondern auch als Choreografin aktiv ist. Elsa zieht sich wieder um, schminkt sich ab und fährt mit der U-Bahn eine halbe Stunde nach Hause.
20:00
Elsa checkt zu Hause ihre Mails und liest erst dort, wann sie am nächsten Tag am Set sein muss: 8:00 Uhr soll sie in der Maske erscheinen. Diese relativ späten Ansagen sind für die Filmbranche typisch. Man muss immer spontan und flexibel bleiben, um dort mithalten zu können.

Elsa Loy, Schauspielerin, Choreografin und Gründerin von WORK IN PROCESS aus Berlin



Elsa Loy kann sich nicht auf eine Berufsbezeichnung beschränken, das würde ihren vielfältigen Arbeitsfeldern und Talenten nicht gerecht werden. Sie studierte sowohl Tanz als auch Wirtschaftskommunikation, sammelte aber ebenfalls als Schauspielerin und Online-PR-Managerin Erfahrungen. Nun wendet sie sich mit WORK IN PROCESS, das sie gemeinsam mit Katrin Haase konzipiert, entwickelt und leitet, einem neuen Tätigkeitsfeld zu, bei dem sie sich ganz und gar ihrer eigenen Kreativität hingeben kann und dank der interessanten Interviewpartner permanent in Kontakt mit inspirierenden Persönlichkeiten ist. Nun ist Elsa Loy also zusätzlich Gründerin und Journalistin. Wie Elsa Loy ihren Weg bis dahin eingeschlagen hat und wohin es sie noch treiben wird, erzählt sie im Interview.

Wie kamst du zu deinem Job?
Ich habe nach dem Abitur eine vierjährige Tanzausbildung in Berlin absolviert und danach als freie Tänzerin und Choreografin gearbeitet und mich immer mehr dem Schauspiel zugewandt. Theater spiele ich, seitdem ich 14 bin in verschiedenen Ensembles. Um Geld zu verdienen, habe ich Tanz unterrichtet und 2012 nebenbei ein Studium der Wirtschaftskommunikation begonnen, um mir ein zweites Standbein aufzubauen. Während und nach dem Studium habe ich bei der Online-Marketing-Agentur Peak Ace AG gearbeitet und bin dort tief in die Medien- und Onlinewelt eingetaucht.

Was inspiriert dich?
YouTube (lacht). Interessante Lebensläufe und Menschen, die ihren eigenen Weg gehen.

Was ist positiv an deinem Job?
Ich bin flexibel, bekomme permanent neue Eindrücke und arbeite mit vielen verschiedenen Menschen zusammen. Außerdem kann ich mit in jeder Hinsicht kreativ ausleben.

Und was negativ?
Durch die vielen Eindrücke besteht die Gefahr der Zerstreuung, man muss lernen, sich auf seinen Weg zu fokussieren. Als Selbstständige muss man lernen, mit Bürokratie umzugehen, seine Zeit gut zu managen und sich auch mal Auszeiten zu gönnen.

Würdest du den Job weiterempfehlen?
Ich empfehle es immer, sich als Kreativer ein zweites Standbein aufzubauen, um flexibel zu bleiben.

Was sind deine drei wichtigen Worktools?
Mein Macbook, mein Handy und die Kamera.

Was rätst du Neueinsteigern?
Nehmt euch Zeit, euren eigenen Stil zu entdecken und probiert euch aus.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfeldes ein?
Bezogen auf die kreative Arbeit: Es ist schon jetzt nicht leicht, davon zu leben, es wird auch immer schwieriger werden. Gesellschaftliche Umwälzungen entstehen gerade und an Kultur wird immer mehr gespart. Deswegen ist ein eigenes Standbein sehr wichtig, da sehe ich im Onlinebereich eine grüne Ampel.

Was möchtest du noch erreichen?
Ich wünsche mir, dass beim Online-Magazin WORK IN PROCESS ein großes Team aus vielen interessanten Menschen entsteht, was sich gegenseitig befruchtet und dass, was Katrin und ich uns vorstellen, mit uns gemeinsam umsetzt. Trotzdem möchte ich Zeit für meine Kreativität beim Tanz und Schauspiel finden.

Welchen Ausgleich gönnst du dir?
Ich schaue gerne Filme, treffe mich mit Freunden, lese und mache Yoga – leider nicht regelmäßig.

Interview und Fotos: Katrin Haase, Titelfoto: Janine Marold, Fotos vom Filmset: Jasmin Schuller

freundevonfreunden.com/interviews/elsa-loy/

Steckbrief

  1. Alter: 32
  2. Wohnort: Berlin
  3. Beruf: Schauspielerin, Choreografin und Gründerin von WORK IN PROCESS
  4. Branche: Medien, Kreativ
  5. Anzahl an Arbeitstagen: 6
  6. Arbeitsstunden pro Tag: 10
  7. Pausen pro Tag: 1
  8. Status: Selbstständig


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