Emmanouela Sfakianaki

Reisekauffrau Emmanouela in Kreta

Reisekauffrau bei alfa voyages

Ammoudara, Heraklion, Kreta

Die Sonne scheint auf Kreta. Es ist September – einer der besten Monate, um auf der beliebten griechischen Insel Urlaub zu machen. Emmanouela empfängt mich in ihrem Reisebüro mit ihrer offenen, herzlichen Art und beschreibt mir ihren Arbeitsalltag.
07:30
Emmanouela steht jeden morgen um die gleiche Zeit auf, frühstückt und trinkt einen Kaffee. Danach macht sie sich fertig und erledigt schon am morgen ein wenig Hausarbeit. Dann geht es auch schon in das Reisebüro in Amoudara bei Heraklion, das gleich in der Nähe ist.

09:00
Emmanouela öffnet das Reisebüro, stellt die Werbetafeln vor dem Reisebüro auf und schaltet den Computer an. Sie checkt ihre E-Mails und bearbeitet Kundenanfragen. Danach betreten zwei Touristen das Reisebüro, sie wollen über einen Inselausflug informiert werden. Emmanouela verteilt dafür Broschüren und erklärt den Kunden in gutem Englisch, welche Optionen sich anbieten. Sie bietet verschiedene Routen an. Das Pärchen wählt die Insel Santorini. Emmanouela schreibt den beiden alle wichtigen Details auf, und übergibt den Kunden das Ticket.
Emmanouela berät die Touristen
Emmanouela berät die Touristen
Kreta hat einige touristische Highlights zu bieten
Kreta hat einige touristische Highlights zu bieten
10:30
Emmanouela macht eine kleine Pause, da gerade niemand im Laden ist. Sie isst einen kleinen Snack und kocht sich einen Kaffee.
11:00
Eine junge Frau kommt in das Büro. Sie ist erst heute auf Kreta angekommen und möchte eine Auskunft, welche Orte für einen Tagestrip interessant sind. Sie würde gern mit dem Boot unterwegs sein und am besten viele Orte sehen. Emmanouela schlägt ihr die Tour nach Balos Beach vor. Eine wunderschöne Bucht mit einer Lagune an der Westküste von Kreta, auch die „blaue Lagune“ genannt. Die junge Frau überlegt nicht lang und kauft ein Ticket. Zufrieden trinkt Emmanouela einen Schluck Kaffee und widmet sich dem nächsten Kunden, der schon wartet. So verläuft der Vormittag mit Beratungsgesprächen für Emmanouela zufriedenstellend.
Emmanouelas Reisebüro
Emmanouelas Reisebüro
14:00
Emmanouela macht jetzt erst einmal eine lange Mittagspause. Sie geht nach Hause und kocht sich etwas zum Essen. Danach macht sie sich auf zum Strand, der ganz in der Nähe ist, und genießt ein wenig die Sonne. Heute ist es sehr windig am Strand. Die See ist unruhig, aber der Ausblick grandios. Bei der Hitze ist eine frische Brise gar nicht so schlecht.
Eine beneidenswerte kleine Pause am Strand
Eine beneidenswerte kleine Pause am Strand
18:00
Emmanouela beginnt ihre zweite Schicht. Auch am Abend kommen viele Touristen, die Auskunft über verschiedene Orte und Inseln bekommen wollen und Touren buchen.
20:00
Emmanouela gönnt sich etwas Süßes und surft ein bisschen im Internet. Gerade ist kein Kunde da und sie hat ein wenig Zeit für eine kleine Pause.
20:30
Jetzt bearbeitet sie noch ein paar eingegangene E-Mails und die letzten Kunden des Tages betreten das Büro. Langsam wird es ruhiger und Emmanouelas Arbeitstag neigt sich dem Ende zu.
23:00
Endlich Feierabend. Emmanouela trägt die Werbetafeln wieder in das Büro und schließt ab.
Ein Angebot jagt das andere
Ein Angebot jagt das andere

Emmanouela Sfakianaki, Reisekauffrau bei alfa voyages aus Ammoudara, Heraklion, Kreta



Wenn andere in die Ferien fahren, ist für Emmanouela Hauptsaison. Der Blick auf das Meer gehört bei ihr zum Alltag. Keine fünf Minuten vom Strand entfernt, befindet sich das Reisebüro, in dem sie fast jeden Tag arbeitet. Die Arbeitszeiten sind lang und den Touristen angepasst. Zu dieser Zeit – im September – läuft das Geschäft am Besten. In der Wintersaison hat sie dagegen nicht viel zu tun und nutzt die Zeit, um zu reisen. Die meisten Urlauber buchen bei Emmanouela einen Ausflug mit dem Boot oder dem Bus zu den angrenzenden Inseln von Kreta, zum Beispiel auf die Inseln Chrissi oder Santorini. Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch, in dem Emmanouela alles über die die Inseln und deren Besonderheiten erzählt, kann sich der Kunde für ein Reiseziel und verschiedene Anbieter entscheiden. Es gibt viele Reisebüros in dieser Gegend und die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen, aber Emmanouela ist positiv gestimmt, da sie weiß, dass sie Qualität und guten Service bietet. Wie sie zu ihrem Job fand, erzählt sie im Interview.

Wie kamst du zu deinem Job?
Angefangen habe ich in einem großen Hotel auf Kreta. Das war ein Teil meiner Ausbildung in der Tourismusschule. Danach habe ich fünf Jahre in verschiedenen Abteilungen gearbeitet. Dadurch konnte ich viele Kontakte knüpfen und lernte damals auch meinen ehemaligen Chef kennen. Er bot mir einen Job in seinem Reisebüro an. Nach zwei Jahren wurde ich zum Direktor befördert. Zehn Jahre lang führte ich das Geschäft, kümmerte mich um unsere Kunden und das ganze Management. Als mein Chef in Rente ging, übernahm ich das Büro und leite und besitze es seitdem.

Was inspiriert dich?
Eine der wichtigsten Faktoren ist für mich, dass ich die Schönheit unseres Landes, die Sprache und speziell die Insel Kreta unseren Kunden durch unsere Exkursionen vermitteln kann. Auch die Interaktion mit vielen verschiedenen Menschen und Charakteren inspirieren mich und erweitern meinen eigenen Horizont.



Was ist positiv an deinem Job?
In einem Reisebüro zu arbeiten, hat viele Vorteile. Erstens: Ich treffe auf die unterschiedlichsten Menschen aus der Welt. So bekomme ich auch ein wenig von den verschiedenen Kulturen mit. Zweitens: Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ich unseren Kunden bei der Urlaubsorganisation helfen kann. Mein Ziel ist es, dass unsere Kunden die besten und schönsten Eindrücke von Griechenland bekommen. So konnte ich auch schon einige Freundschaften schließen. Ein weiterer Vorteil ist, dass meine Arbeitskonditionen sehr gut sind, obwohl ich lange arbeite. Es wird nie langweilig, da ich immer mit verschiedenen Menschen zu tun habe.

Und was negativ?
Es gibt auch ein paar Nachteile. Einer davon ist, dass ich immer in dem Reisebüro sein muss. Das betrifft die Monate April bist Oktober – die Hauptsaison. Ein weiterer Nachteil ist, dass ich manchmal Kunden habe, die nicht sehr freundlich sind.

Würdest du den Job weiterempfehlen?
Auf jeden Fall! Obwohl es viele Anforderungen gibt, die man erfüllen muss, wie zum Beispiel das Sprechen von mehreren Sprachen und das Hintergrundwissen über die verschiedensten Orte und Kulturen. Hinzu kommen die erforderlichen Kenntnisse, die für die Erledigung der Aufgaben in der Verwaltung nötig sind.

Was sind deine drei wichtigen Worktools?
Die Stadt- und Landkarten, die informierenden Broschüren und die Sprachen, die ich spreche. Wenn man in diesem Bereich arbeitet, ist es gut, ein paar Sprachen zu sprechen, da viele Kunden lieber in ihrer Sprache kommunizieren.

Was rätst du Neueinsteigern?
Ich würde jedem empfehlen, voll bei der Sache zu sein. In diesem Beruf muss man sehr kommunikativ und gut informiert sein. Je mehr Wissen man hat, umso besser kann man seine Kunden beraten. Die Geschichte und Geografie eines Landes muss man im Gedächtnis haben, genauso wie alle wichtigen Orte, Inseln, archäologischen Stätten und die Programme der Exkursionen, die angeboten werden.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfeldes ein?
Der Tourismus-Sektor ist einer der wichtigsten Bereiche in der griechischen Wirtschaft und steigt stetig, trotz der wirtschaftlichen Probleme der letzten Jahre. Kreta im Speziellen bietet eine große Vielfalt an Museen, exotischen Stränden, einer wunderschönen Landschaft bis hin zu vielen interessanten Sehenswürdigkeiten. Wenn Kreta seine Authentizität und Tradition bewahrt, werden auch immer Urlauber kommen. Aber es spielen noch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel der Einfluss der Regierung und deren Unterstützung.

Unterwegs auf Kretas Straßen

Was möchtest du noch erreichen?
Nach vielen Jahren der Arbeit habe ich es geschafft, mein eigenes Business aufzubauen. Somit habe ich schon fast alles erreicht, was ich wollte. Eventuell werde ich noch expandieren.

Welchen Ausgleich gönnst du dir?
Im Sommer habe ich sehr wenig Freizeit und nutze die wenige Zeit, um zu entspannen. In der Winterzeit treibe ich Sport und lerne fremde Sprachen. Manchmal besuche ich auch Fortbildungen, die mir in meinem Beruf nützlich sein können. Ansonsten reise ich viel und lerne gerne neue Kulturen und Menschen kennen.

Interview und Fotos: Elsa Loy

Steckbrief

  1. Alter: 40
  2. Wohnort: Ammoudara, Heraklion, Kreta
  3. Beruf: Reisekauffrau bei alfa voyages
  4. Branche: Tourismus
  5. Anzahl an Arbeitstagen: 7
  6. Arbeitsstunden pro Tag: 10
  7. Pausen pro Tag: 4
  8. Status: selbstständig
Kontakt

alfa voyages
118, avenue Papandreou
GR 71414 Heraklon, Griechenland
E-Mail: alfaburo@otenet.gr



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