Katharina Gless

Grafikdesignerin bei Viertelrausch und Effektrausch

Leipzig

Katharina Gless liebt Farben, Formen und Typografie. Wie die Grafikdesignerin ihren Arbeitsalltag zwischen Designagentur und Onlinemagazin gestaltet, haben wir uns angeschaut.
08:50
Zehn vor neun steigt Katharina auf ihr Fahrrad und radelt zur Kammgarnspinnerei in Plagwitz, wo sich das Büro ihres Ateliers für Gestaltung und Kommunikation Effektrausch befindet.
Katharina am Eingang der Kammgarnspinnerei
Katharina am Eingang der Kammgarnspinnerei
09:00
Dort angekommen, öffnet sie das Büro und fährt ihren Laptop hoch. Wenige Minuten später trifft ihre Geschäftspartnerin Sandra ein. Beide besprechen, was für den heutigen Tag ansteht und was sie erledigen wollen: eine gemeinsame To-do-Liste entsteht.
Katharina und Sandra an ihrem Schreibtisch
Katharina und Sandra an ihrem Schreibtisch
09:30
Halb zehn beginnt Katharina, am Rechner erste E-Mails zu checken und sie der Priorität nach zu beantworten. Kleine Designaufgaben erledigt sie dabei sofort. Was geschafft ist, ist geschafft.
Katharina arbeitet zur besseren Sichtbarkeit mit zwei Bildschirmen
Katharina arbeitet zur besseren Sichtbarkeit mit zwei Bildschirmen
10:30
Zeit für Bürokratie: Heute steht die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung an. Dafür sortiert sie Belege, die sie später beim Steuerberater abgibt.
11:00
Nun widmet sie sich der Arbeit an unserem Magazin WORK IN PROCESS und bereitet Grafiken für den Programmierer Martin vor. Dafür erstellt sie ein Handbuch für das Design der Seite, in dem Schriften, Farben, Positionen und Logos definiert werden.
Das Skizzenbuch mit den WORK IN PROCESS-Ideen
Das Skizzenbuch mit den WORK IN PROCESS-Ideen
13:00
In der Mittagspause schlendern Katharina und Sandra zu Lidl und kaufen dort Obst, Gemüse, Nüsse und Wasser ein. Den kleinen Spaziergang in der Sonne genießen sie sehr.
Nüsse als Energiebringer
Nüsse als Energiebringer
14:00
Zurück im Büro, beginnt Katharina an einer Imagebroschüre zu arbeiten. Katharina bearbeitet dafür die Bilder mit Photoshop und beginnt mit dem Layout. Das Medienkonzept der Broschüre ähnelt dem Onlinemagazin Viertelrausch. Im Layout legt Katharina besonderen Wert darauf, die passenden Bilder zu den Zitaten zu finden, sodass das vorgestellte Unternehmen aus anderer Perspektive sehr nah und authentisch gezeigt wird.
16:00
Nach zwei Stunden ist es an der Zeit, einen anderen Auftrag für Effektrausch zu erledigen: Für eine Firma bearbeitet sie Portrait-Fotos der Mitarbeiter, die auf der Firmenwebsite vorgestellt werden sollen.
17:00
Szenenwechsel: Sandra und Katharina fahren gemeinsam zu einem Interviewtermin für ihr Magazin Viertelrausch. Sie treffen sich mit Berivan und interviewen sie am Café Jimmy Orpheus. Dabei schießt Katharina die Fotos, während Sandra das Gespräch führt und aufzeichnet.
Katharina und Sandra fahren mit dem Rad zum Interviewtermin
Katharina und Sandra fahren mit dem Rad zum Interviewtermin
18:00
Nach dem Ende des Interviews fahren beide mit dem guten Gefühl, heute viel geschafft zu haben, mit dem Fahrrad nach Hause.

Katharina Gless, Grafikdesignerin bei Viertelrausch und Effektrausch aus Leipzig



Die Leipzigerin Katharina Gless entwickelte dank der Fotografie schon als Jugendliche einen kreativen und ästhetischen Blick. Nach der Schule und einer Work&Travel-Erfahrung in Neuseeland entschied sie sich zunächst für eine Ausbildung als Mediengestalterin in ihrer Heimatstadt. Da ihr das dort erlernte Wissen noch nicht genügte, entschied sie sich danach für ein Studium der Medienkommunikation an der Technischen Universität Chemnitz. Dort lernte sie ihre derzeitige Geschäftspartnerin Sandra Hofmann kennen, mit der sie seit dem Ende des Studiums eigene Projekte auf die Beine stellt – und das ziemlich erfolgreich. Das Leipziger Online-Magazin Viertelrausch ist mittlerweile stadtbekannt und dient dadurch gut als Referenz für Effektrausch, das gemeinsam betriebene Atelier für Gestaltung und Kommunikation. Dort leben Katharina und Sandra ihren Traum von der Selbstständigkeit und sprühen nur so vor Ideen und Konzepten, mit denen sie uns noch überraschen werden.

Wie kamst du zu deinem Job?

Während des Studiums habe ich Sandra kennengelernt. Wir beide wussten nicht, wohin es gehen soll. Praktika haben die vielen Möglichkeiten aufgezeigt, aber noch keinen klaren Weg vorgegeben. Zuerst haben wir im Herbst 2014 gemeinsam Viertelrausch gegründet und sind damit im Januar 2015 online gegangen. Etwas qualitativ Hochwertiges sollte entstehen. Wir wollten dabei lernen, unser wissen in der Praxis anwenden. Das Start-Up-Weekend und die verschiedenen Interviewpartner gaben uns wertvolles Feedback zum Design und zur Kommunikation. Als die ersten Anfragen kamen, das auch für andere umzusetzen, dachten wir uns: Warum eigentlich nicht ein Atelier für Gestaltung und Kommunikation gründen? Über diese Idee hatten wir von Anfang an herumgesponnen, sie fühlte sich immer sehr weit weg an. Im Herbst begannen wir ein Crowdfunding bei VisionBakery und erhielten so über 5.500 Euro von Unterstützern, die an unsere Idee geglaubt haben. Damit konnten wir den Effektrausch-Internetauftritt und den Relaunch von Viertelrausch finanzieren. Seit Januar 2016 ist nun beides online. Unser erster Auftrag war ein neues Logo für eine Fotografin.

Was inspiriert dich?
Mich inspirieren meine Umgebung und schöne Dinge, die mir vor die Augen kommen. Das kann Design, Kunst, Architektur, einfach alles sein.

Was ist positiv an deinem Job?
Jeder Tag ist anders, es kann immer etwas Unerwartetes passieren. Es ist immer wieder eine neue Herausforderung, an der ich wachsen kann. Das macht es spannend und motiviert mich. Und ich habe die Möglichkeit, an vielen tollen Projekten mitzuarbeiten.

Katharina am großen Fenster ihres Büros
Katharina am großen Fenster ihres Büros


Und was negativ?
Deadlines können sehr stressig sein. Ich muss auch mal am Wochenende oder Nächte durcharbeiten. Das gehört dazu. Ich habe unheimlich viel Verantwortung gegenüber dem Kunden und der dazugehörigen Projekte. Unter Druck hochwertige Arbeit zu leisten ist nicht immer einfach – aber das lernt man.

Würdest du den Job weiterempfehlen?
Ja. Ganz wichtig dabei ist ein guter Partner, auf den man vertrauen kann.

Was sind deine drei wichtigen Worktools?
Sandra, meine Kreativität und mein Laptop.

Was rätst du Neueinsteigern?
Wenn ihr einen starken Wunsch habt, eine Idee umzusetzen: dranbleiben! Es gibt immer viele Stimmen gegen die Selbstständigkeit. Davon solltet ihr euch nicht abbringen lassen – einfach machen. Diese Einstellung bringt einen wirklich weit. Ihr solltet euch ein gutes Netzwerk aufbauen und in eurem Fach immer auf dem aktuellen Stand bleiben.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfeldes ein?
Ich persönlich denke nicht soweit und lebe im Moment. Wir arbeiten natürlich hart für unsere Zukunft und entwickeln neue Ideen und versuchen Nischen ausfindig zu machen, die noch nicht besetzt sind. Man muss flexibel bleiben.

Was möchtest du noch erreichen?
Ich möchte mit Sandra erreichen, uns soweit zu bringen, dass wir ein funktionierendes Geschäftsmodell haben und von unserem Atelier leben können. Dabei möchte ich immer glücklich sein können.

Die Visitenkarten von Effektrausch
Die Visitenkarten von Effektrausch


Welchen Ausgleich gönnst du dir?
Mit Freunden unterwegs sein und Fahrrad fahren. Einfach draußen sein und die Natur genießen – das entspannt mich.

Steckbrief

  1. Alter: 28
  2. Wohnort: Leipzig
  3. Beruf: Grafikdesignerin bei Viertelrausch und Effektrausch
  4. Anzahl an Arbeitstagen: 5
  5. Arbeitsstunden pro Tag: 8
  6. Pausen pro Tag: 1
  7. Status: selbstständig
Kontakt

Website: wirsindeffektrausch.de
viertelrausch.de
E-Mail: post@effektrausch.de



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