Sandra Hofmann

Kommunikationsstrategin Geschäftsführerin und Mitgründerin der rauschundrausch GbR

Kommunikationsstrategin bei Viertelrausch und Effektrausch

Leipzig

Selten trifft man Menschen, die besser vernetzt sind als Sandra Hofmann. Kein Wunder: Kommunikation ist ihr Fachgebiet. Wie die Kommunikationsstrategin und Gründerin ihren Tag strukturiert, erzählt sie uns hier.
08:00
Morgens packt Sandra Hofmann ihren Rucksack und bereitet das Frühstück im Paleo-Stil zu, das sie später im Atelier essen wird. Dann schreibt sie zwei To-Do-Listen: eine für den Tag und eine für die Woche.

08:30
Mit dem Fahrrad fährt sie eine halbe Stunde lang von Leipzigs Osten ins westlich gelegene Plagwitz, wo sich das gemeinsam mit Katharina Gless betriebene Atelier von Effektrausch befindet.
09:00
Nun ist es endlich Zeit für das Frühstück im Büro. Nebenbei macht Sandra den Laptop auf und beantwortet beim Frühstücken schon die ersten E-Mails. Dabei wirft sie auch immer einen Blick auf ihre To-Do-Liste
09:15
Sandra und Katharina im Büro
Sandra und Katharina im Büro
Als ihre Kollegin Katharina im Büro ankommt, wird beim Frühstücken erst einmal ausgiebig über Privates und Berufliches gequatscht.
10:00
Sandra am Laptop in ihrem Büro
Sandra am Laptop in ihrem Büro
Danach wendet sich Sandra zunächst kleineren Aufgaben zu, die zu erledigen sind, damit sie danach den Kopf für Größeres frei hat. Zum Beispiel ist sie Quartiersleiterin des Leipziger Teams der Digital Media Women, dafür gilt es, interne Vorgänge und Absprachen zu koordinieren und die nächste Veranstaltung zu planen. Dabei kommuniziert sie hauptsächlich mithilfe von Facebook, Telegram, Whatsapps und E-Mails. Um sich nicht in jeden Dienst einzeln einloggen zu müssen, benutzt sie im Browser die Webapplikationen der Dienste.

11:00
Nun fängt Sandra an, eine Website für einen Kunden, den Fashionbazaar zu bauen. Dafür setzt sie Wordpress auf und richtet daneben Mailzugänge ein. Wenn Fragen auftauchen, kommuniziert sie immer wieder mit den Auftraggeberinnen Cecilia Mlayeh und Isabel Köder. Sandra arbeitet sich in das Template ein und fängt an, die Struktur zu legen und die Webseite mit Inhalten zu füllen.
13:00
In der Mittagspause spaziert sie gemeinsam mit Katharina zum Lidl, um frisches Obst und Gemüse zu holen. Dort gibt es die günstigsten und leckersten Nüsse, verrät Sandra. Beim gemeinsamen Essen am gelben Tisch im Atelier hören sie Musik, meist die Playlist von Katharina.
14:00
Um zwei starten beide fröhlich in die zweite Runde des Arbeitstags. Neue E-Mails sind eingetroffen, die Sandra sogleich beantwortet. Danach beginnt sie, ein Kommunikationskonzept zu schreiben. Sie überlegt und sammelt, welche Anforderungen und Wünsche die Kunden geäußert haben. Am Vortag hatte Sandra bereits Texte zum Thema Scrum in der Deutschen Nationalbibliothek kopiert, die sie jetzt durchliest. Scrum ist eine Form für agiles Projektmagament. Es bietet die Möglichkeit, flexibel und schnell auf Änderungen oder neue Gegebenheiten zu reagieren. Diese Form des Projektmanagements wird bei ihrem Kunden implementiert und löst einen Change Prozess aus. Die Einführung von Scrum, also diesen Veränderungsprozess innerhalb des Unternehmens, werden Sandra mit Katharina mit der Erstellung eines Porträtmagazins beim Kunden begleiten.
17:00
Ein Aufkleber des Magazins Viertelrausch
Ein Aufkleber des Magazins Viertelrausch
Szenenwechsel: Sandra konzentriert sich nun auf ihr Online-Magazin Viertelrausch und bereitet das Interview vor, das am heutigen Abend noch aussteht. Dafür beliest sie sich über den Interviewpartner und legt Themen und Fragen grob fest, die sie stellen möchte. Daran wird sie sich nicht starr halten, sondern dem natürlichen Lauf des Gesprächs folgen. Die wirklich spannenden Themen ergeben sich meist spontan durch genaues Zuhören Sandra und Katharina fahren gemeinsam zu dem Interviewtermin und treffen sich mit Tammo an der Rosalinde. Während Sandra das Interview führt, schießt Katharina die Fotos. Das Gespräch hält Sandra mit der Audioaufnahmefunktion des iPhones fest, um es später wortgetreu transkribieren zu können und die Interviewsituation so natürlich wie möglich zu gestalten. Wenn Sandra und Katharina eine Akustiksession aufnehmen, benutzen sie den Zoom H2N Handy Recorder. Dieser ist für normale Porträtinterviews jedoch zu groß und versetzt den Interviewten nur in unnötige Unruhe.
18:00
Sandra mit ihrer Kollegin und Mitgünderin Katharina Gless
Sandra mit ihrer Kollegin und Mitgünderin Katharina Gless
Nach dem spannenden Gespräch fahren beide mit ihren Rädern nach Hause und freuen sich schon auf ihre Trainingsstunde mit Annica im Volkspark

Sandra Hofmann, Kommunikationsstrategin bei Viertelrausch und Effektrausch aus Leipzig



Sandra Hofmann kann kommunizieren. Das klingt leicht und selbstverständlich, ist es aber nicht. Beim heutigen Stand der Technik mit all seinen Verzweigungen und Möglichkeiten gilt es, den Überblick zu behalten und immer up to date zu bleiben. Wie verständigen sich interkontinental vernetzte Firmen am effizientesten? Wie erreicht man am besten welche Zielgruppe? Wie kommuniziert man heute digital? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Sandra seit ihren Studien der Medienkommunikation an der Technischen Universität Chemnitz und der Kommunikationswissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Ihre Fähigkeiten setzt sie nun in der von ihr und Katharina Gless gegründeten rauschundrausch GbR optimal ein, zu der das Atelier für Gestaltung und Kommunikation Effektrausch und das Leipziger Online-Magazin Viertelrausch gehören. Wie all das zustande kam und was die beiden noch aushecken, erzählt sie im Interview.

Wie kamst du zu deinem Job?
Während meiner Schulzeit und Ausbildung habe ich bereits viel gearbeitet und konnte so in verschiedene Strukturen hineinschnuppern. Immer deutlicher habe ich so gemerkt, welche Wertvorstellungen ich auch auf Arbeit leben möchte und was ich für mich ausschließe. Mit der Zeit wurde ich immer rigoroser und wusste immer genauer, für wen ich nicht mehr arbeiten wollte. In Bamberg zu bleiben war ausgeschlossen, so entschied ich mich im Juni, gleich einen Monat später nach Leipzig zu ziehen – in die Heimat. Dort angekommen schrieb ich jedem, den ich noch kannte. So auch Katharina, wir hatten uns beim Studium in Chemnitz kennengelernt. Wir trafen uns und stellten fest, das wir in einer ähnlichen Situation stecken: Wir können viel, aber so richtig will einen gerade keiner haben. Wir wussten nicht, wohin. Beim dritten Date haben wir schon Nägel mit Köpfen gemacht. Es ging alles sehr schnell: Im August war das erste Treffen, im November stand bereits unsere Website.

Was inspiriert dich?
Der Glaube Anderer an ihre eigenen Vorstellungen motiviert mich und Gründercharaktäre und deren Visionen interessieren mich. Sie realisieren Dinge, die andere für unmöglich halten. Auch unsere eigene Geschichte inspiriert mich. Es ist so schön zu sehen, wie weit wir es schon geschafft haben. Wir bleiben einfach dran. Darauf bin ich stolz und das inspiriert mich, weiterzumachen.

Was ist positiv an deinem Job?
Meine Freiheit ist das Positivste daran. Außerdem kann ich immer wieder über mich hinauswachsen. Ständig überwinde ich neue Herausforderungen und habe Chancen, das zu machen, was ich mir vorstelle.

Und was negativ?

Manchmal kommen alle auf einmal – alle am gleichen Tag – das ist manchmal stressig, aber herausfordernd. Dann fallen Kleinigkeiten vielleicht unter den Tisch, die für andere wichtig sind und die ich acuh ernst nehme, aber die Zeit steht mir im Weg. Ich wünsche mir auch, dass man für bürokratische Angelegenheiten verlässlichere Aussagen bekommt.

Würdest du den Job weiterempfehlen?
Auf jeden Fall. Gründen, eigene Vorstellungen umsetzen und seine Kompetenzen erforschen, kann ich generell jedem weiterempfehlen.

Was sind deine drei wichtigen Worktools?
Elektronische Geräte, mein Print-Kalender und mein To-Do-Listen-Block.

Was rätst du Neueinsteigern?
Haltet euch ständig auf dem Laufenden, und lasst euch nicht von jedem reinquatschen. Feedback ist zwar sehr wichtig, das solltet ihr auch ernst nehmen, aber bewertet es selbst und macht euer eigenes Ding. Glaubt an eure eigenen Wertvorstellungen und sucht euch den passenden Weg dazu. Geht zu Veranstaltungen wie das Start-Up-Weekend, wo jeder seine eigene Idee erarbeiten kann, und bewerbt euch auf Stipendien, das Ausfüllen der vielen Fragebögen hilft auch ungemein der Selbstreflexion.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfeldes ein?
Die Zukunft schätzte ich gut ein. Zwar wird immer mehr digitalisiert und automatisiert, das funktioniert bei Kommunikationsstategien jedoch in dem Maße noch nicht. Mein Job selbst wird daher nicht komplett wegfallen können.

Was möchtest du noch erreichen?
Katharina und ich sollen weiter so zufrieden, bodenständig und glücklich bleiben, bei dem was wir tun. Außerdem würde ich gerne mal etwas mit Licht machen.

Welchen Ausgleich gönnst du dir?
Ich gehe gerne essen, mache Yoga und gehe zum Outdoor Gym. Auch Musikhören und Fahrradfahren hilft mir beim Entspannen.

Interview und Fotos: Katrin Haase

Steckbrief

  1. Wohnort: Leipzig
  2. Beruf: Kommunikationsstrategin bei Viertelrausch und Effektrausch
  3. Branche: Kreativ, Internet, Büro
  4. Anzahl an Arbeitstagen: 5
  5. Arbeitsstunden pro Tag: 8
  6. Pausen pro Tag: 1
  7. Status: Selbstständig
Kontakt

Website: wirsindeffektrausch.de
viertelrausch.de
E-Mail: post@effektrausch.de



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