Marie Staggat

Marie Staggat, Fotografin / Online-Magazin WORK IN PROCESS

Fotografin

Berlin

Marie Staggats Bilder haben eine besondere Atmosphäre und betonen die Persönlichkeit eines jeden Menschen. Ihren großen Durchbruch feierte die Fotografin mit ihrem Buch 313ONELOVE, in dem sie die Detroiter Musikgrößen aus der Techno- und House-Szene portraitierte. Wir haben Marie in Berlin getroffen, um mit ihr über ihre Profession zu sprechen.
07:00
Marie steht auf und mach sich zum Frühstück einen Haferbrei und einen Smoothie, bevor sie sich ihrer Arbeit widmet.
08:00
Nach dem Frühstück setzt sie sich an ihren PC und beginnt, erste E-Mails zu beantworten und ihren Arbeitstag zu strukturieren. Heute bearbeitet sie noch ein paar Fotos vom letzten Shooting, bevor sie sich auf den Weg ins Fotostudio macht.
09:00
Marie fährt mit dem Drive Now zu dem Fotostudio, in dem sie halbtags arbeitet.

09:30
Marie bereitet ein Foto Shooting vor
Marie bereitet ein Foto Shooting vor
Im Studio angekommen, bereitet Marie ein kommendes Foto-Shooting vor. Heute wird sie ein Model fotografieren, das verschiedene Bilder für die Setcard – ihre digitale Fotomappe – benötigt. Nebenbei kümmert sich Marie um die zwei Auszubildenden, die ihr bei dem Shooting assistieren.
11:00
Marie und ihre Kamera
Marie und ihre Kamera
Das Shooting beginnt. Nach einem kurzen Vorgespräch werden mehrere Posen nacheinander ausprobiert. Nach ein paar Aufnahmen wechselt das Model ihr Outfit, und es geht weiter. Marie fotografiert dabei nicht nur. Sie animiert, gibt Tipps und versucht eine lockere Atmosphäre zu schaffen.
14:00
Das Shooting ist beendet, das Model glücklich mit den Fotos, und Marie macht sich auf zu einem anderen Shooting mit einem Künstler aus der elektronischen Musikszene, Ron Trent, ein DJ und Musikproduzent aus Chicago. Marie ist in diesem Bereich als Fotografin sehr begehrt und hat bereits diverse DJs und Künstler aus der Szene portraitiert.
14:30
Marie bei der Arbeit
Marie bei der Arbeit
Das Shooting findet draußen statt. Marie macht Portrait-Aufnahmen von dem Musiker. Sie fotografiert von mehren Spots aus und konzentriert sich auf den Moment, unabhängig von dem, was um sie herum geschieht. Dieses Mal sind die Fotos schnell im Kasten.
18:00
Feierabend
Feierabend
Nach dem Shooting fährt die Fotografin mit dem Mietwagen nach Hause. Sie isst eine Kleinigkeit und setzt sich dann noch einmal an ihren Computer.
19:00
Nun beginnt sie mit der Nachbereitung des Shootings. Dazu indexiert sie erst einmal alle Bilder, um einen Überblick zu erhalten und fängt dann an, die Favoriten zu bearbeiten. Danach bearbeitet sie Fotos von einem anderen Shooting. Es handelt sich um den Musiker Model 500, bekannt auch unter dem Namen Juan Atkins. Die Bilder sind in Detroit entstanden. Ein paar Feinheiten werden noch korrigiert und ein paar Anpassungen vorgenommen. Danach beantwortet sie noch einmal neu eingegangene E-Mails, bevor sie den Rechner für heute ausschaltet.
22:00
Marie trifft sich mit einer Freundin zum Essen in einem ihrer Lieblingsrestaurants, das Sage Restaurant in der Köpenicker Straße in Berlin und genießt den wohlverdienten Feierabend.

Marie Staggat, Fotografin aus Berlin



Die in Berlin lebende Fotografin Marie Staggat ist in der elektronischen Musikszene eine bekannte Größe.Vor ihrer Linse standen bisher über 600 Musiker wie zum Beispiel Juan Atkins, Louie Vega, Moodymann oder Underground Resistance, aber auch Prominente wie Udo Walz oder Michael Michalski vertrauen ihrem Können und Talent. Veröffentlicht wurden ihre Bilder in der Vogue Germany, dem elektronischen Musikmagazin Groove und in verschiedenen Zeitungen wie der Süddeutschen oder dem Tagesspiegel. Im April diesen Jahres brachte Marie nach über sechs Jahren Arbeit ihren ersten Bildband heraus: 313ONELOVE. In dem Buch werden über 170 Künstler der Detroiter Techno-und House-Szene in Schwarzweißaufnahmen portraitiert. In dem legendären Berliner Club, dem Tresor, wurde die Launch Party des Buchs gefeiert. Den Erlös spendet Marie an Kinder und Jugendliche in Detroit und hat zu diesem Zweck einen gemeinnützigen Verein gegründet. Auf der Website des Projekts wird deutlich, wie sehr die Künstler Marie schätzen und welchen Wert sie ihrer Arbeit beimessen. In einem Kurzfilm kommen die portraitierten Künstler zu Wort. Dabei wird klar, dass dieses Projekt eine besondere Handschrift trägt. Der Liebe zu Detroit und der Musik, die dort entstanden ist.

Wie kamst du zu deinem Job?
Nach dem Abitur habe ich mich in Berlin für eine Ausbildung als Fotografin beworben und wurde angenommen. Die Ausbildung hat insgesamt drei Jahre gedauert. Ich hatte Glück und wurde nach meinem Abschluss in meinem Studio übernommen. Nebenbei habe ich angefangen, im Tresor zu arbeiten und bin seitdem mit dem Club eng verbunden.

Was inspiriert dich?
Mich inspirieren die Menschen und die unterschiedlichen Charaktere, die ich fotografiere. Mein Ziel ist es, die Seele eines Menschen zu zeigen und das Ich der anderen Person herauszukitzeln.
Beeinflusst bin ich natürlich auch durch andere Künstler, die Musik oder die Natur.

Was ist positiv an deinem Job?
Ich kann mich in meiner Kreativität ausleben und gleichzeitig andere Menschen mit meinen Fotos glücklich machen. Mich erfüllt es, dass ich mein Hobby zum Beruf machen und dabei auch noch flexibel sein kann. Ich liebe es, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Ich kann zwar keine Leben retten, aber machmal die Beziehung (lacht).

Und was negativ?
Oft arbeitet man dafür, dass man sich wieder neues Equipment kaufen kann, da dieses sehr teuer ist. Zudem ist der Markt sehr überlaufen. Der Beruf Fotograf ist kein geschützter Beruf. Viele Menschen geben sich leider mit schlechterer Qualität zufrieden. Als Selbstständiger hat man selten einen geregelten Tagesablauf. Oft bleibt immer noch Arbeit übrig.

Würdest du den Job weiterempfehlen?
Ja! Nein lieber nicht, sonst gibt es ja noch mehr Fotografen (lacht).
Aber man sollte sich im Klaren sein, dass die Welt nicht auf einen wartet.

Was sind deine drei wichtigen Worktools?
Meine Kamera, das Objektiv und mein Computer.

Was rätst du Neueinsteigern?
Man sollte sich auf jeden Fall bewusst machen, dass es viel Arbeit ist. Es ist wichtig, zu lernen, Niederschläge wegzustecken und sich nicht vom weg abringen lassen und trotzdem dabei zu versuchen, sich selber treu zu bleiben. Es ist wichtig auf sein Herz und seine Kreativität zu hören und nicht andere Künstler zu kopieren.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfeldes ein?
Ich glaube, der Beruf Fotograf stirbt nicht aus. Es werden sicherlich immer mehr Menschen diesen Beruf ergreifen und somit wird es ein sehr großes Angebot in diesem Bereich geben. Ich habe aber den Eindruck, dass gerade auch wieder die Ansprüche an die Qualität steigen.

Was möchtest du noch erreichen?
Das Vogue Cover mit Kate Moss (grinst).

Welchen Ausgleich gönnst du dir?
Leider gönne ich mir selten genug Ausgleich. Ich mache gerne Yoga, höre Musik, gehe gerne mit Freunden tanzen oder zeichne.

Interview und Fotos: Elsa Loy

Steckbrief

  1. Wohnort: Berlin
  2. Beruf: Fotografin
  3. Branche: Kreativ
  4. Anzahl an Arbeitstagen: 6
  5. Arbeitsstunden pro Tag: 13
  6. Pausen pro Tag: 2
  7. Status: selbstständig


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