Panayiotis Katsimpouris

Keramiker

Nafplio, Griechenland

Im beschaulichen griechischen Küstenort Nafplio hat er seinen Hobby zum Beruf gemacht: Der Keramiker Panayiotis Katsimpouris verkauft in seinem eigenen Laden, der direkt an seine Werkstatt anschließt, selbst hergestellte Keramikwaren. Wir waren einen Tag lang dabei.
08:00
Aufstehenszeit und Meditation: Panayiotis Katsimpouris steht gegen acht oder halb-neun auf und spielt mit seiner Katze. Danach beginnt er Morgen für Morgen mit seiner Meditation, macht sich fertig und geht zu Fuß in seine Werkstatt.
10:00
Panayiotis vor seinem Laden in Nafplio
Panayiotis vor seinem Laden in Nafplio
Seinen Laden öffnet er 10 Uhr und trinkt dabei seinen ersten Kaffee. Bis 20 Uhr wird die Tür für Besucher geöffnet, in der Hauptsaison von Juli bis August manchmal auch länger.
11:00
Panayiotis bei der Arbeit
Panayiotis bei der Arbeit
Panayiotis Katsimpouris beginnt mit seinen Arbeiten. Im Moment stellt er die roten Tassen für einen Kunden aus Nürnberg her – eine Auftragsarbeit. Er dreht dabei seine Töpferscheibe. Mithilfe des Werkzeugs formt er verschiedene Gefäße, wie Vasen, Tassen und auch Kunstgegenstände. Im hinteren Teil des Ladens befindet sich seine Werkstatt. Hier werden die gefertigten Arbeiten gebrannt und mit einer Glasur versehen.
14:00
Zwei Uhr ist es Zeit für ein Mittagessen. Meistens isst er jedoch nur eine Kleinigkeit in seinem Laden.
14:30
Danach arbeitet er weiter an seiner Auftragsarbeit. Zwischendurch betreten neugierige Touristen seinen Laden mit staunenden Blicken und leuchtenden Augen. Mit allen hält Panayiotis Katsimpouris ein Schwätzchen – mal auf Englisch, mal auf Griechisch, mal überrascht er mit russischen oder deutschen Vokabeln. Dabei verkauft er drei Schüsseln, einen Schlüsselanhänger und einen Magneten. Alles, was er verkauft, ist handgefertigt und somit ein Unikat. Da die Werkstatt und der Laden miteinander verbunden sind, ist das gleichzeitige Arbeiten kein Problem.
18:00
Der Eingangsbereich
Der Eingangsbereich
Abendbrotszeit im Laden: Um sechs beginnt Panayiotis Katsimpouris, in einer kleinen Küchenzeile im hinteren Bereich seiner Werkstatt etwas für sich zu kochen. Er hat dort alles, was er zum Kochen braucht und das macht es ihm einfach, das Essen mit der Arbeit zu verbinden.
22:00
Um zehn schließt Panayiotis Katsimpouris seinen Laden und läuft gemächlichen Schritts zurück nach Hause, wo seine Katze auf ihn wartet.

Panayiotis Katsimpouris, Keramiker aus Nafplio, Griechenland



Als ich Panayiotis Katsimpouris in seiner Keramikwerkstatt besuche, modelliert er gerade mit viel Fingerfertigkeit rote Tassen. Konzentriert und mit Bedacht tupft er den Pinsel auf die getrocknete Keramik vom Vortag. Ich bin nicht angemeldet und frage ihn spontan, ob ich ihn einen Tag lang über die Schulter blicken kann – kein Problem für den vor Ruhe und Gelassenheit strahlenden Keramiker.
In seinem Laden finden sich die verschiedensten Gegenstände: Tassen, Schlüsselanhänger, Kühlschrankmagneten. Alle Arbeiten sind handgefertigt und individuell verziert. Die Werkstatt, die zugleich auch als Laden zum Verkauf der Töpferwaren dient, liegt in Nafplio, der ehemaligen Hauptstadt Griechenlands. Heute ist sie ein beliebter Ferienort am Meer und zwei Stunden Busfahrt von Athen entfernt. Seit 1986 betreibt Panayiotis Katsimpouris hier seine eigene Töpferwerkstatt, die er fast täglich für neugierige Besucher öffnet.
Panayiotis Katsimpouris kommt ursprünglich von der Insel Peloponnes aus dem Ort Kalamata. Schon sehr früh beschäftigte er sich mit Keramik. Zuerst als Hobby an Wochenenden, später in Workshops bei verschiedenen Lehrern. Für ihn ist Arbeit kein Mittel zum Zweck. Vielmehr spricht er von einer Profession. Es geht ihm weniger darum, Geld zu verdienen, vielmehr will er mit seiner Kunst einen Beitrag innerhalb der Gemeinschaft leisten.


Wie kamst du zu deinem Job?
Ich besuchte am Anfang Workshops. Ein Freund machte mich darauf aufmerksam. Später unterrichteten mich meine zwei Lehrer, die mich in meinem künstlerischen Werdegang begleitet haben.

Was inspiriert dich?
Alles inspiriert mich, zum Beispiel die Geschichte von Ländern und Kulturen. Eine gewisse Inspiration kommt aber auch aus einem selbst. Um sie zu wecken und eine gewisse Freiheit zu erlangen, meditiere ich.

Was ist positiv an deinem Job?
Ich finde ihn vergleichbar mit der Liebe: Alles an meinem Job ist für mich inspirierend.

Und was negativ?
Manchmal fehlt die Wertschätzung: Die meisten sehen nicht, wie viel Arbeit hinter dieser Kunst steckt.

Was sind deine drei wichtigen Worktools?
Meine Töpferscheibe und meine Werkstatt mit dem speziellen Ofen, den ich für die Fertigstellung der einzelnen Kunstwerke brauche.



Was rätst du Neueinsteigern?
Mache aus deiner Arbeit eine spirituelle Praxis.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfelds ein?
Das ist schwierig zu beantworten, denn es kommt immer auch auf die Person, die den Beruf ausführt, an.

Was möchtest du noch erreichen?
Neben einem stabilen Einkommen möchte ich neue Ideen und Ansätze in meiner Kunst umsetzen.

Welchen Ausgleich gönnst du dir?
Ich treffe mich nach Feierabend mit Freunden, lese und reise viel. Sehr gerne würde ich einmal
Tibet oder Peru bereisen.

Interview und Fotografie: Elsa Loy

Steckbrief

  1. Alter: 50
  2. Wohnort: Nafplio, Griechenland
  3. Beruf: Keramiker
  4. Branche: Kunst, Handel
  5. Anzahl an Arbeitstagen: 7
  6. Arbeitsstunden pro Tag: 10
  7. Pausen pro Tag: 1 h
  8. Status: Selbstständig
Kontakt

Genesis Ceramic Workshop
10 Kapodistrou Str.
211000 Naflplio, Greece
E-Mail: tayionaspi@gmail.com
Tel: (+30) 2752029306



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