Katrin Haase

Journalistin, Label-Managerin und Gründerin von WORK IN PROCESS

Leipzig

Die Gründerin von WORK IN PROCESS ist studierte Journalistin und seit ihrem Studienabschluss als selbstständige Freiberuflerin aktiv. Eine Festanstellung – das kennt sie nicht. Katrin Haase hat sich seit 2011 verschiedensten Projekten und Arbeitgebern der Musik- und Medienbranche gewidmet, die sie an einem Arbeitstag zu vereinen versucht.
07:00
Um sieben Uhr steht Katrin Haase in der Regel auf und frühstückt erst einmal ausgiebig. Ohne dieses Ritual kommt sie nicht in die Gänge, erst danach beginnt für sie die Arbeit. Nach dem Frühstück liest sie ein paar Artikel in DIE ZEIT.
09:00
Der Arbeitstag beginnt, sobald Katrin Haase ihren Computer anschaltet. Sie checkt ihre Mails und die Nachrichten, denn als Journalistin gehört es für sie dazu, immer aktuell informiert zu sein.
09:30
Circa halb zehn fährt sie mit dem Rad zur Arbeit. Der Weg führt durch den Park und entlang der Weißen Elster – ein traumhafter Ausblick. Die frische Luft und die morgendliche Bewegung genießt sie sehr, sie helfen dem Morgenmuffel, Energie für den Tag zu tanken.
10:00
Die erste Station ist das Büro von GENUIN classics . In dem Leipziger Tonmeisterlabel betreut sie die Booklet-Redaktion, die Vertriebsarbeit und das Marketing. Das heißt, sie telefoniert und mailt mit Künstlern, um mit ihnen das Design und die Texte der Booklets ihrer neuesten CD durchzusprechen, organisiert den internationalen Vertrieb der CDs, schickt die fertigen Druckdaten ins Presswerk, beliefert Online-Plattformen und Magazine mit Informationen zu den neuesten Musikprojekten, schreibt Pressemitteilungen und News für GENUINs Website, Facebook- und Twitter-Präsenz.

11:00
Um elf haben alle Mitarbeiter des Labels das wöchentliche Meeting. Es werden aktuelle CDs besprochen, neue Projekte geplant und verschiedene Arbeitsverläufe analysiert.
Katrin Haase am CD-Regal
Katrin Haase am CD-Regal
13:00
Zeit für die Mittagspause: Um eins geht Katrin Haase mit Kollegen essen. Im Waldstraßenviertel, wo sich das Büro von GENUIN befindet, empfiehlt sie das Bistro Tamers, wo sie mindestens einmal in der Woche eine gefüllte Aubergine isst. Auch die Pizzeria L´Arena ist empfehlenswert, dort gibt es große Pizzen zum kleinen Preis, die man sich prima mit einem Kollegen teilen kann.
13:45
Standortwechsel: Nach dem Essen fährt Katrin Haase in die Bibliothek und arbeitet für einen anderen Auftraggeber: EuroArts. Für das DVD-Label schreibt sie gelegentlich Booklet-Texte. Die Informationen zu den Künstlern und Komponisten findet sie in einer der zahlreichen Bibliotheken Leipzigs. Am inspirierendsten findet sie den historischen Lesesaal der Deutschen Bibliothek.
15:30
Zu Hause angekommen setzt sie sich an ihren Schreibtisch. Dort arbeitet sie weiter an verschiedenen Texten, aktuell schreibt sie über den ECHO Klassik für das Magazin Musikmarkt und führt ein Telefoninterview.
16:00
Um vier gönnt sich Katrin Haase eine Kaffeepause.
16:30
Danach beginnt sie ihre Arbeit für die Universal Music Group, das größte Musiklabel der Welt, zu dem die traditionsreichen Klassiklabels Deutsche Grammophon und Decca gehören. Für einige Künstler dieser Labels wie Daniel Hope, Alice Sara Ott und Janine Jansen organisiert sie internationale CD-Signierstunden. Das bedeutet, dass sie sich die Konzertpläne der Musiker anschaut, die Veranstalter, Künstler und Händler kontaktiert, um schlussendlich eine CD-Signierstunde nach einem Konzert zu ermöglichen.
17:30
Die letzte Arbeitsetappe des Tages ist für Katrin Haase ihr Herzensprojekt, die Arbeit an WORK IN PROCESS. Sie recherchiert nach geeigneten Interviewpartnern, kontaktiert Interessenten und verfasst erste Notizen für einen Blogartikel.
19:00
Feierabend! Jetzt wird geklettert, gesungen, gelesen oder einfach mit Freunden gequatscht.

Katrin Haase, Journalistin, Label-Managerin und Gründerin von WORK IN PROCESS aus Leipzig



Katrin Haase arbeitet als freie Journalistin und Managerin unter anderem für die Magazine Musikmarkt und Kreuzer, den Streaming-Dienst Napster und für Klassik-Labels wie Deutsche Grammophon, Decca GENUIN classics und EuroArts. Die gebürtige Erfurterin absolvierte ein Studium der Musikwissenschaft, Journalistik und Ethnologie an der Universität Leipzig. Zu Hause ist sie in der Welt der Musik und versucht jede Gelegenheit wahrzunehmen, um interessante Künstler und Projekte ausfindig zu machen. Zusammen mit ihrer Freundin und Partnerin Elsa Loy gründete sie 2016 das Onlinemagazin WORK IN PROCESS. Immer auf der Suche nach spannenden Geschichten, dokumentiert sie hier den Arbeitsalltag inspirierender Menschen aus verschiedenen Branchen.

Wie kamst du zu deinem Job?
Über mein Studium und vor allem über Praktika. Nachdem ich die ersten Kontakte gesammelt hatte, ergaben sich die zweiten wie von selbst. Über Empfehlungen von Arbeitskollegen folgte ein Auftrag dem anderen. Die Kontakte zu pflegen und stets gute Arbeit zu leisten, ist das A und O.

Was inspiriert dich?
Musikalische und kreative Menschen inspirieren mich. Ich möchte meine Entdeckungen und meine Wertschätzungen teilen, am besten gelingt mir das beim Schreiben. Wenn ich Andere mit meiner Begeisterung anstecken kann, macht mich das glücklich.

Was ist positiv an deinem Job?
Ich darf immer wieder Neues entdecken und werde dafür bezahlt, dass ich stets lerne. Das ist purer Luxus.

Und was negativ?
Reich werden kann ich damit nicht. Ständig muss ich dafür kämpfen, dass meine Arbeit auch finanziell wertgeschätzt wird. Und so etwas wie eine sichere Zukunft gibt es bei diesem Job nicht.

Würdest du den Job weiterempfehlen?
Unbedingt! Zumindest denjenigen, denen Sicherheit und Reichtum weniger wichtig sind als Abwechslung und Selbstverwirklichung.

Was sind deine drei wichtigen Worktools?
Mein Laptop, mein Fahrrad und meine Ohren.

Was rätst du Neueinsteigern?
Macht viele Praktika, knüpft bei jeder Gelegenheit Kontakte, pflegt diese, zeigt, was ihr könnt und was ihr machen wollt. Sucht euch schnell eine Nische. Je spezialisierter ihr seid, desto weniger Konkurrenz gibt es in diesem Feld.

Wie schätzt du die Zukunft deines Berufsfelds ein?
Musik wird es immer geben. Journalismus wird es immer geben. Auch jemand, der Kultur organisiert, wird immer nötig sein. Doch die Strukturen der Musikwirtschaft und des Journalismus' sind derzeit stark im Wandel. Wer flexibel bleibt und nach vorne blickt, wird auch in Zukunft in dieser Brache tätig sein können. Von den tradierten Modellen muss man sich jedoch verabschieden.

Was möchtest du noch erreichen?
Ich möchte mit WORK IN PROCESS ein erfolgreiches und relevantes Onlinemagazin kreieren, welches Berufseinsteiger, kreative Macher und neugierige Leser im Arbeitsleben unterstützt, sie vernetzt und so dazu beiträgt, dass neue, spannende Projekte entstehen.

Welchen Ausgleich gönnst du dir?
Ich singe in einer Band namens Orfeu Negro Jazz-Standards, um nicht immer nur über Musik zu schreiben, sondern sie auch zu leben. Außerdem klettere ich in Hallen und auf Felsen, so verbinde ich Sport mit einem Adrenalinkick und ständiger Grenzüberschreitung. Wenn ich mich vom Alltag zu stark eingenommen fühle, packe ich meinen Rucksack und reise gern auch mal mehrere Monate durch fremde Länder. Die Arbeit am Computer ermöglicht mir diese Freiheit.

Interview und Fotos: Elsa Loy

Steckbrief

  1. Alter: 31
  2. Wohnort: Leipzig
  3. Beruf: Journalistin, Label-Managerin und Gründerin von WORK IN PROCESS
  4. Branche: Medien, Kreativ
  5. Anzahl an Arbeitstagen: 5
  6. Arbeitsstunden pro Tag: 8,75
  7. Pausen pro Tag: 1,25
  8. Status: Selbstständig
Kontakt

Mail: katrin@workinprocess.de
Homepage: katrinhaase.com



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