Blog

Studie
Zeitmanagement

Schweden testet den Sechs-Stunden-Tag

Schweden ist mal wieder der Vorreiter in Sachen Innovationen

Schweden ist mal wieder der Vorreiter in Sachen Innovationen

Schwedische Forscher untersuchen Vorteile kürzerer Arbeitszeiten
Wer viel arbeitet, der ist auch produktiv. So, oder ähnlich lautet das Mantra vieler Arbeitnehmer, denn laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes ist die Arbeitsbelastung in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Darunter leidet nicht nur das Privatleben, sondern womöglich auch die Gesundheit. Krankheiten wie Burnout oder Depressionen und damit verbundene Fehltage zeigen zudem: längere Arbeitszeiten hängen nicht zwangsläufig mit höherer Produktivität zusammen.

Work-Life-Balance? Sechs-Stunden-Tag!
Doch können Arbeitgeber wirklich von einer besseren Work-Life-Balance ihrer Angestellten profitieren? Genau dieser Frage gingen Forscher bereits vergangenes Jahr in Schweden nach. Dort wurde bei einer Gruppe im Gesundheitssektor der Sechs-Stunden-Tag eingeführt. Bei den Testpersonen handelt es sich um Altenpfleger und Altenpflegerinnen. Bisher scheint das Model erfolgversprechend: Die Angestellte hätten mehr Energie, seien weniger gestresst und würden mehr Zeit mit den Patienten verbringen, heißt es in Presseberichten. Auch die Zahl der Krankmeldungen sei zurückgegangen. Obwohl mehr Angestellte eingesetzt werden müssen, um die kürzeren Schichten auszugleichen, sind fand Sechs-Stunden Modell in Schweden weitere Nachahmer, ebenfalls im Bereich des Pflege- und Gesundheitsdienstes.

Studien zum Thema
Die Ergebnisse geben zudem Studien recht, die einen Zusammenhang zwischen kürzeren Arbeitszeiten und gesteigerter Produktivität herstellen. 2014 kam der Ökonom John Pencavel von der Stanford University zu dem Ergebnis, dass Angestellte nicht unbedingt mehr schaffen, wenn sie mehr Stunden am Tag arbeiten. Seine Studie zeigt: Ab einer bestimmten Anzahl an Arbeitsstunden steigt die Produktivität in immer geringerem Maße an.

Auch in Deutschland?
Aber lässt sich das Modell des Sechs-Stunden-Tages auch auf andere Arbeitsbereiche, und – die vielleicht wichtigste Frage – auch auf Deutschland übertragen? Auf diese Frage gibt das Experiment noch keine Antwort. Denn auch in Schweden bleibt das Modell bisher nur auf wenige Bereiche des öffentlichen Sektors und einer kleinen Gruppe von Testpersonen beschränkt. Die Frage der Realisierbarkeit mag also noch nicht beantwortet sein. Deutlich bleibt aber: Eine bessere Balance zwischen Privatleben und Beruf, sei es mit weniger Arbeitsbelastung oder schlichtweg mit flexibleren Arbeitszeiten, sollte nicht nur im Sinne der Angestellten sondern auch ihrer Arbeitgeber sein.

Lesetipps:
Süddeutsche Zeitung
Huffington Post
Quartz

Autor: Nabila Lalee

Unterstütze uns auf Steady

Share

Zum Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.