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Was ist Crowdfunding aus steuerlicher Sicht?

Money Money Money, Foto von Niels Steeman / Unsplash

Money Money Money, Foto von Niels Steeman / Unsplash

Kolumne von Thomas Adler

Was passiert rein rechtlich, wenn Geld an eine Crowdfunding-Plattform gegeben wird?
Die kurze Antwort: Es entsteht ein Kaufvertrag.

Wenn jemand über eine reward-based Crowdfunding-Plattform ein Projekt unterstützt, dann gehen die AGBs der meisten Plattformen davon aus, dass dies einen Kaufvertrag zwischen Geldgeber und Geldempfänger konstituiert, unabhängig davon, ob die Prämie materieller Natur wie CDs, Download eines Films oder Eintrittskarten oder aber immaterieller Natur wie Widmungen, Danksagungen, Nennung im Booklet oder eine Logopräsenz sind.

Bei Beträgen ohne Gegenleistung wird von Steuerrechtlern teilweise argumentiert, dass hier eine Schenkung oder Spende vorliegt. Ich persönlich bezweifle das aber. Eine Schenkung muss in der Regel unentgeltlich erfolgen. Unentgeltlich bedeutet nicht nur, dass die Schenkung nichts kosten darf, sondern auch, dass keine Gegenleistung erfolgen darf (§ 320ff BGB). Da aber für viele der Crowdfunding-Projekte Dankeschöns, Prämien und Gegenleistungen im Zuge der Geldzahlung erworben werden können, kann meines Erachtens nicht von einer Schenkung geredet werden.

Aber auch für einen Crowdfunding-Betrag ohne Gegenleistung ist der Begriff der Schenkung nicht angebracht. Man könnte leicht argumentieren, dass bei einem Crowdfunding-Projekt mit der Realisierung eines bestimmten Vorhabens geworben wird, insofern jeder gegebene Geldbetrag an das Versprechen geknüpft ist, bei erfolgreicher Finanzierung das beworbene Projekt auch umzusetzen. Selbst wenn also keine Gegenleistung verlangt wird, ist das gesamte Crowdfunding-Projekt eine Gegenleistung für den Geldgeber.

Kurzum: Ihr müsst Einnahmen aus Crowdfunding versteuern und natürlich auch Rechnungen ausstellen.

Thomas Adler ist Diplom-Kaufmann, Künstler-Coach und Existenzgründer-Berater in Berlin und hilft seit Jahren dem einen oder anderen Künstler aus der bürokratischen Patsche.

Foto: Niels Steeman / Unsplash

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