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Bewerbung

Fünf typische Fehler in der schriftlichen Bewerbung

Christian Scherer von richtiggutbewerben.de stellt die fünf häufigsten Fehler beim Bewerben vor

Christian Scherer von richtiggutbewerben.de stellt die fünf häufigsten Fehler beim Bewerben vor

Während sich der Prozess der Bewerbung immer mehr digitalisiert und es sowohl für Unternehmen als auch Bewerber einfacher wird, sich um vakante Stellen zu bemühen, bleibt der Kern der Bewerbungsunterlagen meist gleich. Auch wenn mittlerweile viele Personaler auf Bewerbungsschreiben verzichten und lediglich einen Lebenslauf von den Kandidaten sehen wollen, schleichen sich immer wieder schwerwiegende Fehler in die Unterlagen ein, die den Bewerber den schon sicher geglaubten Traumjob kosten können. Folgende 5 Fehler kommen immer wieder in Bewerbungen vor und sorgen in den allermeisten Fällen dafür, dass der Kandidat direkt aussortiert wird.

#1: Rechtschreib- und Grammatikfehler
Worst-case und absolutes Ausschlusskriterium Nummer 1 in den schriftlichen Bewerbungsunterlagen! Recruiter und potenzielle Chefs, die in einem so wichtigen Dokument, das zugleich immer auch eine Arbeitsprobe des Interessierten darstellt, Fehler finden, sind fast immer erbarmungslos. Wer sich um eine Stelle bewirbt, sollte deshalb unbedingt nicht nur auf sich selbst vertrauen, sondern ein zweites Paar Augen zur Kontrolle über die Unterlagen schauen lassen. Oft ist man bei eigenen Texten betriebsblind und überliest kleine Fehler – das ist vollkommen normal, darf aber trotzdem in einer Bewerbung nicht vorkommen. Also: Unbedingt die Bewerbung nochmal checken lassen, bevor man sie unwiderruflich abschickt.

#2: Die Unterlagen sind nicht an die Stelle angepasst
Natürlich hat jeder, der sich im Bewerbungsprozess befindet, eine Vorlage für die Erstellung der Bewerbung, damit es schneller geht und man nicht immer bei Null starten muss. Das ist auch vollkommen in Ordnung, schließlich ändert sich der eigene Werdegang nicht. Was sich allerdings bei jeder Bewerbung ändert, sind die Stelle und das Unternehmen, bei dem man sich bewirbt! Aus diesem Grund sollte man die gesamten Unterlagen, sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf, unbedingt auf den ausgeschriebenen Job anpassen, um den man sich bewirbt. Erfahrene Recruiter bekommen oftmals dutzende Bewerbungen tagtäglich auf den (virtuellen) Schreibtisch und erkennen innerhalb von Sekunden, ob der Kandidat eine Standardbewerbung nutzt, die er so auch leicht abgeändert an andere Unternehmen geschickt hat, oder ob sich der Bewerber wirklich Mühe gegeben, informiert und mit Unternehmen und Stelle beschäftigt hat – denn darauf kommt es vielen Personalern neben der Qualifikation auch an.
Und was ebenfalls gerne vergessen wird und peinlich werden kann: Zur Anpassung der Unterlagen gehört selbstverständlich auch, dass das Datum in Anschreiben und Lebenslauf aktuell sein muss. Also nicht mit einer Bewerbung von vor 2 Jahren blamieren!

#3: Die Optik passt nicht
Auch wenn es bei der Bewerbung natürlich vor allem auf den Inhalt ankommt, kommt im Namen Bewerbung immer auch Werbung vor, die man für sich selbst macht. Und da das Auge auch dabei mit isst, sollte man darauf achten, auch optisch eine gute Figur zu machen. Im Gegenteil kann nämlich eine optisch langweilige oder gar unpassende Bewerbung auf jeden Fall ein Ausschlusskriterium sein. Für ein passendes Layout gibt es online eine Menge Vorlagen und Beispiele, die man ohne Probleme nutzen kann. Allerdings sollte man nicht das erstbeste Design nutzen, da man davon ausgehen kann, dass man damit dann nicht alleine sein wird – und jeder möchte natürlich mit der Bewerbung alleine hervorstechen und nicht einer unter vielen mit demselben Layout sein.
Damit auch die Optik passt, sollte man sich an einige kleine Vorgaben halten: Die Farben des Layouts sollten eher klassisch und nicht zu grell sein. Manche Bewerber wollen dadurch hervorstechen, indem sie die Unterlagen im Corporate Design des Unternehmens schicken – doch auch das kommt nicht immer gut an. Ein klassisches Design in gedeckten Farben, die zum Bewerbungsfoto passen und den Inhalt nicht überlagern, ist die beste Wahl. Wer grafisch geschickt ist, kann natürlich ein eigenes Design entwerfen und beispielsweise einzelne Punkte im Lebenslauf durch kleinere Grafiken oder Skalen unterstützen. Dies ist aber natürlich kein Muss.

#4: Die Bewerbung ist unvollständig
Bewerbungen, bei denen bestimmte Dokumente oder Angaben fehlen, landen bei Personalern gnadenlos im Papierkorb. Schließlich möchte man sich mit den Bewerbern befassen, die offenbar die Ausschreibung mit den Vorgaben auch tatsächlich gelesen haben. Wenn also im Stelleninserat ein Anschreiben gefordert wird, sollte man als Interessent dieses auch mitsenden. Ebenso verhält es sich mit Angaben zum Einstiegstermin und möglichen Gehaltsvorstellungen. Manche Bewerber, die sich dabei unsicher sind oder dies auch bewusst im Vorstellungsgespräch klären wollen und deshalb dazu nichts im Anschreiben vermerken, riskieren dabei die Einladung zum persönlichen Kennenlernen zu verlieren. Denn auch dann werden die Unterlagen als unvollständig eingestuft.
Generell gilt, dass man immer die Dokumente und Angaben mitsenden sollte, die in der Stellenausschreibung verlangt werden. Ist keine Angabe vorhanden, ist eine klassische Bewerbung aus Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Anlagen in Form von (Arbeits-) Zeugnissen die beste Wahl.

#5: Die Kontaktdaten sind nicht aktuell
Ein extrem unangenehmer Fall, der gar nicht so selten vorkommt: Die Bewerbung war tatsächlich erfolgreich, der Kandidat überzeugt und soll zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden – doch die Kontaktdaten in der Bewerbung sind nicht mehr aktuell oder fehlen sogar ganz. Das ist extrem ärgerlich! Zwar gibt es meist noch andere Wege, wie man mit dem Bewerber in Kontakt treten und doch einen Termin für ein persönliches Gespräch ausmachen kann, doch der erste gute Eindruck ist erstmal dahin. Man sollte also unbedingt nochmal E-Mail-Adresse, Telefonnummer und postalische Adresse auf Aktualität prüfen. Schließlich ändern sich solche Daten schnell.

Christian Scherer, studierter Soziologe, Politikwissenschaftler und Medien- und Kommunikationswissenschaftler, ist Marketing-Manager bei richtiggutbewerben.de, einem Online-Bewerbungsservice. Er ist nicht nur geborener Onliner, sondern auch Experte für digitale Bewerbungsverfahren.

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