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Das Geheimnis der Abschreibungen – Warum Ausgaben keine Kosten sind

Das Geheimnis von Abschreibungen. Foto von Freddie Collins auf Unsplash

Das Geheimnis von Abschreibungen. Foto von Freddie Collins auf Unsplash

Kolumne von Thomas Adler

Das Thema Abschreibungen tangiert eine für betriebswirtschaftliche Verhältnisse fast schon philosophische Frage: Was sind eigentlich Kosten? Hierzu zunächst ein kleiner begrifflicher Exkurs: Ausgaben sind der Abgang von Bargeld oder Bankgeld. Aufwendungen sind Ausgaben, die den Gewinn mindern und somit steuerlich absetzbar sind. Kosten sind Ausgaben, völlig egal, wie das Finanzamt dazu steht, da sie ein Begriff aus dem internen Rechnungswesen sind. Und Unkosten gibt es nicht. Das Äquivalent zu Kosten sind Leistungen. Deshalb nennt man die betriebsinterne Gewinnermittlung auch Kosten- und Leistungsrechnung.

Die Frage ist nun: Wenn ich ein Auto im Wert von 10.000 Euro kaufe, wie hoch sind zum Zeitpunkt des Kaufs meine Aufwendungen? Natürlich null. Aus ökonomischer Perspektive bin ich durch den Kauf des PKW nicht einen Cent ärmer geworden: Zwar ging mein Kontostand um 10.000 Euro zurück, dafür hat sich der Wert meines Fuhrparks um 10.000 erhöht. Die Kosten für den PKW entstehen erst im Laufe der Zeit durch dessen Wertverlust. Dieser Wertverlust wird steuerrechtlich durch die sogenannten AfA (Absetzung für Abnutzung), also die Abschreibungen, dargestellt. Weswegen es übrigens auch nicht viel bringt, kurz vor Jahresende noch Geld ohne Ende aus dem Fenster zu schmeißen, um das zu versteuernde Einkommen zu senken. Wer im Dezember beispielsweise einen Laptop für 2.100 Euro kauft, kann bei einer Nutzungsdauer von 36 Monaten für das laufende Kalenderjahr lediglich den Wertverlust eines Monats, nämlich 58,33 € absetzen.

Also, liebe Selbständige, achtet darauf: Jedes Produkt ab einem Bruttowert von 489 Euro muss abgeschrieben, und darf nicht sofort voll abgesetzt werden.

Thomas Adler ist Diplom-Kaufmann, Künstler-Coach und Existenzgründer-Berater in Berlin und hilft seit Jahren dem einen oder anderen Künstler aus der bürokratischen Patsche.

Foto: Freddie Collins / Unsplash

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