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Was ist Robot Recruiting und wie können sich Bewerber darauf einstellen?

Scherer Christian richtiggutbewerben.de

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Immer mehr Unternehmen setzen zur Unterstützung ihrer Personaler und Recruiter auf die Unterstützung professioneller Robot Recruiting Software. Dabei geht es vor allem darum, die Arbeit von Personalabteilungen zu entlasten und mit wenig Aufwand den bestmöglichen Kandidaten für eine vakante Stelle zu finden. Doch wie läuft diese Auswahl ab? Worauf müssen Bewerber achten, wenn zukünftig Algorithmen über das Ja und Nein im Auswahlverfahren entscheiden? Und kann diese Neuerung auf dem Jobmarkt auch ein Vorteil für Jobsuchende sein?

Software untersucht die Kandidaten
Die erste Sortierung passender Kandidaten übernimmt in Zukunft vielleicht nicht mehr der Personaler selbst, sondern ein Algorithmus. Dabei scannt eine Robot Recruiting Software, die vorher mit bestimmten Vorgaben, die Bewerber erfüllen müssen, gefüttert wurde, das Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf – und schmeißt die Interessierten aus dem Bewerbungsprozess, die seiner Meinung nicht die Voraussetzungen erfüllen, um die freie Stelle zu besetzen – schnell und präzise.
Die Vorteile für das Unternehmen liegen dabei auf der Hand: Die Auswahl ist schneller und die Personalabteilung wird entlastet. Man kann mehr Wert auf andere Dinge, wie beispielsweise den weiteren Auswahlprozess mit Vorstellungsgesprächen und Assessment Center legen. Und auch für Bewerber, die sich auf Robot Recruiting einstellen, bietet diese Bewerbungsform durchaus Vorteile: Es geht nicht mehr darum, mit einem tollen Bewerbungsfoto oder kreativen Design zu punkten. Ein fantasievolles Anschreiben ist schön, aber wichtig sind demnächst vor allem die Inhalte – solange die richtigen Buzzwords fallen, schlüpft der Bewerber in die nächste Runde. Es geht mehr um Fakten, Zahlen und Daten! Wer diesen Stil beherrscht und weiß, wie das System funktioniert, hat eine rosige Zukunft bei der Jobsuche. Also demnächst bei der Bewerbung genau darauf achten, was in der Stellenausschreibung gefordert wird. Das gibt einem meist bereits hinweise darauf, was genau Recruiter (oder eben auch immer häufiger Robots) lesen wollen. 

Wem könnte Robot Recruiting besonders wahrscheinlich begegnen?
Im kreativen Bereich, in denen der Umgang mit dem geschriebenen Wort wichtig ist, wird das Robot Recruiting wohl eher noch etwas auf sich warten lassen. Doch einige Stellen in bestimmten Branchen, die besonders schwer zu besetzen sind, werden auch heute mit der Unterstützung von Robots besetzt. Ein gutes Beispiel ist die IT selbst: Programmierer und Spezialisten sollen meist ganz klar definierte Erfahrungen und Skills mitbringen – und sind Online unterwegs. Während noch vor einigen Jahren Recruiter selbst Foren und soziale Jobnetzwerke für Programmierer durchforsten mussten, übernimmt diese Arbeit nun eine Software und spuckt direkt passende Kandidaten für lange vakante Arbeitsstellen aus – und meldet auch, wenn neue Kandidaten auf den Markt kommen. 
Wer sich jetzt über den eigenen Datenschutz sorgt, kann beruhigt werden: Diese Bots können nur auf die Informationen zugreifen, die die Jobsuchenden selbst über sich in ihren Netzwerken preisgeben. Man möchte schließlich gefunden werden.

Robot Recruiting als Chance: Gerechtere Auswahl?
Computer lassen sich zwar beeinflussen, können aber nicht selten deutlich gerechter auswählen als es menschliche Personaler machen. Vorurteile aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder Alter? Gibt es beim Robot Recruiter nicht, da dieser lediglich die seinem Algorithmus zu Grunde liegenden Informationen abfragt, erfasst und danach den perfekten Kandidaten bestimmt. Tatsächlich kann diese Form des Recruitings zu einer Steigerung der Gleichbehandlung am Arbeitsplatz und im Bewerbungsprozess beitragen.

Christian Scherer, studierter Soziologe, Politikwissenschaftler und Medien- und Kommunikationswissenschaftler, ist Marketing-Manager bei richtiggutbewerben.de, einem Online-Bewerbungsservice. Er ist nicht nur geborener Onliner, sondern auch Experte für digitale Bewerbungsverfahren. 

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