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4 Basics zu History Marketing, Unternehmensgeschichte und Corporate Identity

Foto: Joshua Ness/Unsplash

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Wer bei dem Begriff „History Marketing“ an die Unternehmenschronik denkt, die er beim letzten Firmenjubiläum in den Händen gehalten hat, liegt gar nicht so falsch – aber auch nicht wirklich richtig. Denn History Marketing ist viel mehr, als eine Aneinanderreihung von Zahlen (und Bildern).

Was kann die Unternehmensgeschichte leisten?

Die Unternehmensgeschichte ist eine wichtige Ressource, die verstärkt seit den 1990er Jahren von Unternehmen marktorientiert – unter dem Sammelbegriff „History Marketing“ – genutzt wird. Sie gibt Einblicke in die Vergangenheit einer Firma und kann – gut archiviert und gepflegt – als „Schatzkammer“ bezeichnet werden, aus der von Zeit zu Zeit kleine Episoden, Geschichten und Fakten entnommen werden können, um die Identität, Glaubwürdigkeit und Traditionen eines Unternehmens zu stärken und zu präsentieren.
Dabei kann die Unternehmensgeschichte nicht nur in der Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch in der internen Kommunikation eingesetzt werden. Sowohl Kunden als auch Mitarbeiter kann die Unternehmensgeschichte (angemessen und ansprechend aufgearbeitet und kommuniziert) an bestimmte Marken und Produkte binden.

Wie kann die Firmengeschichte die Identität eines Unternehmens beeinflussen?

Jede erfolgreiche Marke braucht eine grundlegende Bedeutung, einen individuellen Wert oder besser gesagt: eine Unternehmensidentität. Die Unternehmensgeschichte ist gerade zu dafür geschaffen, die passende DNA dafür zu liefern. Dafür müssen nur ein paar Fragen an die eigene Vergangenheit gestellt werden (z. Bsp. zur Firmengründung, zu den Mitarbeitern, zu Zäsuren und Brüchen in der Firmengeschichte etc.) und heraus kommt eine einzigartige Unternehmensidentität – übrigens heute das wirklich einzige individuelle Merkmal, welches nicht durch ein anderes Unternehmen kopiert werden kann.

Für wen ist History Marketing geeignet?

Für alle! Derzeit nehmen besonders Traditionsunternehmen das Geschichtsmarketing in Anspruch. Sie haben meist eine längere Betriebsgeschichte und können somit auch viele Geschichte(n) schreiben und erzählen.
Aber auch Gründer sollten sich Gedanken über ihre Unternehmensidentität machen und sich fragen, ob sie sich nicht in eine bestimmte Tradition stellen wollen. Gibt es Vorbilder? Oder will man es besser machen als andere Unternehmen? Hat ein neues Unternehmen aus der Geschichte anderer Unternehmen „gelernt“ und will sich nun bewusst von branchenüblichen Traditionen abkehren? History Marketing ist auch hier einsetzbar.

Wer macht History Marketing?

Einige Dienstleistungen, z. Bsp. das Erstellen einer Betriebschronik oder kleinere Abhandlungen zur Firmengeschichte, werden von diversen Marketing-Firmen zusätzlich zur herkömmlichen Beratung angeboten. Ganzheitliches (intern und extern) und vor allem fachgerechtes History Marketing sollte aber einem/er Historiker/in überlassen werden. Denn der Umgang mit Geschichte beinhaltet den Umgang mit Lebensgeschichten und bedeutungsvollen Entscheidungen, die immer in einem historischen Zusammenhang stehen. Diese Kontextualisierung überlässt man besser einem Spezialisten mit geschichtswissenschaftlichem Hintergrund. Denn eines sollte beim History Marketing niemals vergessen werden: Auch mit der Unternehmensgeschichte wird – im wahrsten Sinne des Wortes – Geschichte geschrieben.

Marina Ahne ist freischaffende Historikerin und berät Unternehmen in allen Fragen rund um die Unternehmensgeschichte, insbesondere History Marketing und Corporate Identity.
Website: history-marketing.org

Autor: Marina Ahne
Foto: Joshua Ness/Unsplash

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