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Zeitmanagement im Alltag – wenn der innere Schweinehund sich meldet

Der Alltag ist für viele von uns eines: stressig. Morgens zwischen 6 Uhr und 8 Uhr klingelt der Wecker, wir hetzen ins Büro oder vorher noch in die Kita, arbeiten bis abends, machen Überstunden und wundern uns, wenn das Wochenende schon wieder ansteht, an dem dann endlich alles andere erledigt werden muss. „Wie schnell doch die Zeit vergeht…“, denken wir uns. Für Hobbies oder Leidenschaften bleibt selten die Zeit.
Um dennoch mehr vom Leben zu haben und Freizeit zu generieren, gibt es Zeitmanagement-Tipps wie Sand am Meer – mit starren Anweisungen wie bei einem Rezept. Das Problem: Sie machen keinen Spaß, sind längst bekannt und meist schwer in den Alltag zu integrieren. Das Resultat: Man gibt auf und fällt in den alten Trott zurück – und das, was man gerne macht, wird wieder hinten angestellt.
„Dann setz‘ dich doch einfach mal hin und nimm‘ dir Zeit für dein Hobby“ – gut gemeinte Ratschläge wie diese kennt sicherlich jeder oder hat sie selbst schon gegeben. Doch warum klappt es mit der Selbstdisziplin-Peitsche meistens nicht? Ganz einfach: Die Basis wird nicht beachtet – und das ist der Mensch in seiner Individualität. Wir Menschen sind widersprüchliche Wesen mit ganz vielen Bedürfnissen, die sich oft gegenseitig in die Quere kommen. Aber jedes einzelne Bedürfnis möchte bedient werden, sonst sabotiert es einfach alles. Ignorieren hilft hier nicht, weshalb die Selbstdisziplin-Peitsche auch selten langfristig hilft.

Dein innerer Schweinehund spricht mit dir – hör‘ ihm zu!
Wer Stress vermeiden will, sollte seinem inneren Schweinehund zuhören. Er verrät nämlich, was wir brauchen. Ihn als lästiges Untier abzutun, geht meist nach hinten los. Richtig rund geht es, wenn du anfängst, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Dazu gehört als Erstes, mit dir selbst abzuklären, was du wirklich möchtest und warum du dir überhaupt Zeit für den Tangokurs oder den eigenen Roman freischaufeln solltest. Passt das Hobby vielleicht gerade doch nicht in den eigenen Lebensrhythmus?
Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben: Für mich als Trainerin für Romanautoren stehen aktuell meine Kinder an erster Stelle – erst, wenn diese in die Schule kommen, werde ich weitere eigene Romane schreiben. Was sich vielleicht auf den ersten Blick nach einem Rückschritt anhört, ist eine wichtige Maßnahme, um die Lust an der Leidenschaft nicht zu verlieren.
Denn durch Ehrlichkeit und Offenheit zu sich selbst, befreist du dich vom Druck, etwas Schaffen zu müssen und perfekt oder erfolgreich zu sein. Du grenzt dich ganz klar von den eigenen Erwartungen und die der anderen ab, indem du dir Raum gibst. Wieso nicht klein anfangen und dem Hobby eine statt fünf Wochenstunden einräumen? So fällt das Anfangen viel leichter und du endest nicht in der „Prokrastinieren-für-Fortgeschrittenen-Falle“, durch die du plötzlich Sockenbügeln oder Putzen spannend findest.

Den Spaß-Auslöser finden – Stress vermeiden
Warum machen wir das, was wir machen eigentlich gerne? Warum hat der eine Freude am Stricken, der nächste Spaß am Tanzen und der Übernächste Interesse, seine Gedankenwelt auf Papier zu bringen? Eine wichtige und doch so selten gestellte Frage, um Stress beim Zeitmanagement zu vermeiden. Die Antworten sind nämlich der Motor für unsere Zufriedenheit und die Ausdauer, um „am Ball zu bleiben“. Um zu erkennen, weshalb die investierte Zeit es Wert ist, für ein Hobby genutzt zu werden, notierst du dir am besten alle positiven Aspekte des Hobbies auf Papier. Was dabei zum Vorschein kommt, ist immer wieder phänomenal – denn plötzlich wird die Leidenschaft zu einer Kraftquelle im Alltag und Beruf. Neue Ressourcen bis hin zu kleinen und großen Veränderungen kommen zum Vorschein. Damit ist unser innerer Schweinehund zutiefst befriedigt und hat keine Angriffsfläche mehr, das Hobby als unwichtig abzutun.

Kein Maulkorb beim Hobby
Es gibt keine Regeln für die eigenen Hobbies. Erlaubt ist, was Spaß macht und die Leidenschaft fördert. Ich zum Beispiel schreibe sehr gerne im Bett, auch wenn viele Forscher sagen, dass man genau das nicht machen soll. Damit setze ich mich bewusst über anerkannten Regeln hinweg und bin damit sehr erfolgreich.
Wichtig ist, dass wir uns wohl fühlen und unseren Spaß-Auslöser stärken. Das bedeutet: Hör‘ in dich und folge dem, was dir guttut. Dann bleibst du in Zukunft bei dir und deinen Hobbies, verzettelst du dich nicht und gerätst nicht in Stress.

Über die Autorin
Jurenka Jurk ist studierte Romanautorin, deren Roman „Verliebt bis in die Haarspitzen“ im Weltbild Verlag erschienen ist. Ihr Wissen teilt sie gern, denn das Unterrichten ist eine Kernleidenschaft der Süddeutschen und wichtiger Bestandteil ihrer Berufung. Mit dem von ihr entwickelten strategischen Konzept „Der Romanfahrplan“, unterstützt sie angehenden Autoren aus ihrem Schreibprojekt einen Roman im Buchregal zu machen.
www.schreibfluss.com

Buchtipp: Die Da-Vinci-Formel von Jens Möller

Das Renaissance-Genie Leonardo da Vinci (1452–1519) war gleich in mehreren Disziplinen ein Meister: Bestens bekannt sind uns seine Zeichnungen und Malereien – sei es das Abendmahl, der vitruviaische Mensch oder die Mona Lisa – doch auch als Ingenieur, Architekt, Naturphilosoph und Mechaniker leistete er Erstaunliches. So entwarf er ein Automobil, eine Flugspirale, unternahm Studien zur Botanik, Astronomie, Geometrie und zur Anatomie, um nur Einiges zu nennen … ein echter Universalgelehrter eben.
Seiner Faszination verfiel auch der Innovationsexperte und Buchautor Jens Möller und ging der Frage nach, wie Leonardo da Vinci arbeitete, um seinen Ideen, Visionen und Innovationen freien Lauf lassen zu können. In seinem Buch „Die Da-Vinci-Formel“ fasst er nun sieben Erfolgsprinzipien zusammen, die der Universalgelehrte für sich nutzte und immer weiter perfektionierte. Das Buch soll nun auch uns Lesern helfen, innovativer zu denken und zu handeln. WORK IN PROCESS Magazin hat es gelesen und fasst für dich die sieben Erfolgsprinzipien zusammen:

Leonardo da Vinci, Ausschnitt: Kopf eines bärtigen Mannes, sog. Selbstbildnis. circa 1510-1515
Leonardo da Vinci, Ausschnitt: Kopf eines bärtigen Mannes, sog. Selbstbildnis. circa 1510-1515

1) Umgib dich mit inspirierenden Menschen!
Leonardo da Vincis Neugierde war grenzenlos. So ist in seinen Notizbüchern zu lesen, was er von wem noch alles lernen wolle – quer durch alle Disziplinen. Dabei setzte er sich mit Künstlern und Meistern auseinander, die ihn begeisterten, aber auch mit jenen, gegen die er eine Abneigung verspürte – zum Beispiel gegen Michelangelo. Nichtsdestotrotz beschäftigte er sich mit seinen Rivalen, denn die Frage, „Was kann ich von ihm lernen?“ stand für ihn über Allem. Sein Leben lang suchte Leonardo nach Persönlichkeiten, die ihm seine neugierigen Fragen beantworteten und von denen er lernen konnte und baute sich so ein wertvolles Netzwerk auf. Ganz nach dem Motto: „Du bist, mit wem du dich umgibst.“ Tipp für dich: Netzwerkpflege!

2) Klaue gute Ideen – und perfektioniere sie!
Fand Leonardo da Vinci etwas Meisterhaftes, das ihn begeisterte, so scheute er nicht davor zurück, es intensiv zu studieren, indem er es kopierte, tief durchdrang – und schlussendlich verbesserte. Pfiffige Erfinder sind Diebe, die gute Ideen stehlen und sie perfektionieren. Das beweisen auch Apple-Chef Steve Jobs (das iPad hatte zuvor schon Microsoft erfunden), der Maler Pablo Picasso („Gute Künstler kopieren, großartige Künstler stehlen.“) oder auch so manch chinesisches Technologieunternehmen. Tipp für dich: Keine Scheu vor dem Weiterdenken guter und fremder Ideen.

3) Denke mit dem Stift in der Hand!
Was wir noch heute von Leonardo da Vinci wissen, entstammt zum größten Teil seinen Notizbüchern mit 24.000 Seiten und 100.000 Zeichnungen. Dort hielt er alles fest, was ihn bewegte – in einem bunten Wirrwarr aus Schrift und Bild. Das Notizbuch war für ihn wie ein zweites Gehirn, das ihm beim Speichern und Denken half. Denn der zündende Einfall kann überall auflauern, sei es in der Natur oder bei einem anregenden Gespräch. Mithilfe eines Notizbuchs können wir alles kurz festhalten und gegebenenfalls später weiterentwickeln. Heute haben Forscher herausgefunden, dass das Schreiben per Hand schlauer macht als bloßes Tippen auf dem Smartphone, denn beim handschriftlichen Schreiben sind beide Gehirnhälften gefordert. Tipp für dich: Sofort ein Notizbüchlein zulegen!

4) Verbinde das Unverbundene!
„Beobachte das Schwimmen der Fische im Wasser, und du wirst den Flug des Vogels durch die Luft begreifen.“ Dieser Spruch Leonardos steht beispielgebend für das Querdenken, das uns zu Innovationen verhilft. Dinge miteinander verbinden, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, kann uns helfen, aus gängigen Denkmustern auszubrechen und neue Wege zu gehen. Leonardo beobachtete regelmäßig und intensiv die Natur und kombinierte oft spielerisch die daraus gewonnenen Erkenntnisse miteinander und übertrug sie in völlig neue Kontexte. Tipp für dich: Immer mal zwei völlig verschiedene Gedanken und Erkenntnisse miteinander verbinden, vielleicht ergibt sich ein Zusammenhang?

5) Fühle, was andere fühlen!
Leonardo war ein empathischer Mensch mit großem Herzen. Er ernährte sich aus Mitgefühl mit den Tieren rein vegetarisch, verabscheute jede Form von Gewalt und zog so manche von ihm entwickelte Kriegswaffe wieder zurück, aus Angst vor den zerstörerischen Folgen. Sich in andere hineinversetzen zu können, und dadurch einen anderen Standpunkt einnehmen zu können, ist ein weiteres Erfolgsrezept Leonardos. Um originelle Lösungen zu finden, müssen wir erst einmal das Problem erkennen, indem wir uns der Empathie bedienen. Tipp für dich: Versuche, dich in den Standpunkt anderer hineinzuversetzen.

6) Probe deinen Mut!
Um wirklich innovativ zu sein, müssen wir bestehende Denkmuster brechen und Grenzen überschreiten. Dazu bedarf es Mut. Ein Beispiel aus Leonardos Leben: Er hatte den Auftrag für ein Altarbild der Felsgrottenmadonna. Als Motiv wählte er eine eher ungewöhnliche Bibelszene, die offiziell nicht anerkannt war, und wählte zudem eine völlig neue Bildkomposition, da sie so seinen Überzeugungen entsprach. Der Auftraggeber empfand es als Provokation und verklagte Leonardo auf Schadensersatz. Mit der Felsgrottenmadonna bewies Leonardo den Mut, revolutionäre Ideen auszudrücken und etablierte Grenzen zu überschreiten. Tipp für dich: Fortschritt kommt von „Fort-Schreiten“, dafür musst du gängiges Terrain verlassen.

7) Folge deinem Stern!
Leonardos erklärtes Lebensziel war es, den Vogelflug so genau zu studieren, dass auch wir Menschen das Fliegen lernen können. Er baute sämtliche Fluggeräte, scheiterte immer wieder, und ließ sich dennoch nicht von deinem großen Ziel abbringen. Auch wenn er zu Lebzeiten keinem Menschen zum Fliegen verhalf, so wurden seine Studien Jahrhunderte später noch als Grundlage für die Erforschung des Fliegens genutzt – Astronauten der NASA tragen heute noch Leonardos vitruviaischen Menschen als Emblem auf der Schulter. Tipp für dich: Wenn du weißt, welchem Stern du folgst, kannst du deine Kräfte bündeln, Prioritäten setzen und Rückschläge ertragen.

Zum Buch auf Amazon

Autor: Katrin Haase

Wieviel Lebenszeit verbringen wir mit dem Arbeiten?

Arbeit ist das halbe Leben – so oder so ähnlich fühlt es sich zumindest für die Meisten an. Doch schauen wir uns einmal die Fakten an. Das American Bureau of Labor Statistics hat herausgefunden, dass wir mit immerhin 8.000 Tagen die meiste Zeit unseren Erwachsenenlebens schlafend verbringen. Auf Platz zwei der stundenintensivsten Beschäftigungen steht mit 4.300 Tagen das Entspannen, Gespräche und andere Freizeitbeschäftigungen. Das zusammen macht schon mehr als die Hälfte unseres Lebens aus – und das ist doch mit recht schönen Dingen gefüllt, oder? Erst dann ist die Rede von Arbeit: Als Erwachsener verbringen wir 3.716 Tage mit dem Arbeiten. Das sind 16 Prozent unserer Zeit. Wenn man mal genau rechnet, scheint das auch ganz logisch: Ein Acht-Stunden-Job lässt uns immerhin noch 16 Stunden Zeit für andere Dinge.
Diese Statistik betrachtet US-Amerikaner, für Deutschland hat das Magazin P.M. mal nachgerechnet. Demnach kommen wir, ausgehend von 80 Lebensjahren, auf 8 Jahre Arbeit. Verglichen mit 24 Jahren und 4 Monaten Schlaf und 12 Jahren fernsehen nur ein Klacks.

Die Statistik-Falle
Trotzdem: Das sind rein statistische Zahlen und deren Auswertung eher spielerischer Natur, denn erstens hat das mit subjektiver Wahrnehmung wenig zu tun und zweitens kann man sich die Zahlen auch anders legen: Rechnen wir den Schlaf als nicht produktive Zeit einmal heraus und nehmen wir Hausarbeit, Einkaufen, Arbeitswege und andere lebenserhaltende Aktivitäten hinzu, steht es um unsere Work-Life-Balance nicht mehr ganz so gut.

Warum überhaupt nachrechnen?
Stellen wir uns doch also lieber die Frage, warum wir uns überhaupt diese Frage stellen, wie viel Lebenszeit wir mit dem Arbeiten verbringen? Rechnen wir jeden Tag nach, wie viele Stunden Lebenszeit uns verloren gehen? Sehnen wir den Feierabend entgegen? Überlegen wir im schlimmsten Falle schon, wann wir endlich in Rente gehen können? Oder freuen wir uns, mit unserer Arbeit etwas Sinnvolles tun zu können, was uns begeistert und glücklich stimmt? Falls das bei dir nicht der Fall ist, lass dich gern von unseren Portraitpartnern und Blogartikeln inspirieren, einen neuen Arbeitsweg einzuschlagen. Denn dann ist es höchste Zeit dafür.

Autor: Katrin Haase
Foto: Marten Bjork / Unsplash

Lesetipps:
ZEIT ONLINE
P.M. Magazin
Flowingdata
Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamts

Mitarbeiter gesucht? Recruiting-Tipps

Sucht eine Firma neue Mitarbeiter, ist immernoch die klassische Stellenanzeige der meistbenutzte und effektivste Weg. Dabei ist weniger relevant, ob die Stellenanzeige online oder offline geschalten wird, beide Wege führen zu guten Ergebnissen: Eine Studie von Index aus Berlin besagt, dass zwei Drittel der Print-Inserate und mehr als die Hälfte der Online-Inserate zu Einstellungen führten. Sicherlich ist es sinnvoll, beide Wege zu gehen, um alle potenziellen Kandidaten dort abzuholen, wo sie gerade sind.

So formuliert ihr die Stellenanzeige

Doch was genau muss eine Stellenanzeige enthalten, damit sie für viele Kandidaten attraktiv erscheint? Da unterscheiden sich laut Studien die Interessen von Männer und Frauen: Männer konzentrieren sich angeblich eher auf das Unternehmensprofil, während Frauen zusätzlich Wert auf Angaben zur Unternehmenskultur, zu Arbeitszeiten, Qualifikationsmöglichkeiten und Anforderungen legen. Da das Ziel ist, so viele geeignete Kandidaten wie möglich zu finden, ist es also ratsam, beide Interessen zu bedienen:

1) Ein interessantes Unternehmensprofil

Die Arbeit beginnt also schon viel eher: Arbeitet an eurem Employer Branding, also am guten Image des Unternehmens und versucht, die positiven Merkmale der Firma herauszuarbeiten und die, die negativ bewertet werden könnten, positiv zu formulieren (nicht: viele Dienstreisen, sondern: abwechslungsreiches Aufgabenspektrum). Ein wettbewerbsfähiger Arbeitgeber macht Angaben zur Geschichte des Unternehmens, zu gemeinsamen Werten und Vision, angebotenen Leistungen, den Nutzen für den Kunden, zu besonderen Kompetenzen und zum Unternehmensauftritt. Dabei ist es natürlich besonders wichtig, eine moderne, informative Website und gut geführte Social Media Kanäle zu pflegen. Nicht zu unterschätzen sind auch Bewertungportale wie kununu.com, meinchef.de, meinpraktikum.de, bizzwatch.de oder jobvoting.de, auf denen sich viele Bewerber über euer Unternehmen schlau machen. Beachtet also unbedingt die dort gelisteten Kriterien.

2) Unternehmenskultur, Anforderungen, Arbeitszeiten

Doch nicht nur das Image ist wichtig, sondern auch die Fakten, die ihr am besten gleich offen in der Stellenausschreibung kommuniziert. Denn weder ihr seid glücklich mit einem unpassenden Kandidaten und verlorener Zeit beim Bewerbungsgespräch, noch die Bewerber, die mit Zeit und Mühe eine Bewerbung formuliert haben, um schließlich zu erfahren, dass der Job gar nicht zu ihnen passt. Bitte macht also so viele Angaben wie möglich zu Themen wie Anforderungen, Aufstiegschancen, Teamarbeit, Arbeitsprozesse, Gehalt, Unternehmenskultur, Arbeitszeiten, Urlaubstage und extra Leistungen, die euer Unternehmen von anderen unterscheidet. Oftmals stößt potenziellen Bewerbern das Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Leistungen auf – nach dem Motto: Dreisprachiger Allrounder und Teamworker, der zwei Studien und zehn Jahre Arbeitserfahrung hat, trifft auf ein nettes Team und flexible Arbeitszeiten.

Kurz gesagt
Streut eure Stellenausschreibung also auf so vielen Kanälen wie möglich, verkauft euer Unternehmen dabei so gut wie möglich, macht aber auch genaue Angaben, damit sich nur die passenden Kandidaten bei euch bewerben.

Andere Wege: Active Sourcing und Social Recruiting

Neben der klassischen Stellenanzeige haben sich weitere Wege herausgebildet, um passende Mitarbeiter zu finden. Zum einen das Active Sourcing, bei dem der Kandidat selbst ein Profil erstellt und sich die Firmen mit einer passenden Stelle beim potenziellen Mitarbeiter melden. Nicht der Bewerber findet das Unternehmen, sondern andersherum. Portale hierfür sind zum Beispiel Berufsnetzwerke wie Xing und LinkedIn, aber auch Social Media Kanäle wie Twitter oder Facebook und Lebenslaufdatenbanken wie Absolventa, Monster und CareerBuilder. Hierbei ging der erste Schritt vom Bewerber aus, indem er ein solches Profil überhaupt erst angelegt hat. Vom Social Recruiting ist die Rede, wenn die Unternehmen sich nach Kandidaten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Twitter oder Snapchat umschauen und sie dort direkt anschreiben oder zielgruppengerecht Werbung für ihre Stelle oder Firma schalten. Dadurch werden mehr Kandidaten erreicht, die Employer Brand wird bekannter und die Firma sucht zielgruppenspezifischer. Noch ist diese Art der Suche in den Kinderschuhen, spielt aber eine kontinuierlich wachsende Rolle.

Text: Katrin Haase
Foto: rawpixel / Unsplash

Gehaltsverhandlung – so kann es gelingen

Verhandlungen sind vielen Arbeitnehmern ein Graus. Vielen fällt es oftmals schwer, in eigener Sache Forderungen und Ansprüche zu stellen. Das jedoch ist absolut notwendig, um am Ende mehr Gehalt auf seinem Konto zu haben, denn selten kommt die Gehaltserhöhung von selbst. Im Gegenteil: wer nicht wagt, der nicht gewinnt, heißt es doch so schön in einem Sprichwort. Worauf kommt es also an? Wir haben einige wichtige Fakten für euch gesammelt, mit denen die nächste Gehaltsverhandlung ein voller Erfolg wird.

Die Vorbereitung
Es gibt nicht die eine Strategie, die sich bei einer Verhandlung anwenden lässt. Einige Dinge sollten aber unbedingt durchdacht und vorbereitet werden, bevor man sich in das Gespräch begibt. Zum einen ist es wichtig, mit wem man es in der Verhandlung zu tun hat. Wie ist der Charakter meines Vorgesetzten? Worauf legt er Wert und welche Fähigkeiten und Skills schätzt er, welche Werte sind ihm wichtig? Basierend auf diesen Informationen lässt sich das Gespäch schon einmal ganz anders aufbauen.
In jedem Fall ist es gut, die Verhandlung mit einer anderen Person einmal zuvor durchzuspielen, bevor es in den Ring des eigentlichen Gesprächs geht. So gewinnt man rhetorisch mehr Selbstsicherheit und kann verschiedene Szenarien und Argumentationsketten durchspielen.
Ein anderer wichtiger Faktor ist die Dokumentation der eigenen Leistung. Dazu zählt schriftliches Feedback, Statistiken, Fakten und weitere Dokumente, die die Leistung bestätigen und eine Grundlage für weitere Forderungen nach einem höheren Gehalt begründen. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Gehaltsforderungen zu hoch sind, kann sich an Studien, wie zum Beispiel dem Gehaltsreport von Stepstone oder vom Statistischen Bundesamt orientieren.

Die richtige Rhetorik
Ein guter Einstieg in das Gespräch ist mitunter die Grundlage für einen positiven Verlauf der Verhandlung. Wer mit der Tür gleich ins Haus fällt, ist nicht nur unhöflich, sondern auch taktlos und fällt unangenehm auf. Ein kurzer Plausch in angenehmer Gesprächsatmosphäre bricht das Eis und ebnet den Weg in das weitere Gespräch.
Kommt es zum eigentlichen Thema, gilt es die Forderungen klar und deutlich zu formulieren und das dann auch zu begründen. Ganz nach der Devise: Argumente sind gut, Forderungen besser. Gut ist es immer, etwas höher anzusetzen, da in der Regel die Forderung des Arbeitnehmers heruntergehandelt wird. Setzt man höher an, verliert man in der Regel weniger Prozente des angestrebten Gehalts. Bevor die Gehaltsforderung formuliert wird, ist es zu empfehlen, einige Gründe zu nennen, warum mehr Gehalt angestrebt wird. Das kann ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt sein, die erfolgreiche Akquise neuer Kunden, mehr Verantwortung und die Aneignung neuer Fachkenntnisse oder die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Selbst-Marketing ist erlaubt
Sich seines Wertes bewusst zu sein, hat noch niemandem geschadet. Eher im Gegenteil. Nicht nur für das eigene Selbstwertgefühl, sondern auch im Unternehmen ist dieser Faktor ein wichtiger Parameter, um wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. Um das auch messbar zu machen, ist es empfehlenswert, Feedback-Gespräche mit dem Vorgesetzten zu vereinbaren und diese über die eigenen Erfolge und positive Ergebnisse in Kenntnis zu setzen. Auch positive Resonanz von Partnern und Kunden können weitergeleitet werden, um den eigenen Erfolg zu dokumentieren.

Je krummer die Zahl, desto besser
Es hört sich ein wenig seltsam an, aber wer seine Gehaltsforderungen möglichst präzise formuliert und die Gehaltsverhandlung eröffnet, ist deutlich erfolgreicher als jemand, der eine runde Zahl angibt. Das zumindest besagt eine Studie, in der nachgewiesen wurde, dass eine genaue Forderung suggeriert, dass man sich vorab vorbereitet hat. Ein weiterer interessanter Punkt der Untersuchung ist auch, dass die Personen erfolgreicher waren, die einen nicht zu günstigen Wert angegeben haben.

Fazit
Wer sich gut vorbereitet und vorab schon eine genaue Vorstellung hat, von dem, was angestrebt wird, der hat am Ende größere Chancen mit einem positiven Ergebnis aus der Verhandlung zu gehen. Eine gute Selbsteinschätzung kann hier von Vorteil sein, aber vor allem sollte man den Wert seiner Arbeit kennen und einfordern können, denn gearbeitet wird nun einmal nicht umsonst. Warum auch!

Tipps zum Lesen: http://www.sueddeutsche.de/thema/Gehaltsverhandlung
https://karrierebibel.de/gehaltsverhandlung/

Autor: Elsa Loy
Foto: rawpixel / Unsplash

Assistenz Berliner Philharmoniker Recordings (w/m)

Die Berlin Phil Media GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stiftung Berliner Philharmoniker, sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Assistenz (w/m) in Vollzeit für ihr Label Berliner Philharmoniker Recordings.
Berliner Philharmoniker Recordings ist das 2014 gegründete Eigenlabel der Berliner Philharmoniker. Mit einem Fokus auf die großen Zyklen der Orchestermusik werden aufwändige audiovisuelle Produkte hergestellt, die über die übliche Präsentation von Musik weit hinausgehen. Beim Angebot von digitalen Produkten steht ebenfalls höchste Qualität im Vordergrund. Sämtliche Prozesse wie Herstellung, Vertrieb und Logistik werden weitestgehend im eigenen Hause koordiniert – Kernaufgabe der Assistenz ist es, diese Prozesse zu koordinieren und voranzutreiben.
Unsere Ausschreibung richtet sich daher an organisatorisch, kommunikativ wie administrativ starke, außergewöhnlich gut strukturiert und eigenverantwortlich arbeitende Bewerber/innen – idealerweise mit ersten Erfahrungen bei einem Label. Sehr gute Kenntnisse der deutschen und englischen Sprache in Wort und Schrift sowie Interesse an klassischer Musik werden vorausgesetzt.

Ihre Aufgabenbereiche:

• Assistenz und eigenverantwortliches Management des operativen Tagesgeschäfts unseres Labels „Berliner Philharmoniker Recordings“
• Assistenz Produktmanagement, d.h.
• Koordination Booklet-Redaktion, Korrekturläufe, Grafiker
• Koordination von Presswerken, Druckereien, Studios
• Koordination DVD/Blu-ray Premastering
• Redaktion und Pflege des Online-Shops
• Koordination der Erstellung unserer Marketingmaterialien (Video-Trailer, Vertriebsunterlagen, Drucksachen, Press-Kit und ähnliches)
• Qualitätsmanagement, Optimierung von Prozessen und Methoden
• Administration (GEMA Meldungen, Metadaten- und Systempflege)
• Koordination der Warenströme (B2C und B2B) in enger Zusammenarbeit mit Logistikunternehmen
• Bearbeitung Kundenanfragen B2C und B2B

Unser Angebot:
• Ein sehr kollegiales, kleines und effizientes Team
• Hohe Eigenverantwortung ab dem ersten Tag
• Gute und erfolgsorientierte Konditionen
• Flexible Arbeitszeiten

Sie sind interessiert? Dann senden Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen mit Lebenslauf, einem Motivationsschreiben sowie Ausbildungs- und Arbeitszeugnissen als Anhang in einem PDF-File zum 03. Juni 2018 per E-Mail an Frau Rosner p.rosner@berliner-philharmoniker.de

Das HQ – Software für Agenturen

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Was macht eigentlich eine Agentur? Sie bietet eine Dienstleistung an, zum Beispiel Marketing, Pressearbeit oder Grafikerstellung. Dafür versammelt die Agentur ein Team von Spezialisten, die genau das verdammt gut können, und hält die Fäden der einzelnen Akteure zusammen. Da gilt es, den Überblick zu behalten: Vom ersten Kundengespräch mit Brainstorming und Ideenfindung über die Angebotserstellung und Projektplanung samt Adressdatenbank, Zeitplänen und Feedbackrunden bis hin zum finalen Produkt gibt es einige Fallstricke, die es zu vermeiden gilt. Das A und O ist es, nachvollziehbar zu kommunizieren, Daten zu pflegen, Termine einzuhalten und stets den Überblick über alle Schritte zu behalten. Ohne eine saubere Planung ist am Ende kaum nachvollziehbar, ob ein Projekt erfolgreich war. Was hilft? Eine Agentursoftware. Eine von ihnen wollen wir euch heute vorstellen.

Das HQ – Vom Angebot über Projektmanagement und Rechnungen bis zum Controlling
Die HQLabs GmbH aus Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Wust an Akteuren, Plänen, Daten und Zielen übersichtlicher zu gestalten und hat 2012 das HQ auf den Markt gebracht. Eine Software, die sowohl kleinen Agenturen mit einer Handvoll Mitarbeitern, als auch Agentur-Riesen mit bis zu 500 Personen Werkzeuge für das Projektmanagement an die Hand gibt. Je nach Nutzeranzahl und Umfang variiert der Preis, angefangen bei 47 Euro pro Monat. Die Demoversion ist zwei Wochen lang kostenlos.

Überblick behalten
Das Dashbord, also die Arbeitsoberfläche, zeigt auf einen Blick meine Projekte und Aufgaben, die ich angelegt habe. Zum Beispiel das Projekt „Werbefilm für Kräuterlimonade“. Dazu gehören die Aufgaben Projektmeeting, Konzeption, Filmdreh, Schnitt und Abnahme. Jeder Aufgabe kann ich dabei eine vorgesehene Zeit und Personen zuordnen.
Die linke Leiste zeigt mir, wo ich mich gerade befinde und lässt mich zu Reportings, Aufgaben, Projekten, Unternehmen, Leads und Dateien navigieren. Ich kann meine Umsätze planen, Kontaktadressen pflegen, Angebote schreiben, Belege wie z.B. Rechnungen managen, Dokumente ablegen und teilen – um nur einiges zu nennen. Kurz: Alles, was der Agentur-Alltag mit sich bringt, wird hier an einem Ort gebündelt.
Angenehm finde ich dabei, dass jederzeit ein direkter Kontakt zu HQLabs möglich ist – sogar per Chat. Zudem kann die Oberfläche den eigenen Ansprüchen angepasst werden, damit ich nicht vor lauter Tools und Features den Überblick verliere, sondern nur das bekomme, was ich in meiner Agentur wirklich brauche.

Einen typischen Tag in einer Agentur und wie das HQ dabei eingesetzt werden kann, könnt ihr hier am Beispiel von PowMeow nachlesen.

Text: Katrin Haase

Instragram-Posts vorbereiten und später posten – so geht’s

Heute sind wir alle auf zahlreichen Kanälen zu finden, das gilt zumindest für moderne Unternehmen, aber auch für viele Privatpersonen. So kommunizieren auch wir von WORK IN PROCESS neben unserem Online-Magazin auf Facebook, Twitter, Instagram, Google Plus, Xing und LinkedIn. Das heißt also für uns, sich neben dem eigentlichen Onlinestellen der Artikel auch circa eine Stunde Zeit für Social Media zu nehmen, um eben all diese Kanäle zu bespielen. Da hilft es, einige Tricks zu kennen, um sich die Arbeit angenehmer zu gestalten. Heute verrate ich dir, wie du Instagram-Posts vorbereitest und später veröffentlichst. So kannst du den Post in Ruhe auswählen und beschriften, wann immer es dir passt, und ihn dann in Sekundenschnelle veröffentlichen, wenn es soweit ist.

So bereitest du Instagram-Posts vor

Öffne Instagram auf deinem Handy und gehe vor wie immer, wenn du etwas veröffentlichen möchtest: Wähle ein Bild aus, klicke auf weiter, verschönere es mit einem Filter, klicke auf weiter, schreibe dazu einen Text mit passenden Hashtags und füge Orts- und Personeninformationen hinzu. Jetzt kommt´s: Klicke NICHT auf Teilen, sondern links oben zwei mal auf den Pfeil zurück. Dann fragt dich Instagram automatisch, ob du den Entwurf speichern möchtest, klicke also auf Entwurf speichern.

Dieses Feld ploppt auf, wenn zu zweimal den Pfeil zurück betätigst
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So findest du deine gespeicherten Entwürfe

Und wie findest du diesen Entwurf dann wieder? Öffne dein Instagram auf dem Handy, gehe auf das Plus zum Veröffentlichen neuer Bilder und scrolle in deiner Galerie, die dir unten angezeigt wird, nach oben. Dort findest du deine Entwürfe. Klicke einen an, gehe auf Weiter und am Ende auf Teilen. Und schon geht dein in Ruhe vorbereiteter Post ins Instagram-Universum und es regnet die ersten Likes.

Hilfe, wo ist mein Entwurf hin? Einfach in der Galerie nach oben scrollen, da ist er.
Hilfe, wo ist mein Entwurf hin? Einfach in der Galerie nach oben scrollen, da ist er.

Wenn ihr noch Fragen oder andere Tipps habt, schreibt uns gern unten einen Kommentar.

Eure Katrin

Meditation: eine Investition ins eigene Köpfchen

Kolumne von Lisa Ringen

Digitalisierung und Beschleunigung gehen Hand in Hand. Eigentlich gehen sie nicht, sie rennen. Mit multiplen Projekten, Kunden und sogar Arbeitgebern zu jonglieren ist für immer mehr Menschen längst Büroalltag. So auch für mich.

Dem Wunsch nach Balance und Entschleunigung nachgehend, habe ich vor einigen Monaten etwas ausprobiert, das mein Leben und Arbeiten umgehend positiv beeinflusste. Seitdem will und muss ich mich unaufgefordert mit den unterschiedlichsten Menschen über dieses Thema austauschen. Die Erfahrung, die ich im letzten Herbst machen durfte, begeistert mich nach wie vor und ich möchte sie teilen. Ich berichte dabei von einem Aha-Moment, den ich meist wie folgt beschreibe: „Es ist für mich so, als hätte ich im Buch des Lebens, von dem man ja weiß, dass man immer mal wieder ein Kapitel beendet und das nächste beginnt, plötzlich etwas komplett Neues und Unerwartetes entdeckt. Auf einmal stelle ich fest: Das Buch ist in 3-D und hat versteckte Seiten und geheime Einschübe!“

Die Rede ist von Meditation.

Es braucht nicht viel. Tatsächlich so wenig, dass mich einige Menschen gefragt haben, warum ich für so etwas Simples überhaupt Geld in die Hand genommen habe. Meditieren lernen, in meinem Fall im Rahmen eines kostenpflichtigen Einführungskurses, ist meine ganz persönliche Investition, die ich für die bisher beste meines Lebens halte.

Fünfzehn Minuten zwei Mal täglich, in denen der Kopf herunterfahren darf. Meine Augen sind geschlossen, ich atme ruhig und flach. Dann beginne ich, ohne zu sprechen mein Mantra zu wiederholen. Leicht und gelöst, ohne mich darauf zu konzentrieren. Einfach so, wie es gerade kommt. Und das, was dann passiert – oder eben nicht passiert – ist jedes Mal anders. Auch das gehört dazu und ist spannend. Doch spannend ist das Ganze immer erst hinterher, denn eigentlich geht es bei Meditation um geistige Entspannung.

Gelassener und effizienter: In den Flow durch Meditation

Auf längeren Reisen hatte ich meine innere Ruhe und einen perfekten Fluss gefunden. Egal, was um mich herum passierte, ich war genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Alles floss und ich war mittendrin. Dieser Fluss oder Flow beschreibt für mich einen himmlischen, erstrebenswerten Zustand im absoluten Einklang. Und diesen Flow hatte ich zumindest immer so lange, bis mich nach ein paar Wochen in Deutschland der Alltagsstress mitriss und vereinnahmte. Gedanklich beschäftigte ich mich meist weit vor und nach der Arbeit mit dem, was ich über den Tag und die nächsten Wochen im Job auf dem Zettel hatte und plante die Dinge, die ich noch zu erledige hatte. Dabei ging ich oft verschiedene mögliche Szenarien durch, untersuchte alle denkbaren Outcomes auf ihre mutmaßlichen Konsequenzen. Ich verbrannte zu viel Energie. Und, viel schlimmer noch, ich war dabei, eine für mich wichtige Trennlinie zu verwischen: Die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem. Gedanken rund um die Arbeit hatte sich als Untermieter eingenistet und übernahmen nun, positiv wie negativ, sehr viel – zu viel – Raum im Privatleben ein. Mir war bewusst, dass dem so war, doch irgendwie fühlte ich mich von meinem eigenen Kopf mitgerissen und unfähig, ihn konsequent zum Rasten zu bringen. Als mein Partner uns dann im September gemeinsam bei einem Meditations-Infovortrag anmeldete, war ich dankbar, und wusste instinktiv, dass ich endlich und unbedingt Meditieren lernen musste.

Auf die Einführungszeremonie, bei der wir in jeweils einer Einzelsitzung unsere geheimen Mantras erhielten, folgten zwei gemeinsame Sitzungen mit jeweils zwei Stunden Meditation und Gesprächen. Unser Meditationslehrer, ein spitzbübischer, drahtiger 70-Jähriger, erklärte uns, dass es bei Meditation und Transzendieren (lateinisch: Übersteigen) um Grenzenlosigkeit geht. Dieses Konzept kann nicht verstanden, sondern nur gefühlt werden, am besten, indem man es selbst erlebt. Jede Meditation ist anders. Es gibt kein falsch, solange man sich immer wieder an die Grundlagen der Meditation erinnern (gelöst und entspannt anstatt verkrampft das Mantra denken, den Körper zur Ruhe kommen lassen und frei von Erwartungshaltungen beginnen, während des Meditierens nichts verurteilen, wenn Gedanken kommen, immer wieder aufs Mantra besinnen).

Wie bei einem Computer startet durch regelmäßige Meditation im Gehirn eine Defragmentierung, die über die Zeit des eigentlichen Meditierens hinausgeht: Der Geist verdichtet sich nachhaltig, während der Verstand still wird. Jetzt ist die Zeit der körpereigenen Selbstheilungskräfte gekommen. Sie nutzen die Gelegenheit, Wartungsarbeiten zu erledigen und alles einmal gründlich zu reinigen.

Manchmal fühlt es sich für mich so an, als würden durch die Meditation Updates installiert, die mich im Laufe der nächsten Stunden oder Tage dabei unterstützen, ruhiger, klarer und entschlossener zu handeln. Ich entscheide besser und lerne neue Möglichkeiten kennen, mit meinem Körper zu arbeiten, anstatt mich gedanklich zu zerfleischen. Und ich bin nicht alleine. Dass es Meditation längst aus der Eso-Ecke ins Rampenlicht geschafft hat, bezeugen hochdotierte Management-Seminare, bei denen Top-Manager lernen, mithilfe von Meditationstechniken Stress abzubauen und effizienter unter Druck zu arbeiten. Sie sind keine Buddhisten oder Anhänger fernöstlicher Rituale. Sie tun es, weil Meditation für sie funktioniert. Jeder Mensch, egal welchen Alters oder Bildungsgrads, kann ortsunabhängig und ohne Hilfsmittel meditieren. Es gibt unterschiedlichste Meditationstechniken, der Zugang ist einfach; unterm Strich entfalten alle eine nachweißlich positive Wirkung sowohl für einen selbst als auch das Umfeld. Das Allerbeste: wenn einmal verinnerlicht, dann ist Meditation komplett kostenfrei.

Schwierig finde ich es zwar immer noch, komplett frei von Urteilen und Bewertungen zu meditieren, aber auch das klappt immer besser. Ich gewöhne mich daran, dass ich meine Meditation idealerweise gar nicht versuche, zu beeinflussen. Wenn Gedanken kommen, dann versuche ich sie so schnell wie möglich durch die Wiederholung des Mantras zu verdrängen, anstatt sie wie einen zugeworfenen Ball aufzunehmen. Dann lasse ich diese Gedanken in Frieden weiterziehen, ohne sie oder mich selbst zu bewerten. Hiermit tue ich mich noch schwer, doch auch das fügt sich. Mittlerweile ist es kein Beinbruch mehr, wenn ich es nach einem langen Tag einmal nicht schaffe, vom Einschlafen zu meditieren, und stattdessen auf der Couch versacke. Auf die Meditation am nächsten Morgen freue ich mich dafür umso mehr, denn ich merke, wie sehr es mir mein Geist dankt.

Das Jahrhundert des Gehirns – Investitionen in die Zukunft

Als komplexestes und wertvollstes Organ wird der menschliche Kopf im „Jahrhundert des Gehirns“ immer wichtiger. Da wir ihn (noch) nicht auswechseln oder gegen ein neueres, leistungsstärkeres Model tauschen können, müssen wir mit dem Eumel da zwischen den Schultern arbeiten, den wir zur Verfügung haben. Gehört man zur US-Tech-Elite, dann investiert man heutzutage in Start-ups, die sich damit beschäftigen, unsere Gehirne technologie-unterstützt schneller und produktiver zu machen. Dies ist eine Investition in menschliche Maximalbeschleunigung, was vordergründig zu den Anforderungen passt, die mit der Digitalisierung einhergehen.

Elon Musk und seine Firma Neuralink haben die Vision, datenleitfähige Substanzen über das menschliche Gehirn zu legen und damit Geist und Maschine verschmelzen zu lassen. Der Unternehmer möchte die Science-Fiction-Vision schlechthin in die Tat umsetzen, und Hirn-Computer-Schnittstellen entwickeln – und damit die Grenzen der Selbstoptimierungsmöglichkeiten und Risiken der ungewollten Einflussnahme gravierend verschieben.

Mit der „Verdrahtung“ der eigenen Gedanken mit einem Computer mag ich mich nicht so recht anfreunden. Umso besser, dass ich seit sechs Monaten am eigenen Leib erlebe, dass es einen viel einfacheren und kostengünstigeren Weg gibt, das Brain zu pimpen.

Ich habe meine Investition bereits getätigt und lege etwas Ähnliches jeder Person nahe, die ich treffe. Mehr oder weniger regelmäßig investiere ich jetzt Zeit in das Abtauchen in die gedanklichen Stille und genieße den Effekt, den es auf mich hat. Nicht immer gelingt mir das Transzendieren, der Zustand von No-Mind und absolutem Sein. Das ist in Ordnung. Transzendenz kann – große Überraschung – nicht erzwungen oder herbeigewünscht werden. Damit muss ich klarkommen. Ich kann es nicht kontrollieren. Der menschliche Körper ist eben kein Computer, sondern etwas viel Umfangreicheres. Ich brauche nicht auf die Entwicklungen aus Silicon Valley warten, ich setze auf meine körpereigenen Kräfte, die ich immer besser kennen und entwickeln will. Je mehr ich mich damit auseinandersetze, desto besser wird es.

Meditation ist optimale Geistespflege für jeden Menschen, der Ruhe, Fokus und Ausgeglichenheit verinnerlichen möchte.

Neue Arbeitswelt – neue Arbeitsorte: Das Zeitcafé

Der Arbeitsort gewinnt zunehmend an Bedeutung in der heutigen Arbeitswelt und ihrem Wandel. Der Anteil derer „ohne festen Arbeitsplatz“ nimmt zu. Zuhause arbeiten, sei es im Home Office oder auf dem heimischen Sofa an der Selbstständigkeit bastelnd, ist nicht immer der passende Rahmen. Aber quo vadis, wenn man flexibel konzentriert arbeiten will, aber nicht zuhause? Ins Zeitcafé!

Das Konzept
Ein Zeitcafé ist ein Ort, an dem die Dauer des Aufenthalts den Preis bestimmt, nicht wieviele Milchkaffees getrunken wurden. Fürs leibliche Wohl ist dennoch gesorgt und im Zeitpreis inbegriffen. Die Preisspanne liegt bei 3 bis 5 Euro pro Stunde bzw. 15 bis 20 Euro pro Tag. (Im Selbsttest: teurer als ein klassischer Café-Besuch kommt es nicht). In einem solchen Etablissement finden sich Gleichgesinnte, von daher wundert es nicht, dass die Community im Vordergrund steht. Zeitcafés sind ein Begleitphänomen der Sharing Community. Man teilt sich einen Ort zum entspannten Arbeiten.

Die Ursprünge
Im internationalen Kontext werden Zeitcafés auch Time Club, Anti-Café oder Pay-per-minute-Café genannt. 2011 in Moskau gegründet, expandierte die erste Anticafé-Kette namens „Zifferblatt“ über St.Petersburg nach Großbritannien, Slowenien und in die Mongolei. Vorzugsweise universitätsnah. Ivan Mitin sei der Erfinder des Anticafé-Konzepts. Historisch knüpft die Idee an die Tee- und Kaffeehäuser an. Diese boten Raum zum Austausch für bestimmte Communities (die man früher noch Interessengruppen nannte). Community Building ist auch eines der zentral forcierten Eigenschaften der Zeitcafés, wenn man möchte: Man kann mehr bezahlen und einem anderen Mitglied so den Aufenthalt ermöglichen. Oft werden auch Aktivitäten angeboten, bei denen man sich einbringen oder eben nur teilnehmen kann.

Wo gibt‘s denn sowas?
In der Hauptstadt der Co-Working-Spaces gibt es bislang nur ein bekanntes Zeitcafé: be‘kech in Berlin Wedding. Ein weiteres namens Klokke spuckt Google für Mannheim aus. Nicht mehr existente Zeitcafés gab es auch in Ulm, Köln und Wiesbaden. Alle, auch das internationalere Zifferblatt, haben folgende Beschreibungen gemeinsam: gemütliche, arbeitsfreundliche Atmosphäre, Gleichgesinnte, WiFi, Kaffee/ Tee und kleine Leckereien. WORK IN PROCESS hat das be’kech sowohl in konzentrierter Arbeitsatmosphäre als auch als Meeting-Ort erfahren und sagt: funktioniert und fetzt.

Fazit
Inmitten des Wandels der Arbeitswelt gewinnt die Verwirklichung eigener Ideen in Projekten an Bedeutung. Ideen finden oft neue Wege, wenn der passende Rahmen gegeben ist. Ganz ehrlich: wer kennt es nicht, dass das Vorhaben des konzentrierten Arbeitens zuhause oft der Prokrastination weicht. Da ist das Zeitcafé um die Ecke ein willkommener Arbeitsort, es sollte viel mehr davon geben! Die Zeit gehört einem selbst und man kann das Beste daraus machen. Niemand nervt, wenn der Kaffee seit 15 Minuten leer ist, der Lautstärkepegel erlaubt es, die Klänge der dahinperlenden Musik zu hören. Wer komplette Ruhe braucht, kann sich in eine silent box zurückziehen. An einem Buffet kann man sich mit Leckereien versorgen, Heißgetränke werden an der Bar bestellt. Zeitcafés sind eine abgrenzende Alternative zu Co-Working-Spaces, die vom Flow eher hochkonzentriert sind. Gut, wenn man seinen eigenen Gedanken nachhängen will, während man einen Artikel, beispielsweise über Zeitcafés, schreibt oder aber im Team Ideen brainstormed. Ein feiner Ort zum Arbeiten.

Text und Bild: Anja Graff